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Coronavirus-EpidemieAußenministerium: Volle Reisewarnung für Italien

Nachdem Italiens Regierung wegen der Coronavirus-Epidemie die Reise- und Versammlungsfreiheit im ganzen Land einschränkt, ruft das Außenministerium Österreicher zur Rückkehr auf.

 

Das österreichische Außenministerium hat am Dienstag wegen des neuartigen Coronavirus eine volle Reisewarnung für Italien ausgesprochen. Die Sicherheitsstufe wurde auf die höchste Stufe 6 hinaufgesetzt, wie der Homepage des Außenministeriums zu entnehmen ist. Reisenden wird dringend nahegelegt, nach Österreich zurückzukehren. Dienstagmittag wurde bekannt, dass alle Österreicher, die sich in Italien befinden, vom Außenministerium heimgeholt werden sollen. Mehr dazu hier.

Hintergrund sei, dass die italienische Regierung ein Dekret veröffentlicht, das heute in Kraft getreten ist. Es sieht die Ausweitung der "roten Zone" vor, d.h. ein grundsätzliches Ein- und Ausreiseverbot sowie eine Beschränkung der Bewegungsfreiheit. Ausnahme seien lediglich zwingende berufliche Gründe, Notsituationen oder medizinische Gründe. Polizei und andere Ordnungskräfte kontrollierten das Vorliegen der Gründe. Indes plant Rom ein Wirtschaftspaket in Höhe von zehn Milliarden Euro.

Italiener stürmen Supermärkte

In der Nacht auf Dienstag  haben verunsicherte Italiener in der Nacht wenige offene Supermärkte gestürmt. In Turin, Rom, Neapel bildeten sich Warteschlangen von Kunden. Sie konnten nur in kleinen Gruppen die Supermärkte betreten, wie italienische Medien berichteten.

In Palermo musste die Polizei eingreifen, um Handgreiflichkeiten zwischen verärgerten Kunden in der Warteschlange vor einem Supermarkt zu verhindern. Daraufhin kündigte die Regierung an, dass es keine Engpässe bei der Lieferung von Lebensmitteln und anderen Waren gebe. Den Italienern sei es nicht verboten, das Haus zu verlassen, um einzukaufen. Es bestünde daher kein Grund, Lebensmittel zu horten.

Inzwischen wurden Polizeikontrollen auf den Zugangsstraßen zu den Metropolen eingeführt. Autofahrer können aufgefordert werden, zu begründen, warum sie unterwegs sind. Vor allem an der Einfahrt zu Mailand wurden Autofahrer kontrolliert, wie italienische Medien berichteten.

"Ich bleibe zu Hause"

Regierungschef Giuseppe Conte rief die Italiener am Montagabend dazu auf, landesweit auf Reisen zu verzichten. Das Dekret kündigte er mit dem Slogan "Ich bleibe zu Hause" an. Trotz Einschränkungen sollen die Grenzen offen bleiben, das Schengen-Abkommen, das Reisefreiheit ohne Grenzkontrollen in der EU garantiert, wird nicht ausgesetzt. Er kündigte zudem ein Versammlungsverbot an, das am Dienstag in Kraft treten soll. Die Schulen und Universitäten in ganz Italien bleiben bis zum 3. April geschlossen.

Bei den öffentlichen Verkehrsmitteln soll es zu keinen Beschränkungen kommen. Man wolle somit den Menschen erlauben, zur Arbeit zu gehen, erklärte der Premier bei einer Pressekonferenz in Rom. Sportliche Veranstaltungen sollen ganz ausgesetzt werden. Zuvor hatte die Regierung bereits die Schließung aller Skigebiete angeordnet.

"Epidemie wächst noch"

Auf den italienischen Flughäfen soll weiterhin mit Thermoscanner die Temperatur der Passagiere gemessen werden. Der lombardische Präsident Attilio Fontana begrüßte die jüngsten Maßnahmen der Regierung Conte, er meinte jedoch, sie seien angesichts der eskalierenden Coronavirus-Infektionen noch ungenügend. "Die Zahlen zu den Infektionsfällen sagen uns, dass die Epidemie noch wächst. Das bedeutet besonderen Druck auf das Gesundheitssystem. Nur mit der Einhaltung noch strengerer Regeln können wir diese Epidemie überwinden", so Fontana.

