Kurzes T-Shirt, Radlerhose und Sonnentanken in den Gastgärten. Wie in vielen steirischen Gemeinden, waren Temperaturen auch in der Obersteiermark in den vergangenen Tagen im zweistelligen Bereich. Rund um die 15-Grad-Marke ließ es sich gerade jetzt nach dem meteorologischen Frühlingsbeginn Anfang März auch ohne Winterjacke gut im Freien aushalten. Erst recht nach den kalten Tagen.
Hagelkörner
Dann für manche doch überraschend: Mittwochmittag zog ein Gewitter durch das Mürztal. Seinen Ausgang nahm das Wetter im südlichen Niederösterreich über der Buckligen Welt in Kirchschlag und zog dann Richtung Steiermark. Im Raum Neuberg und Mürzsteg ging dann sogar Hagel nieder, auch im Bereich Steinhaus am Semmering fielen kleine Hagelkörner.
Höhentief & Wetterwarnung
„Es ist tatsächlich das erste kräftigere Wärmegewitter der Saison“, erklärt Meteorologe Roland Reiter von Ubimet. Schuld ist ein so genanntes Höhentief in den oberen Luftschichten. „In einer Höhe von 5500 Metern hat es etwa minus 26 bis 28 Grad“, so Reiter. In einer Höhe von etwa 1500 Metern dann nur mehr um die null Grad Celsius.
Dieser Unterschied macht die Luftmassen so labil und anfällig, Blitz und Donner sind dann keine Seltenheit, auch heftiger, örtlich begrenzter Niederschlag. Mittlere Unwetterwarnungen mit Gefahr für Gewitter gibt es laut UWZ.at auch für die Bezirke Weiz, Südoststeiermark, Graz-Umgebung und Hartberg-Fürstenfeld.
Außergewöhnlich viele Blitze
Am späteren Mittwochnachmittag registrierte die Ubimet in der Steiermark bereits 922 Blitze, besonders viele davon unter anderem im Bezirk Weiz. „Wir rechnen, dass es noch 1000 in Summe werden“, erklärt Reiter. Das ist außergewöhnlich. Im gesamten Monat März gibt es durchschnittlich (Zehn-Jahres-Mittel) ansonsten nur 333 Blitze.
Damit war die Steiermark am Mittwoch gegen 16. 30 Uhr auch österreichweit Spitzenreiter: Im ganzen Bundesgebiet gab es 1350 Blitze, der Rest entfiel im Wesentlichen auf Niederösterreich und das Burgenland.