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Keine Steuern, keine StromrechnungCoronavirus: Italien plant 10 Milliarden Euro schweres Wirtschaftspaket

Ausnahmezustand: Italiens Regierung will noch heute gigantische Unterstützungsmaßnahmen für die eigene Wirtschaft verabschieden, die Lombardei prüft eine dreiwöchige Schließung aller Betriebe.

Italiens Premierminister Giuseppe Conte
Italiens Premierminister Giuseppe Conte © AP
 

Die italienische Regierung will am Mittwoch ein Paket mit wirtschaftsfördernden Maßnahmen zur Eingrenzung der negativen Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie im Wert von circa zehn Milliarden Euro verabschieden. Beschlossen werden soll etwa die Aussetzung von Steuerzahlungen, Strom- und Gasrechnungen für Familien. Auch die Rückzahlung von Wohnungskrediten soll vorübergehend eingefroren werden, berichtete Vize-Wirtschaftsministerin Laura Castelli.

Von der EU-Kommission will Rom mehr Flexibilität beim Defizit fordern, sagte wiederum der italienische Industrieminister Stefano Patuanelli im Interview mit "Radio Capital" am Dienstag. Bisher hatte sich Italien mit der EU-Kommission auf mehr Ausgaben in Höhe von 7,5 Milliarden Euro geeinigt. Mit den Maßnahmen wird Italien die Drei-Prozent-Defizitschwelle sprengen.

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Der Minister erklärte, die Regierung sei sich bewusst, dass sie viele Opfer von den Italienern verlange. "Wir sind dazu gezwungen, weil unser Gesundheitssystem in eine Krise geraten könnte", sagte Patuanelli. Der Minister hatte sich selbst unter Quarantäne gestellt, nachdem einer seiner Mitarbeiter sich am Coronavirus infiziert hatte. Die zweiwöchige Quarantäne geht für den Minister am Mittwoch zu Ende.

Indes prüft die Lombardei eine bis zu dreiwöchige Schließung aller Betriebe sowie einen Stopp der Transport- und Logistikbranche. "Wir können nicht weitere drei Wochen mit einem derartigen Ansturm auf die Nothilfen und die Intensivstationen in den Krankenhäusern durchhalten", warnte der Gesundheitsbeauftragte der Lombardei, Giulio Gallera, bei einer Pressekonferenz in Mailand.

Italien droht die Rezession

Wie es in Italien wirtschaftlich weitergeht? Das Land werde dieses Jahr "eine ganz schwere Wachstumsschwäche erleben und wahrscheinlich in die Rezession fallen", sagte IHS-Chef Martin Kocher am Dienstag im Ö1-Morgenjournal.

Italien habe aber nicht erst seit Corona ein Problem, sondern wegen seiner mangelnden Produktivität schon länger, so Kocher zu den "Oberösterreichischen Nachrichten" (OÖN). "Die ohnehin moderaten Wachstumsprognosen für Italien von 0,5 bis 0,6 Prozent plus 2020 lassen sich nicht aufrechterhalten." Das Land werde Unterstützung benötigen.

Entscheidend sei die Dauer der Krise, so Kocher im ORF-Radio. In einigen Wochen lasse sich etwa im Industriebereich noch einiges aufholen. Für den Tourismus sei es schwieriger, er brauche Überbrückungshilfen und andere Maßnahmen wie Kurzarbeit. "Wer jetzt nicht ins Lokal geht, geht deswegen in drei Monaten nicht dreimal am Tag ins Lokal", erklärte der Ökonom.

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