Im 95. Lebensjahr friedlich eingeschlafen ist am 6. November die ehemalige Dellacher Alm-Wirtin Paula Pipp. Schon als Mädchen sorgte sie in der Öffentlichkeit für Aufsehen, denn als ihr Vater unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg im Uggowitzer Graben einem ungeklärten Mordanschlag zum Opfer gefallen war, übernahm sie als eine von fünf Töchtern am elterlichen Bauernhof familiäre Verantwortung, spannte die Noriker Pferde ein und verschaffte sich als zupackende Holzfuhrwerkerin in der damaligen Fuhrwerksszene größte Anerkennung.
Nach ihrer Heirat mit Hans Pipp, der ihr im Vorjahr in die Ewigkeit vorausging, kam sie nach Dellach bei Egg, wurde Bäuerin und führte neben der Landwirtschaft im Haus eine kleine Greißlerei. Die kontaktfreudige junge Frau fühlte sich aber für Höheres berufen. So betrieb sie die Sommer über – und das mehr als 40 Jahre – ihr Almgasthaus Pipp auf der Dellacher Alm (1424 Meter) und baute es zu einer Pilgerstätte des guten Geschmacks und der herzlichen Gailtaler Gastfreundschaft aus. Für Generationen von Sommergästen und Einheimischen war es geradezu Pflicht, bei der Paula einzukehren und ihren geschmacklich einzigartigen Kaiserschmarren zu genießen. Das Rezept dazu blieb zeitlebens ein Geheimnis.
Ihr Humor war legendär
Ihr Reich war die Küche, das Gastzimmer und die Terrasse, stets suchte sie den persönlichen Kontakt zu ihren Gästen, ihr unversiegbarer Humor, ihr Wortwitz sowie ihre persönlichen Bonmots waren geradezu legendär. Bei ihren vielen Gästen wird sie unvergessen bleiben. Die besondere Anteilnahme gilt ihrer Familie: drei Kinder und fünf Enkel trauern um ihre stets besorgte, herzensgute Mutter und Oma. Paula Pipp wird am 11. November um 14 Uhr in der Pfarrkirche in Mellweg-Egg (Stadtgemeinde Hermagor) verabschiedet.