Conte erklärte, die 20 italienischen Regionen seien mit den beschlossenen Maßnahmen einverstanden. Die öffentliche Gesundheit habe über alles den Vorrang, weshalb Bürger Opfer bringen und ihren Lebensstil ändern sollen. "Dies ist Zeit der kollektiven Verantwortung. Wir müssen alle auf etwas verzichten. Wir werden die Epidemie besiegen, wenn wir noch drastischere Maßnahmen zum Schutz unserer Bürger ergreifen. Wir schaffen keine ́rote Zone ́, sondern ganz Italien wird zur geschützten Zone", erklärte der 55-jährige Regierungschef.

Wirtschaftskrise

Conte, der sich mit der EU-Kommission auf zusätzliche Defizitflexibilität in der Größenordnung von 7,5 Milliarden Euro zur Begrenzung der negativen Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie auf die italienische Wirtschaft geeinigt hat, will von Brüssel noch mehr Spielraum fordern. "Wir denken an die Möglichkeit, Brüssel eine höhere Forderung zu stellen", sagte Conte. Die Regierung hatte vergangene Woche ein Maßnahmenpaket mit wirtschaftsstützenden Maßnahmen verabschiedet.

Der parteilose Premier verurteilte die Revolten, die aus Protest gegen die wegen der Epidemie ergriffenen restriktiven Maßnahmen in 27 italienischen Gefängnissen ausgebrochen sind. Die Regierung werde sich um höchste Vorsichtsmaßnahmen in den italienischen Strafanstalten bemühen. Revolten, Insassenflucht und Verwüstungen seien jedoch nicht tolerierbar, sagte Conte.

463 Tote

Die europaweit beispiellosen Maßnahmen wurden von der Regierung ergriffen, nachdem auch am Montag die Zahl der Coronavirus-Opfer weiterhin drastisch gestiegen ist. Innerhalb eines Tages erlagen 97 Menschen der neuartigen Lungenkrankheit. Damit stieg die Zahl der Todesopfer auf 463. Die Zahl der Infizierten kletterte auf 7.985, am Sonntag waren es noch 7.375 gewesen.

Zu den 724 Genesenen zählt inzwischen auch der "Patient 1", der erste am Coronavirus infizierte Italiener. Am Montag konnte er aus der Intensivstation des Krankenhauses der lombardischen Stadt Pavia entlassen werden, er atmet mittlerweile selbstständig. Der 38-jährige Manager des Konzerns Unilever hatte sich wahrscheinlich im Krankenhaus der lombardischen Stadt Codogno angesteckt. Sein Zustand war von den Ärzten als kritisch bezeichnet worden. Er war mit seiner im achten Monat schwangeren Frau ins Spital eingeliefert worden, die inzwischen genesen ist.

Corona: Wie verhalte ich mich richtig?

Wenn Sie bei sich Erkältungssymptome bemerken, dann gilt zunächst: zu Hause bleiben und Kontakte zu Mitmenschen meiden! Tritt zusätzlich Fieber auf oder verschlechtert sich der Zustand, dann sollte das Gesundheitstelefon 1450 angerufen werden. Bei allgemeinen Fragen wählen Sie bitte die Infoline Coronavirus der AGES: 0800 555 621 .
Die Nummer 1450 ist nur für Menschen mit Beschwerden! Es gilt: Zuerst immer telefonisch anfragen, niemals selbstständig mit einem Corona-Verdacht in Arztpraxis oder Krankenhaus gehen!

Coronavirus-Infopoint

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UHBP
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Keine Panik!

Die Menschheit wird es überleben.
Natürlich wird es auch bei uns Tode geben, aber die haben wie bei der Grippe (im Schnitt ungefähr 5 pro Tag, aufs Jahr gerechnet) auch.

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Geerdeter Steirer
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Genau so schaut's aus @UHBP, ...........

die Hysterie und Panik bewegt gerade das Gegenteil, pflichtbewusste wie verantwortungsvolle Verhaltensweisen sind da der beste und effizienteste Weg, da bin ich wiederum bei meinem Leitsatz im Leben mit dem "weniger ist mehr" !

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mari73
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Verständlich, dass man nachhause will

. . . doch es wäre sinnvoll nach der Rückkehr aus den Risiko-Gebieten sich in (zumindest) freiwillige Selbstquarantäne zu begeben. Seinem Umfeld und der Risikogruppe zuliebe. Mittlerweile wissen wir ja alle, dass man das Virus auch ohne Symptome (Fieber......) weitergibt. Es macht fassungslos und traurig die Berichte aus Italien zu lesen. Vielleicht kann man noch verhindern, dass es bei uns zu solchen unmenschlichen Situationen kommt. Mein Mitgefühl an alle Betroffenen und die Menschen im Gesundheitsbereich in unserem Nachbarland.

