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"Brauchen klaren Plan"Mahrer: „Polit-Streit um Seilbahnen ist völlig sinnlos“

Wirtschaftskammer-Präsident Mahrer lobt Intelligenz der Österreicher – und warnt vor „Zerreden“ der Impfung durch Politik

PK 'CORONAVIRUS - SOFORTMASSNAHMEN ZUR UNTERSTUeTZUNG DER TOURISMUSBETRIEBE': MAHRER
„Ich will unsere Wirtschaft wieder in Freiheit sehen“: Wirtschaftskammerpräsident Harald Mahrer © APA/HERBERT P. OCZERET
 

Sie sagten, es sei nicht die Stunde der Politik, sondern die der Wissenschaftler. Wie haben Sie das gemeint?
HARALD MAHRER: Wir brauchen einen klaren Plan Richtung Normalität und Freiheit. Dazu braucht es ein sehr gutes Contact Tracing, regelmäßige Massentests und eine möglichst hohe Durchimpfungsrate. Bei der Vorbereitung auf die Impfung ist es wichtig, dass die Politik sie nicht zerredet, sie hat in dem Thema nicht die Glaubwürdigkeit wie Experten. Auf dem Weg zur Freiheit schlägt jetzt die Stunde der Wissenschaft.

Was kann die Politik jetzt alles falsch machen?
Indem man jetzt anfängt über Zwang zu diskutieren. Die Politik hat die Organisation vorzubereiten und soll die Wirtschaft einbinden. Wir können zum Beispiel über die Betriebsärzte den Mitarbeitern Impfungen anbieten. Vor allem wer im Export tätig ist, wartet nur darauf, dass geimpft werden kann – bei uns gehen Telefone und Emails über.

Haben Sie Verständnis für jene, die sich nicht impfen lassen wollen?
Natürlich, denn es geht um den eigenen Körper, das muss jeder selbst entscheiden – auf Basis einer transparenten Information. Aktuelle Zahlen einer Umfrage sind extrem positiv: 51 Prozent sagen, sie würden sich definitiv oder eher schon impfen lassen. Nur 23 Prozent wollen sich sicher nicht impfen lassen. Der Rest ist unentschlossen.

Muss man Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen, klar sagen, dass sie von bestimmten Dingen ausgeschlossen sind?
Es ist auch jetzt so: Wenn ich nach Afrika reisen möchte, brauche ich für bestimmte Länder verpflichtend eine Gelbfieberimpfung. Das kann ich mir nicht aussuchen. Die Leute haben die Wahlfreiheit, ob sie hinfahren oder nicht. Wir können in Europa die Sache jetzt in den Griff bekommen – die Alternative sind weitere Lockdowns. Ich aber will die Wirtschaft wieder in Freiheit sehen – das geht nur, wenn wir alle diese Instrumente einsetzen.

Wie stehen Sie zum umstrittenen Konzept des Freitestens?
Das ist seit Monaten meine Forderung. Schauen Sie jetzt vor Weihnachten, bekommt man fast nirgendwo mehr einen Antigentest. Das zeigt, die Leute nutzen das Angebot. Ich bin total dankbar für Intelligenz und Feingefühl der Österreicher. Man braucht den Leuten kein Schnitzel fürs Testen zu schenken.

Um das Öffnen der Skigebiete herrscht ein Gezerre zwischen Ländern und Gesundheitsministerium.
Die Seilbahn-Wirtschaft hat ihre Hausaufgaben ganz, ganz früh exzellent gemacht. Das ist vom Ministerium approbiert worden – und jetzt wird das wieder zum politischen Streitthema. Das ist vollkommen sinnlos bei einem Freiluftsport.

Warum steht der Skisport so am Pranger?
Das hat sicher mit Ischgl zu tun. Man darf einen ganzen Ort aber nicht stigmatisieren – und schon gar nicht unseren perfekt ablaufenden Wintertourismus.

Auch der Handel hat sich gut vorbereitet und muss trotzdem wieder für dreieinhalb Wochen zusperren. Haben Sie dafür Verständnis?
Der Handel ist ein Leidtragender der Kontaktreduktion. Natürlich hätten wir im Sinne der Entzerrung von Kundenströmen gehofft, dass auch nach Weihnachten noch einiges an Geschäft eingefahren werden kann - das geht jetzt bitter verloren.

