Im Juni stieg die Zahl der Nächtigungen in den heimischen Hotels im Jahresvergleich um 13,9 Prozent auf 13,38 Millionen Übernachtungen. Allerdings ist dies nicht nur auf ein erhöhtes Interesse der Gäste zurückzuführen, sondern auch auf den Kalender: Fronleichnam und Pfingsten fielen heuer in den Juni. Jedenfalls war der Juni 2025 der nächtigungsstärkste Juni seit Beginn der Aufzeichnungen 1972, rechnet die Statistik Austria vor.
Der Juli präsentierte sich mit seinen vielen Regentagen in Österreich indes wenig sommerlich. Hat sich das auf die Buchungslage ausgewirkt? Walter Veit, der Präsident der Österreichischen Hotelvereinigung (ÖHV), bestätigt am Donnerstagabend in der ZiB2, dass der Juli unter den Erwartungen lag und Betten auch leer geblieben sind. „Das liegt stark am Wetter“, so Veit. „Wir hoffen auf einen starken August.“ Zudem sei das Bild in Österreich derzeit sehr differenziert, die westlichen Bundesländer, Vorarlberg, Tirol und Salzburg seien auch im Juli gut gelaufen, „andere Bundesländer schwächeln“. Veit verweist aber auch auf einen anhaltenden Trend: Der Herbst laufe immer besser, man hoffe da auch auf eine Entzerrung der Gästeströme und auf einen erfolgreichen September.
Weniger Gäste aus Deutschland
Der Hotellerie-Präsident räumt aber ein, dass deutsche Gäste weniger geworden sind. Deutschland sei zwar – vor Österreich selbst – noch immer der größte Herkunftsmarkt, doch sowohl in Deutschland als auch in Österreich „krankt die Wirtschaft, der Motor stottert in vielen Wirtschaftsbereichen.“ Veit: „Die Leute schauen mehr aufs Geld, beim Urlaub kann man leichter sparen.“ Etwa in Form geringerer Ausgaben vor Ort oder einer kürzeren Aufenthaltsdauer. Wachstumsmärkte wie die USA, aus denen deutlich mehr Ankünfte verzeichnet werden, „können nicht kompensieren, was wir jetzt am deutschen Markt verloren haben“. Veit zeigt sich dennoch betont optimistisch in Hinblick auf das Gesamtjahr.
Ertragskraft geht zurück – trotz Preiserhöhungen
Ist Urlaub in Österreich zu teuer geworden? Veit sieht nach wie vor „ein sehr, sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, auf das wir stolz sein können“. Klar sei aber auch, dass Österreich kein Billiglohnland sei. Insgesamt könne man die Preisentwicklungen durch die Teuerung „nicht so weitergeben, wie wir es wirtschaftlich gebraucht hätten“. Veit: „Auch bei sehr guter Auslastung werden die Erträge weiter zurückgehen.“ Das habe das erste Halbjahr gezeigt: „Trotz Preiserhöhungen und sehr guter Auslastung ist die Ertragskraft unserer Branche stark zurückgegangen“.
Der Umstand, dass die Inflation in den Bereichen Restaurants und Hotellerie überdurchschnittlich ausfällt, habe auch damit zu tun, dass man weiterhin neue Mitarbeiter aufnehme, teils nach wie vor Fachkräftemangel herrsche, „die können bestimmen, was sie bei uns verdienen wollen“, so Veit. Zudem kaufen Hotels zu 90 Prozent bei heimischen Betrieben und Lieferanten ein, so Veit. Die gesamte Branche bekomme die Teuerung überdurchschnittlich zu spüren.
Große Unterschiede zwischen den Bundesländern
Was laut Daten der Statistik Austria im Juni aufgefallen ist: Erhebliche Unterschiede unter den einzelnen Bundesländern: Niederösterreich verzeichnete sogar ein Minus von 0,6 Prozent, während Vorarlberg einen Zuwachs von 25,9 Prozent schaffte, auch in Tirol und Salzburg lag der Anstieg bei mehr als 20 Prozent. Wien brachte es auf ein Plus von 1,2 Prozent. In Kärnten lag das Plus bei 14,1 Prozent – auf 1,578 Millionen Nächtigungen im Juni, die Steiermark verbuchte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einen Zuwachs von 7,9 Prozent auf 1,351 Millionen Nächtigungen.
Im Juni verzeichnete Österreich einen Anstieg der Nächtigungen von Gästen aus dem Ausland auf 9.35 Millionen (plus 18,0 Prozent im Jahresvergleich). Allein die Nächtigungen von Gästen aus Deutschland nahmen dabei um 30 Prozent auf 5,51 Mio. zu. Gleichzeitig stiegen auch die Übernachtungen von Urlaubern aus Österreich um 5,2 Prozent auf 4,03 Millionen.
Sommersaison bisher über dem Vorjahr
„Trotz des etwas schwächeren Mai liegt die Sommersaison damit bis jetzt um 3,1 Prozent über den Zahlen des Vorjahres“, sagte zuletzt Thomas Burg von der Statistik Austria. In der bisherigen Sommersaison 2025 (Mai und Juni) wurden insgesamt 21,92 Mio. Nächtigungen gemeldet, ein Zuwachs von 3,1 Prozent. Davon entfielen 14,60 Millionen auf Gäste aus dem Ausland (plus 3,2 Prozent) und 7,32 Millionen Nächtigungen auf Österreicherinnen und Österreicher, ein Anstieg von 2,8 Prozent im Vergleich zum Sommer 2024.