Die Liste beginnt beim Bundespräsidenten und endet beim Vorstand der kleinen Regionalbank in Osttirol: Sie alle haben Helmut Kutin über Jahrzehnte in Dankbarkeit die Hände geschüttelt. Kutin, selbst in einem Kinderdorf aufgewachsen, übernahm nach Gründer Hermann Gmeiner die Rolle des Präsidenten von SOS-Österreich und war auch der Präsident des Internationalen Dachverbands. Doch schon zu Lebzeiten - Kutin verstarb 2024 - bröckelte sein Ansehen. Nun ist sein Tun und Unterlassen Gegenstand einer staatsanwaltschaftlichen Aufarbeitung. Ein über 991 Seiten umfassender Bericht, der von der internationalen Dachorganisation in Auftrag gegeben wurde, soll Anhaltspunkte dafür liefern, dass sich Kutin schützend vor Gewalttäter gestellt hat. Und eben nicht vor die Kinder, um deren Schutz es in den verschiedenen Einrichtungen eigentlich geht. Eine Verfehlung, die man auch schon Gmeiner nachsagt. Nur dass in dessen Fall noch unmittelbarer sexueller Missbrauch von Kindern hinzukommt.
SOS Kinderdorf
Ehemaliges Kinderdorf-Kind und Top-Manager Santner soll Altlasten aufarbeiten
Die Kinderschutzeinrichtung hat nach den Missbrauchs-Enthüllungen einen neuen Aufsichtsrat. Dessen Chef ist der in Moosburg aufgewachsene Manager Friedrich Santner.
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