Sie haben die Rückkehr der Corona-App gefordert. Ist das realistisch?
Sie ist leider am Anfang diskreditiert worden. Jeder, der über eine Onlineplattform Essen bestellt, gibt mehr persönliche Daten preis, als beim Verwenden der Stopp-Corona-App. Es wäre ideal, diese mit den Massentests zu verknüpfen, denn dann habe ich keine Zettelwirtschaft.

Kann der Restwinter den Tourismus noch retten?
Der Winter ist noch lang. Der ganze Semesterferien-Februar bietet Potenzial. Wir wissen aber auch: Die Chancen derer, die von internationalen Gästen leben, liegen nicht in unserer Hand.

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Danke für Ihr Verständnis.

rouge
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Nachdem der Herr

Mahrer sicher jedes Jahr ein neues Smartphone bekommt, wird er gar nicht wissen, dass auf 4 Jahre alten Handys die App gar nicht funktioniert.

struge1
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Und da gibts noch

die Adlerrunde in Tirol, die dem Gesalbten den Weg bezüglich der Lifte vorgeben!

hfg
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Der größte Fehler in dieser Pandemie

War das Contact Tracing nicht technisch durchzuführen. In China gibt es 1 stellige Neuansteckungen weil durch das Telefon und andere technische Hilfsmittel alle Ansteckungen sofort unterbunden werden. Dort ist der normale Alltag schon lange wieder eingekehrt. Die Wirtschaft brummt und es gibt keine Toten und Lock Downs. In Europa glauben die Leute sie sind frei - werden aber trotzdem überall überwacht - nur die Vorteile einer technischen Lösung zur Bekämpfung einer Pandemie werden nicht genützt.
Aber Google, Amazon, Handydaten, Facebook, Instagram, Twitter, WhatsApp Kredit- und Bankkarten usw. jeder weiß alles und kann alles überprüfen. Aber wir glauben das die Daten geschützt sind und wir nicht überwacht werden - das ist völlig absurd.

leben123
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Warum Politstreit - im harten Lockdown Skigebiete zusperren!

Ich verstehe diese Diskussion um einen Politstreit über die Skigebiete nicht. Entweder ich habe einen "harten" Lockdown, dann sind auch die Skigebiete zu sperren, so wie es z.B. Italien betreibt. Dort gilt ein wirklich "HARTER LOCKDOWN", man darf dann auch die Heimatgemeinde nicht verlassen. Bei uns in Österreich dürfen - soviel mir bekannt ist - sogar Zweitwohnbesitzer ihre Wohnungen/Häuser aufsuchen, da es ihr Eigentum ist. Somit werden z.B. hunderttausende Wiener (oder natürlich auch aus anderen Bundesländern) über die Weihnachtsfeiertage verreisen, z.B. auch dann direkt in den Skigebieten wohnen - ist ja toll, dieser "harte Lockdown" in Österreich. Eh zu vergessen, wird in diesem Falle nur die Wirtschaft wiederholt geschädigt!

Trieblhe
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Es gibt aus meiner Sicht

überhaupt keinen Grund, wieso ich die Weihnachtsferien nicht im Zweitwohnsitz verbringen darf.

tim29tim
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Unheilige Allianz

Auf Grund der angestiegenen Todeszahlen hat das Parlament weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie in Österreich beschlossen.
Erschreckend, daß die NEOS gemeinsam mit den Corona-Leugnern der FPÖ gegen die notwendigen Corona-Maßnahmen gestimmt haben.

Lodengrün
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Warum

er ständig über Politik spricht. Er ist doch die Politik. Die Politik hat ihm all die guten Jobs wie NB gebracht. Auch seine Organisation macht fest Politik. Kurz und Blümel machen nichts ohne sich mit ihm abgesprochen zu haben. Also soll er nichts vortäuschen und uns zum Narren machen indem er wiederholt in der dritten Person spricht wenn er über die Politik spricht. Einfach Kurz anrufen und hoffen er spricht nicht gerade. Dem ist nämlich auch das Handy am Ohr angewachsen.

klaus59
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Mahrer

Ich kann ihn verstehen, wenn er für die Intelligenz der Österreicher dankbar ist. Wäre ich an seiner Stelle auch.

Mezgolits
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"Brauchen klaren Plan": Mahrer: "Polit-Streit um Seilbahnen ist völlig

sinnlos" - Vielen Dank - ich meine: Wir brauchen wieder ein klares Verfassungs-
gerichts-Urteil, weil: Die zufallsbedingten und ungespeicherten Solar- und
Windstromerzeugungen sind ebenfalls völlig sinnlos. Erfinder StM