Der Zoll-Deal zwischen den USA und der EU, der u. a. einen Basiszollsatz von 15 Prozent für US-Exporte von EU-Unternehmen vorsieht, schlägt weiter hohe Wellen. Wie berichtet, wird das Abkommen, bei dem freilich noch viele maßgebliche Details offen sind, in Wirtschaftskreisen durchaus skeptisch bewertet. Auch der Weizer Industrielle Christian Knill, geschäftsführender Co-Gesellschafter der Knill-Gruppe und Obmann des Fachverbands der Metalltechnischen Industrie (FMTI), reiht sich in die Riege der Kritiker ein. Zwar gesteht er im Gespräch mit der Kleinen Zeitung zu, dass die Einigung „nun hoffentlich mehr Planbarkeit mit sich bringt und die Unternehmen bei ihren US-Geschäften nicht weiterhin monatlich vor neue Unwägbarkeiten stehen“. Dennoch gehe damit ein Mehr an Handelshemmnissen einher, „das ist gerade in einer so schwierigen wirtschaftlichen Phase nicht förderlich, die Zölle erschweren den Weg aus der Rezession“. Für die rund 1200 Unternehmen im FMTI, sie beschäftigen direkt mehr als 140.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sind die USA der zweitwichtigste Exportmarkt. Die EU habe sich bei dem Deal „schon etwas über den Tisch ziehen lassen“, so Knills Befund. Auch wenn er relativierend anmerkt, dass Europa teils auch hohe Zölle auf US-Importe einhebt, „besser wäre es natürlich gewesen, beidseitig die Zölle zu senken oder ganz zu streichen“. Die nunmehr entstehenden Mehrkosten werden letztlich auf die Konsumenten durchschlagen.