Am 22 September starten die Metaller-Lohnverhandlungen mit dem größten Industrieverband, der Metalltechnischen Industrie (MTI). Im Vorjahr wurde aufgrund eines Zweijahres-Abschlusses nicht verhandelt, umso größer ist die Spannung – und teilweise Anspannung – vor den diesjährigen Kollektivvertragsrunden. Reinhold Binder, Chefverhandler der Produktionsgewerkschaft (PROP-GE), meinte zuletzt im Interview mit der Kleinen Zeitung, dass „man in Krisenphasen möglicherweise auch Schritte mit sehr viel Kreativität und Wachsamkeit setzen muss“. Auch die Arbeitgeberseite pocht auf „kreative Lösungen zur sukzessiven Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit“, wie es Christian Knill, Obmann des Fachverbands Metalltechnische Industrie, formuliert. Klar sei, dass die Ausgangssituation „sehr schwierig“ ist. Sein Appell: „Wir müssen neue Lösungen finden, um die Lohnstückkosten wieder auf das europäische Niveau zu bringen.“ Die Verhandler seien „heuer besonders gefordert“. Er habe den Eindruck, dass allen Seiten, also auch der Gewerkschaft, „die Dramatik bewusst ist“. Die rollierende Inflation, die als Basis für die KV-Verhandlungen herangezogen werden dürfte, soll bei 2,8 Prozent liegen. Auf prozentuelle Festlegungen will sich Knill hinsichtlich des KV nicht einlassen, er betont aber: „Im Idealfall schließen wir in den nächsten Jahren so ab, dass wir das, was wir in den letzten Jahren an Wettbewerbsfähigkeit verloren haben, wieder hereinholen.“
Warnung vor Herbstlohnrunde
Metallindustrie: „Innerhalb von zwei Jahren 10.000 Jobs verloren“
Die Metaller-Verbände verhandeln nach dem letzten Zweijahresabschluss heuer wieder über einen neuen Kollektivvertrag. In der Metalltechnischen Industrie, die heuer ein drittes Rezessionsjahr befürchtet, spricht man von einer „schwierigen Ausgangslage“ und fordert „kreative Lösungen zur sukzessiven Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit“.
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