„Ich heize mein Zimmer im Winter gar nicht mehr, sondern nur die Küche. Das Zimmer hat dann 15 Grad. Weil ich vor den steigenden Energiekosten Angst habe.“ Alltag von vielen Betroffenen, die unter der Armutsgrenze leben. Armutsgefährdet sind Menschen, die weniger als 1661 Euro zur Verfügung haben. Viele Personen, die sich an Kärntner in Not wenden, haben noch weniger: Vor Abzug der Krankenversicherung 1273,99 Euro. Das ist die Mindestpension und die Obergrenze bei der Sozialhilfe.
Peter* ist extrem diszipliniert, er hat nicht nur Angst vor der nächsten Heizkostenabrechnung, sondern auch vor Schulden. „Ich war sogar einmal bei der Schuldnerberatung, da wurde ich fast ausgelacht, weil ich nur zweitausend Euro offen hatte.“ Er hat es dann im privaten Umfeld gelöst und zahlt die Schulden in kleinen Raten, aber verlässlich ab. Deshalb hat er seine Zahlungen im Griff: Miete, Strom, Versicherungen werden pünktlich beglichen, sparen muss er dann bei den Lebensmitteln. Er kauft im Sozialmarkt ein und geht auch zur Tafel. Peter hat eine technische Ausbildung abgeschlossen, doch die Arbeitssuche verlief dennoch schwierig. Das nagte am Selbstwertgefühl. Erst mit 30 Jahren wurde eine schwere Depression diagnostiziert, die ihn aber schon jahrelang belastete. Jetzt kann er endlich eine Rehabilitation machen. Erspartes hat Peter aber nicht, das führte ihn nun zu Kärntner in Not. Er braucht im Haushalt dringend neue Anschaffungen. Die finanzielle Unterstützung des Vereins schafft Abhilfe.
Nur 150 Euro für Lebensunterhalt
Elisabeth* hat in Österreich vor einem Jahr das Regelpensionsalter erreicht, auf ihre deutsche Rente muss sie noch bis zum 67. Lebensjahr warten. Von den 1200 Euro zahlt sie, die selbständig tätig war und zu Hause einen Büroraum benötigte, 700 Euro für die Miete, nach weiteren Fixkosten bleiben grad 150 Euro für den Lebensunterhalt. Und jetzt muss sie 1000 Euro fürs Heizöl hinlegen. Da bleibt der Weg zu Kärntner in Not und Caritas nicht erspart.
Sabine* bezieht Mindestsicherung und hat einen Erwachsenenvertreter. Weil ein Anruf der Friedhofsverwaltung sie aufforderte, das Grab der Eltern zu richten, gab sie - ohne Rücksprache - den Auftrag zur Sanierung. Hatte aber dafür eigentlich keine Ressourcen.
Wenn man zwei Meter groß ist, geht sich eine günstige Anschaffung eines Bettes im Second-Hand-Bereich nicht aus. Weil Anton* aber gekrümmt in seinem Bett schläft, benötigt er dringend eine Schlafstatt mit Extralänge. Maria* hat eine Nachforderung des Energielieferanten bekommen, mit 1231,77 Euro Einkommen kann sie keine Rücklagen bilden. Hilde* bekommt 1167,14 Euro Rente. Wegen einer Krebserkrankung ist die über Achtzigjährige in die Nähe ihrer Familie gezogen, damit sie engmaschig betreut werden kann. Ein Arm ist nicht belastbar, so fällt ihr das Putzen und Einkaufen extrem schwer. Für die neue Wohnung wird sie Wohnbeihilfe beantragen, dann sind die 500 Euro Miete leistbar. Aber die Kaution ist eine große Hürde. „Ich habe meine Mama überzeugt, trotz ihres Alters zu uns zu ziehen, sie ist nun zu Fuß erreichbar. Ich kann meine Mama im täglichen Leben unterstützen, finanziell geht sich das aber leider nicht aus“, schreibt die Tochter an Kärntner in Not, das nun bei der Kaution hilft.
Nach einer Trennung konnte Ines* heuer die Wohnung, die sie mit ihrem damaligen Freund bewohnte, gegen eine kleinere, günstigere Wohnung tauschen. Doch jetzt kam die Heizkostenabrechnung vom Vorjahr, die Ines mit ihrer Sozialhilfe von 1209,01 Euro nicht stemmen kann. Hubert* hat eine Behinderung, er lebte mit seiner Mutter im gemeinsamen Haushalt. Als diese verstarb, fiel er in ein großes Loch. Er konnte sich nicht mehr um seine Angelegenheiten kümmern. So entstand ein Mietrückstand und eine Delogierung drohte. Hubert wird jetzt gut betreut und kann dank Unterstützung von Kärntner in Not in der Wohnung bleiben.
Viele Menschen in unterschiedlichsten Notfällen kann Kärntner in Not mit Ihrer Spende unterstützen. Danke!
*Namen und persönliche Angaben sind von der Redaktion geändert