Die Gastronomie birgt viele Herausforderungen. „Aber im Tal ist es teilweise trotzdem ein bisschen härter als am Berg“, sagt Oliver Kotzinger, der mit seiner Frau Lilia in den letzten Jahren beide Welten kennenlernte.
Sechs Jahre lang, von 2015 bis 2021, schmissen sie das Alois-Günther-Haus auf dem Stuhleck. Dann siedelten sie zurück ins Waldviertel, wo sie ein Gasthaus führten. Anschließend zog es sie zum Roseggerhaus auf der Pretul, wo sie allerdings nur ein Jahr blieben.
Straße auf die Brunnalm „wie eine Autobahn“
„Im Winter war es dort leider sehr fad“, blickt man dieses Jahr zurück und begründet damit auch den Wechsel zur Pflanzlhütte auf die Veitscher Brunnalm. „Wir sind zufällig auf die Hütte gestoßen, aber jetzt sehr glücklich hier zu sein“, sagt Kotzinger. Die Zutaten für ein gutes Geschäft wären allemal gegeben: „Sowohl im Winter als auch im Sommer soll etwas los sein. Die Straße rauf ist außerdem fast wie eine Autobahn ausgebaut.“ Der Ruf der vorherigen Pächter sei ebenso sehr gut, 2025 wurde die Hütte sogar von Falstaff zu einer der besten in der Steiermark gewählt.
Herausforderungen gibt es aber natürlich trotzdem, ein Selbstläufer sei eine Hütte nie. „Das beginnt bei den Online-Bewertungen. Manche Gäste lächeln einem ins Gesicht, sagen nicht, dass etwas nicht gepasst hat und bewerten einen dann online schlecht. Die, die es gut finden, sagen es einem persönlich, schreiben meistens nichts.“ Auch die Art der Gäste, die zu zehnt kommen, von denen aber acht ihre eigene Jause mithaben und nur zwei etwas trinken, nehme auch zu.
„Vor allem muss das Essen stimmen“
Und dennoch: Die Erfahrung sowie ihre Leidenschaft für die Gastro lassen die beiden, die übrigens in der Hütte auch selbst kochen werden, sehr vorfreudig auf das neue Kapitel blicken: „Man muss natürlich ein dickes Fell mitbringen und braucht einen guten Kontakt zu den Gästen. Vor allem muss das Essen stimmen und das wird es.“
Hierbei setzen die beiden auf eine kleine, regionale Karte. Ein Highlight sollen die Rindfleischschmankerl sein, die kredenzt werden. Die Ripperl-Freitag-Tradition der Vorpächter werden sie nicht weiterführen, dafür stellen sie ein Stelzen-Grillen in Aussicht. Aufgesperrt wird erstmals am 23. Mai ab 10 Uhr. „Wir freuen uns alle, die vorbeischauen“, geben die Kotzingers noch mit.