„Ich habe nach der jüngsten Gemeinderatssitzung lange drüber nachgedacht und mit mehreren zuständigen Referenten gesprochen, in welche Richtung es für mich geht“, erklärt Seebodens Bürgermeister Thomas Schäfauer und lässt am Montagnachmittag gegenüber der Kleinen Zeitung die Bombe platzen: Der geplante Gewerbepark auf einem 9000 Quadratmeter großen Grundstück neben der Lurnfelder Straße ist Geschichte.

„Ich habe in den vergangenen Woche die Wirtschaftlichkeit des Vorhabens hinterfragt und überlegt, ob die Errichtung der Zufahrtsstraße vom Westen samt der Verlegung der Hauptwasserleitung von Spittal für viel Geld noch im Verhältnis steht zu dem Ertrag, den die Gemeinde aus der Realisierung des Gewerbeparks lukriert“, schildert Schäfauer. Jedoch seien für ihn die Umsetzung sowie das Risiko bei der Rohrverlegung einfach zu hoch.

Angesprochen auf die auf der östlichen Seite des Feldes geplanten Zufahrtsstraße und den Widerstand seitens der Anrainer und der Bürgerinitiative „Interessengemeinschaft Lurnfelder Straße“ antwortet der Bürgermeister nur knapp: „Aufgrund der Gegebenheiten ist die Entscheidung nun anders gefallen. Ich habe mich gefragt, warum das Projekt nicht noch in der Zeit von Altbürgermeister Wolfgang Klinar umgesetzt wurde. Damals lagen sämtliche Genehmigungen vor, unter anderem auch die für die Rohrverlegung, und trotzdem ist nichts passiert.“

Thomas Schäfauer verkündete am Montagnachmittag, dass der Gewerbepark nicht realisiert wird
Thomas Schäfauer verkündete am Montagnachmittag, dass der Gewerbepark nicht realisiert wird © Seeboden

Vorerst soll die Fläche unberührt bleiben beziehungsweise als mögliches Bauland in Betracht gezogen werden. „Die Option mit Bauen und Wohnen lassen wir uns offen. Damit wären auch die Anrainer einverstanden. Möglich wäre auch ein Grundstückstausch mit einem Landwirt, um die Fläche zu bewirtschaften“, sagt Schäfauer. Gemeinsam mit den Gemeindevorständen Horst Zwischenberger und Roman Grechenig bat er am Montagvormittag die Bürgerinitiative zu einem Gespräch, um ihnen von der Entwicklung zu erzählen.

Verfehlungen bei der Kommunikation

Bei diesem Treffen räumte er nochmal ein, dass Verfehlungen seitens der Gemeinde in der Kommunikation gegenüber den Bürgern gegeben habe. Nichtsdestotrotz sei man auch über das gescheiterte Projekt enttäuscht. „Es ist immer schade, wenn ein Projekt nicht umgesetzt wird. Fakt ist, dass wir dringend Gewerbeflächen brauchen, aber unter diesen Umständen geht es einfach nicht und das muss man sich auch eingestehen können“, so Schäfauer weiter.

Die Freude über diese Nachricht ist bei den Mitgliedern der Bürgerinitiative groß. „Dennoch möchten wir bei sämtlichen zukünftigen Bebauungsplänen auf dieser Wiese involviert werden“, sagt Anrainer Josef Gußnig.