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Sam125
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Österreicher die jetzt von Italien zurück kommen,müssen ohne wenn und aber

natürlich sofort mindestens 14 Tage unter Quarantäne gestellt werden!!

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huckg
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Italien : Österreich

Müssen unsere Bürger schützen! : Müssen unser Wirtschaft (und Wirtschaftsbosse) schützen!

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huckg
38
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Unglaublich die Unfähigkeit unsere Politker

Mir scheint der Fasching wurde verlängert, oder wie ist es sonst zu erklären, dass Tage und Wochen vertan werden mit Selbstlob der Regierung und "Wir haben alles im Griff, seit nur ein bisschen Achtsam und wäscht die Hände".
Veranstaltungen und Unis bleiben offen, und der Virus verbreitet sich munter weiter. Dann heißt es: "Es war Alternativlos." Für mich ist der Bundeskanzler der Kopf vom Fisch ...

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selbstdenker70
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...

Was Italien macht ist mehr als grenzwertig. Auf 60 Mio!!! Einwohner kommen etwas über 7.000!!! infizierte, und sie stellen das ganze Land unter Quarantäne und greifen somit massiv in die Freiheit des einzelnen ein und erzeugen somit auch eine total hysterische Bevölkerung. Von den wirtschaftlichen Folgen für uns alle ganz zu schweigen. Fällt Italien wirtschaftlich ins bodenlose, fällt der Euro. Da kommt noch etwas ganz großes auf uns zu...

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Kristianjarnig
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Ich lebe und arbeite in Süditalien(Apulien)....

....@selbstdenker70

Was Sie beschreiben trifft nicht auf den Großteil der Bevölkerung zu, die ist nämlich diszipliniert, hält sich an die Regeln und ist froh das Italien zu ähnlich drastischen Mitteln wie China greift um das ganze unter Kontrolle zu bringen.
Natürlich gibt es immer welche die glauben das das alles natürlich nur anderen passiert und das die Regeln für sie nicht gelten. Kommt es hart auf hart sind die Italiener diszipliniert

Lt. chinesischen Studien kann der Virus sich bis zu 30 Minuten in der Luft halten(!), als Tröpfchen auf Oberflächen sogar Stundenlang. Ein Abstand von 1-2m sei nach dieser Studie nicht ausreichend, eher das doppelte. Und die Chinesen hatten wahrlich genug Fälle um diese Studie glaubhaft erscheinen zu lassen.

Ich kann mit den Eingriffen in meine private Freiheit leben, wenigstens versucht die Regierung etwas. Warten Sie mal ab wieviele Infizierte wir in 14-19 Tagen haben werden.

Und tja, bei einer Pandemie kann es Probleme mit der Wirtschaft geben. Das ist ein Nebeneffekt mit dem alle von uns zu leben lernen müssen. Wohlstand ist gut, sollte aber nie auf Kosten der Gesundheit erreicht werden. Und wir stellen derzeit (noch) die Wirtschaft an oberste Stelle. Bis es vielleicht mal zu spät ist.

Besser überreagieren als die Gefahr zu verpennen würde ich salopp ausdrücken und ich bin froh darüber. Man hat nur ein Leben und zuviele haben ihres bereits verloren. Und es werden viele weiter Folgen bis das alles überstanden(hoffentlich) ist.

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andrea1901
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Nicht

zu glauben, einfach ohne Worte, da wird eine ganze Region abgeriegelt und gleichzeitig sollen alle zu uns zurückkehren und somit das Virus vermehrt einschleppen, anstatt in Österreich Massnahmen zu treffen. Diese Regierung ist unfähig

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Kristianjarnig
4
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Naja @andrea1901

Wären Sie irgendwo im Ausland "gestrandet" wären Sie recht froh wieder nach Österreich zu dürfen. U.U. vielleicht sogar für medizinische Behandlungen? Und dann sagt Ihnen jemand - "bleibens da wo Sie sind, wir wollen Sie nicht in Österreich".....

Immer etwas zu ende denken bevor man postet würde ich sagen/schreiben.

