Ein Lagebericht zum Stüdlgrat, der nach einem schweren Steinschlag am Freitag gesperrt war, wurde für Montagabend versprochen. Nach einem Kraftakt konnte überraschenderweise allerdings bereits gejubelt werden: „Wir haben die Sicherungspunkte bereits wiederherstellen können, der Stüdlgrat ist ab sofort wieder freigegeben“, erklärt Bergführer und Pächter der Erzherzog Johann-Hütte, Toni Riepler.
„Hoffentlich im Laufe dieser Woche“
„Ich bin optimistisch, dass sich eine Freigabe bereits im Laufe dieser Woche ausgehen wird“, hatte der erfahrene Bergsteiger Florian Steiner am frühen Montagnachmittag gegenüber der Kleinen Zeitung erklärt. Er vertraute darauf, dass die „ausgezeichneten Bergführer aus Kals und Heiligenblut zusammen wieder einen tollen Job“ machen werden.
Am Montag waren es dann sogar „nur“ fünf Kalser Bergführer, die eine Begehung durchführten. „Es wird darum gehen, dass die Kollegen die losen Steine dort aus dem Weg bringen und die Fixseile wieder anbringen. Am Abend wird man dann sehen, wie sich die Situation präsentiert und wann wir mit der Freigabe rechnen können“, erklärte der Heiligenbluter Bergführer Martin Glantschnig gegen 17 Uhr.
Überraschende Freigabe
Doch es lief alles viel schneller als gedacht. Denn rund zwei Stunden später dann die – für alle überraschende – Meldung direkt vom Berg: „Wir haben den Stüdlgrat wieder sicher gemacht, er ist ab sofort wieder freigegeben“, gab Toni Riepler bekannt. Der Pächter der höchsten Schutzhütte Österreichs war selbst einer jener fünf Bergführer, die diese legendäre Kletterroute in so kurzer Zeit wieder zugänglich gemacht haben. Probeweise sind sie den neuen, alten Stüdlgrat auch gleich geklettert - und haben die Strecke für sicher befunden.
Unvernünftige Alpinisten unterwegs
Übers Wochenende kletterten übrigens immer wieder Personen - trotz ausdrücklicher Warnung der Bergführer und entsprechender Warnschilder - über den Stüdlgrat. „Es handelt sich um einen hochalpinen Weg, der wird nie ganz sicher sein vor Steinschlag. Aber wenn Bergführer dezidiert warnen, hat das einen Grund“, warnte Martin Glantschnig vor derartigen Aktionen. Jetzt ist aber auch das Geschichte, unzählige Alpinisten warten bereits auf ihr Erlebnis am wiederhergestellten Stüdlgrat. „Im besten Fall mit geprüftem Bergführer“, ergänzt Riepler.