Endlich: Am Wochenende kam der lang erwartete Regen, auch in den nächsten Tagen könnte es in der Oststeiermark regnen. Zudem wird es kühler. Eine kleine Entspannung. Dennoch: In den vergangenen Tagen und Wochen war es gerade in der Oststeiermark viel zu trocken. „Dem Land fehlen 80 bis 100 Millimeter Niederschlag“, betonte da etwa Marlies Kriegler, Chefin von Geosphere Austria.
In den Gemeinden der Region reagierte man längst darauf. So rufen etwa viele dazu auf, Wasser zu sparen. „Jeder Tropfen zählt!“, postete da etwa die Marktgemeinde Birkfeld in den sozialen Medien. „Bitte sparen Sie Wasser - in allen Bereichen des Alltags.“ So solle man etwa das Waschen der Autos und das Gießen des Gartens möglichst vermeiden. Pools sollen nicht befüllt oder nachgefüllt werden. Auch im Haushalt solle man bewusst mit Wasser umgehen. „Jede noch so kleine Maßnahme hilft, unsere Versorgung zu sichern“, steht da zu lesen. Und: „Unsere Wasserversorgung nähert sich einem kritischen Punkt.“
In Birkfeld sorgte die Trockenheit übrigens für einen seltsamen Vorfall. Im Marktgemeindeamt wird deshalb extra zu einem respektvollen Umgang aufgerufen. Was war geschehen? „Leider kam es zuletzt vor, dass eine unserer Mitarbeiterinnen während ihrer Arbeit fotografiert wurde, als sie Pflanzen gegossen hat“, wird geschrieben. Es werde um Verständnis gebeten. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter handeln im Auftrag der Gemeinde. Und zum Gießen werde kein Trinkwasser verwendet, sondern nicht trinkbares Wasser aus einer Quelle.
Wassersparen in den Gemeinden
In Markt Hartmannsdorf wird aufgerufen, unnötiges Bewässern von Blumen und Gärten zu vermeiden. Zudem muss es dem örtlichen Wassermeister gemeldet werden, wenn Swimmingpools befüllt werden. „Um einen möglichen Zusammenbruch des Versorgungsnetzes zu vermeiden“, wird betont. Und auch Sinabelkirchens Bürgermeister Emanuel Pfeifer bittet Pool-Besitzer, sich vor dem Befüllen in der Marktgemeinde zu melden. „Sie sollen mit dem Wassermeister Rücksprache halten.“ Wassersparen wird auch hier als Devise ausgegeben. Die Gemeindeverantwortlichen gehen mit gutem Beispiel voran: So bleibt der Marktbrunnen bis auf Weiteres trocken.
Diskussionen um die Swimmingpools
Unterdessen sorgen die privaten Swimmingpools für Diskussionen bis in die Landespolitik. Rund 66.000 Pools gibt es in der Steiermark. Vor der Corona-Pandemie waren es noch um die 48.000. Die Schwimmbecken werden im Frühling oft gleichzeitig befüllt – was Leitungsnetze an ihre Grenze bringen kann. Landesrätin Simone Schmiedtbauer schließt da auch „ordnungpolitische Maßnahmen“ nicht mehr aus. In der kleinen Gemeinde Pernegg hatte es kürzlich Probleme gegeben: Zu viele Pools waren gleichzeitig befüllt worden - das Wasser in den Gemeindeleitungen wurde knapp, der Druck fiel ab.
„Einem Gemeinde-Mitarbeiter fiel das auf. Wir haben über die Cities-App eine Information veröffentlicht, dass die Wasserversorgung zusammengebrochen ist und das Befüllen der Pools unverzüglich eingestellt werden muss“, schilderte Perneggs Bürgermeisterin Eva Schmidinger.
Wo gibt es am meisten private Pools?
Das Land Steiermark wertete mit Luftbildern aus, wie viele Pools es im Land gibt. Am meisten sind es demnach in den Bezirken Leibnitz (9,3 Pools pro 100 Einwohner), Graz-Umgebung (8,6) und Deutschlandsberg (7,7). Im Bezirk Weiz gab es 4131 Pools (4,5 Pools pro 100 Einwohner). Spitzenreiter im Bezirk: Die Gemeinden Mitterdorf (8,4), St. Margarethen (7,6), Ilztal (7,3), Albersdorf (6,5), Ludersdorf-Wilfersdorf (6,3) und St. Ruprecht (6,2). Im steilen Gasen gibt es übrigens keinen einzigen privaten Pool - dafür ein idyllisches Freibad, das von Ehrenamtlichen betrieben wird.