Bin selbst Auslandsösterreicher(Italien), komme selbstverständlich NICHT zurück weil ich meine Familie nicht alleine hier unten lasse. Und weil ich auch Verpflichtungen an Italien bzw. meinen Arbeitsgeber habe. Werden wohl viele andere auch so sehen, keine Sorge also.

Trotzdem finde ich Ihren Standpunkt hartherzig und egoistisch.

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homerjsimpson
10
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Ist das Außenministerium nicht ganz wach?

Wenn es in Italien eine Sperrzone gibt und vermehrt Fälle, dann sollen ausgerechnet von dort die Leute alle zu uns her reisen und potentiell den Virus mitbringen???? In so einer Situation sollte möglichst wenig unnötig gereist werden. Genauso sollte nicht jeder der einmal hustet ins Krankenhaus.
Mit so unverantwortlichen Aktionen steigt ein Verbreitungsrisiko, auch wenn ich weiter der Meinung bin, dass Corona wenig gefährlich ist. Aber was in Italien gerade passiert, ist schwer einzuschätzen. Wenn jetzt wer mit Sterblichkeit wieder kommt: Allein in China sterben im Jahr rund 2 Millionen Menschen (einfach so). An Corona laut Meldungen 3000 Leute. Das sind rund 0,15% der Sterbefälle eines Jahres. Nicht nichts, aber wenig.

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Geerdeter Steirer
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@homerjsimpson, dem Kommentar und der Meinung ist nichts beizufügen, ......

unfähiger und hirnbefreiter kann eine Empfehlung der Regierungsbonzen nicht sein !
Natürlich soll der Teufel nicht an die Wand gemalt werden, jedoch durch solche Handlungsempfehlungen produziert man die Infektionsgefahren um das X - fache !

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homerjsimpson
10
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Ups eine 0 zu wenig...

...20 Millionen sterben im Jahr in China, also 0,015%..... Also ruhig und vernünftig bleiben, und wenn manche jetzt lernen besser Hände zu waschen: Umso besser.... :-)

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lombok
15
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@homer

Ich wollte "eigentlich" gerade dasselbe schreiben. Ist nun nicht nötig, da ich zu hundert prozent Ihrer Meinung bin. Unsere Regierung ist nicht zu retten.

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limbo17
13
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Und der nächste Unfug dieser Regierung!

Wieso fordert man eventuell Kranke auf nach Österreich zu kommen?
Sind wir wieder einmal Solidarisch und wollen auch mehr Kranke?
Diese Regierung ist eine Krankheit für Österreich!

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infomenü
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Italiener die in Österreich arbeiten?

Was ist mit ihnen? Die meisten pendeln wöchentlich zu uns? Nach wie vor...

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walterkaernten
5
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ÖSTERREICHER in ITALIEN

Wichtig wäre, die RÜCKKEHRER zu testen bevor sie in ÖSTERREICH weitere menschen anstecken.

Sollte doch möglich sein.

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9956ebjo
6
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Hilft das wirklich?

Corona Virus ist erst knapp vor Ausbruch nachweisbar

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walterkaernten
3
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SELBSTKONTROLLE und EIGENVERANTWORTUNG

@9956ebjo
Ich hoffe, dass die betroffenen so viel eigenverantwortung entwickeln und in den darauffolgenden 14 tagen zu hause bleiben. Sich so verhalten wie es laut EXPERTEN empfohlen wird.

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romagnolo
3
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Es ginge darum auch asymptomatische Virusträger zu identifizieren.

Es würde also schon etwas bringen, wobei natürlich nie 100 % identifiziert werden können.

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ChihuahuaWelpe56
7
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Angesichts der Massenhysterie habe ich eine Frage:

im Falle des Falles, dass Versicherungen zb die Ablebensversicherung im Todesfall eines Corona-Opfers zahlen müssten, können sie sich dann herauswinden und sagen: „es war ja eine EPIDEMIE und sie zahlen deshalb die notwendige Kreditabsicherung nicht?

Diese Frage ist ernst gemein und an die Redakteure der Kleinen Zeitung gerichtet, denn ich vermute durchaus, dass es Interesse in der Bevölkerung zu diesem Thema gibt! Und bitte „versteckt“ nicht wieder einen daraus resultierenden Folgeartikel hinter der „Bezahlschranke“, denn ich kann auch einfach bei meinem Versicherungsvertreter oder in der AK nachfragen!

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