Wer mit dem Zug in den Süden reisen will, braucht manchmal gute Nerven. Ein Kollege der Tageszeitung „Die Presse“ schildert seinen Leidensweg in einem Artikel mit dem treffenden Titel „Mit dem Nachtzug der ÖBB nach Italien: Da hätte selbst Odysseus die Nerven verloren“. Wertvolle Tipps für Bahnreisen, in seinem Fall nach Triest, hat dieser Tage auch Felix Michael Hafner, Mitglied unserer Facebook-Gruppe „Alpe Adria Kleine Zeitung“, dort gepostet. Sein Fazit: Vertrauen ist gut, Kontrolle besser. Das kann ich als zweimaliger Odysseus (wider besseres Wissen habe ich nach einer Nachtzugpleite Richtung Genua dasselbe noch einmal versucht) nur unterstreichen.
Nun aber – pünktlich – zu den Alpe-Adria-Nachrichten dieser Woche.
Gefleckte Meersau aus der Adria gefischt
Einem kroatischen Fischer ist bei Zadar ein sensationeller Fang gelungen: Ihm ging eine Gefleckte Meersau ins Netz. Dabei handelt es sich um einen in der Adria extrem seltenen und deshalb streng geschützten Hai. Er schwimmt normalerweise in 50 bis 700 Meter Tiefe.
Kein Schiff wird kommen
Exklusiv vorab: Autor Stefan Maiwald schreibt für die Kleine Zeitung regelmäßig über den Alltag in Grado. Diesmal berichtet er über die verzweifelte Suche nach einem neuen Betreiber für die derzeit stillgelegte Schiffsverbindung von Grado nach Lignano und nach Triest. Die alte Chaos-Reederei wurde ja aus dem Verkehr gezogen, weil ihr Schiff im Juni des Vorjahres mit 80 Menschen an Bord fast abgesoffen wäre.
Die größte Segelyacht der Welt bleibt in Triest
Vor drei Jahren wurde die größte Segelyacht der Welt, die „A“, in Triest von der EU beschlagnahmt. Sie gehört Andrei Melnitschenko, einem russischen Milliardär und „Putin-Freund“. Nun ist ein erneuter Versuch des Russen, das Schiff zurückzubekommen, gescheitert. So liegt sie weiter als Touristenattraktion vor Triest in der Adria - und kostet den italienischen Steuerzahler neun Millionen Euro im Jahr.
Zehn besonders schöne Wanderungen in Kroatien
Von ambitionierten Spaziergängen über mehrtägige Touren bis hin zu extremen Erlebnissen: Wer wandern will, findet in Kroatien garantiert mehr als eine Lieblingsstrecke. Meine Kollegin Karin Riess stellt zehn besonders schöne Routen vor. Eine führt sogar „bis zum Mond“.
Audienz bei Napoleon und dem letzten Dogen
Ein Besuch in der Villa Manin bei Udine: In den ehrwürdigen Mauern unterzeichnete Napoleon Bonaparte 1797 den Friedensvertrag von Campo Formio, der das Ende der Republik Venedig besiegelte. Man atmet Geschichte, staunt über die Blütenpracht und freut sich auf den Sommer, wenn im Park wieder gerockt wird.
Grammelknödel, „eine Umarmung auf dem Teller“
Georg Hoffelner, mein Kollege für den guten Geschmack, geht die Fastenzeit heuer anders an. Er schreibt: „Wer glücklich ist, braucht keine Selbstkasteiung. Eher Grammelknödel.“ Für ihn sind sie „eine Umarmung auf dem Teller“, weshalb er sich auf den Weg nach Gamlitz gemacht und in der „Weinkehr“ mit den Wirtsleuten Grammelknödel gekocht hat.
Der Prunk im Palast des Größenwahns
Wer die rumänische Hauptstadt Bukarest besucht, kommt am architektonischen Erbe des 1989 hingerichteten Diktators Nicolae Ceaușescu nicht vorbei. Seinen Palast nannte er groteskerweise „Haus des Volkes“. Führungen zeigen Luxus pur - und eine Marmortreppe, die angeblich viermal gebaut werden musste, weil Ceaușescu dreimal mit dem Ergebnis unzufrieden war.