Kurvig windet sich die Straße steil auf die Höhe, wo der Bergbauernhof von Ludwig und seiner Familie seit vielen Jahren steht. Mit Mutterkuhhaltung und Almwirtschaft ist der junge Mann aufgewachsen, hat zwei Meistertitel erworben und sich mit einem Forstunternehmen selbständig gemacht. Tausende Käferbäume hat der „Fachmann durch und durch“ mit mobiler Seilbahn, Laufwagen und anderen speziellen Geräten gefällt und zu Tal gebracht. „Natürlich ist das gefährlich, es kann ein Seil reißen, ein Baum oder Stein abrutschen“, erzählt der Profi über die Risiken seines Berufes, dem er mit großem Einsatz nachging. Die Nachfrage war groß. Hohe Investitionen in sechsstelliger Höhe waren für die Ausübung des Gewerbes notwendig, sie hätten sich in einigen Jahren amortisieren sollen.

Unerwartet

Doch dann kam der Tag, mit dem der Berufsprofi nie gerechnet hat. „Ich habe mit der Motorsäge einen Baumstamm angeschnitten und plötzlich saß ich auf dem Boden und spürte meine Beine nicht mehr“, versucht er sich zu erinnern. Was genau geschehen ist, weiß er nicht. Der Baum fiel wahrscheinlich in eine unerwartete Richtung und traf ihn an der Wirbelsäule. „Schmerzen hatte ich damals nicht, der Schock war zu groß.“ Vier Wirbel waren gebrochen, das Rückenmark verletzt. Im Krankenhaus wurde Ludwig stundenlang operiert. Dann kam die Diagnose: inkomplette Querschnittlähmung. „Ich wollte das nicht wahrhaben, konnte es nicht glauben.“

Traurige Gewissheit

Erst während des Reha-Aufenthaltes sickerte die Gewissheit langsam durch. Tapfer akzeptierten Ludwig und seine Familie, dass er fortan im Rollstuhl sitzen würde. Seinen Beruf kann er nie mehr ausüben, auch nicht nach fünf Monaten Reha und vielen Übungen für den Muskelaufbau. Täglich muss er auch zu Hause trainieren. Er ist froh, dass er Arme und Oberkörper gut bewegen kann. „Meine Frau und die Kinder geben mir Kraft. Ich habe keine Minute ans Aufgeben gedacht.“

Mit dem Schicksal hadert er nicht. „Es gibt nur eine Richtung, nämlich vorwärts“. Was er kann, macht er mit Freude. Die Kühe füttert er im Rollstuhl, den Heukran kann er nicht mehr bedienen. Viele Arbeiten in Haus und Hof hat seine Frau übernommen, ihre eigene Erwerbsarbeit unten im Tal musste sie wegen der Betreuungsaufgaben aufgeben. „Heimzukommen, die Arbeit zu sehen und sie nicht machen zu können, war das Schwerste für mich“, erinnert er sich an die erste Zeit im neuen Leben. Was ihm noch schwerfällt, ist, Hilfe anzunehmen. „Mit eigenen Händen zu schaffen, war immer mein Ziel.“ Er war bereit gewesen, jahrelang Opfer zu bringen, um die Kredite für die Investitionen zu bedienen. „Mit Arbeitstagen mit 12 bis 13 Stunden schafft man das.“ Im Sinne des Tierwohls hat er auch einen Laufstall gebaut, im Haus war ein Umbau zugunsten der Kinder notwendig. In ein paar Jahren wäre er schuldenfrei gewesen.

Alles anders

Doch nun ist alles anders. Statt Investitionen abzuzahlen, musste er neue vornehmen. Da er mit dem Rollstuhl nicht von der Garage in das in den Hang gebaute Haus und von dort nicht in die Schlafräume im zweiten Stock gelangen kann und das alte Stiegenhaus zu eng für einen Treppenlift ist, musste ein Außenlift mit isolierender Umhausung gebaut werden. Türen und Türstöcke der Sanitärräume mussten verbreitert, das Auto mit Rutschbrett adaptiert werden. Auch hier liegt die Investitionssumme im sechsstelligen Bereich.

Der Traktor müsste umgebaut, eine Hebebühne für den Rollstuhl angeschafft werden, damit er einen Teil des Arbeitsalltags bewältigen kann. Hätte er ein Quad, ein Geländefahrzeug mit vier Rädern und hohem Sitz, könnte er die Weidezäune auf den Feldern reparieren, ohne absteigen zu müssen. „Mit dem Auto komme ich nicht überall hin, ein Quad ist wendiger.“ Nichts mehr tun und arbeiten zu können, könnte Ludwig nicht ertragen. Das sei viel schlimmer als den Kindern sagen zu müssen, dass er nie mehr mit ihnen schwimmen oder Ski fahren könne.

Die finanziellen Belastungen wiegen auch deshalb schwer, weil während der fünfmonatigen Reha Pflege- und Reha-Geld ausgesetzt worden waren und die Familie daheim nur von Reserven leben musste. Ludwigs größter Wunsch: „Ich möchte so viel wie möglich wieder selber machen können.“ Und dazu braucht er Ihre Hilfe.