Die Schnittmenge zwischen Wirtschaft und Wissenschaft in Kärnten ist schon jetzt groß. Die Wirtschaftskammer und Universität Klagenfurt wollen ihre Partnerschaft noch vertiefen und Brücken in die heimischen Betriebe bauen, wie am Mittwoch bei der Unterzeichnung einer neuen Kooperationsvereinbarung betont wurde. Profitieren sollen Studierende wie Unternehmer gleichermaßen.

„Selbst geschnitzte Fachkräfte, die dem Standort helfen, bekommen wir, wenn attraktive Studien angeboten werden“, ist Rektorin Ada Pellert, die Initiativen wie die „HiTech-Heldinnen“ oder die Informatikwerkstatt hervorhob, überzeugt. Am Beispiel des Schwerpunkts „Robotics und AI“ zeige sich, dass auch außeruniversitäre Forschungseinrichtungen wie Joanneum Research mitziehen. So würden noch einige neue Start-ups entstehen. Viel Potenzial sehen WKK-Präsident Jürgen Mandl und bildungspolitischer Leiter Andreas Görgei in der Verschränkung von KMU und Universität.

Co-Abhängigkeit: Bildung und Wettbewerbsfähigkeit

Man habe zehn erfolgversprechende Themen definiert. Teil der ab dem nächsten Semester startenden Kooperationsprojekte ist die Analyse und Lösung von Problemstellungen in der Praxis, etwa im Hightech-, IT- oder Export-Bereich. „Diese Zusammenarbeit in einem exportorientierten Land im Alpen-Adria-Raum hebt das Gesamtniveau. Der Ruf von Standort und Universität hängen voneinander ab. Höhere Bildungsstandards bedeuten auch eine höhere Wettbewerbsfähigkeit“, so Mandl. Gemeinsam wolle man auch den Austausch mit Hochschulen in Slowenien und dem Veneto verstärken.

Studierendenproblem: Wohnsituation verbessern

Angegangen werden soll laut Görgei und Vizerektor Peter Schlögl auch die problematische Wohnsituation, also der Mangel an Studentenheimen und Heimplätzen. Um mehr Wohnraum aufzutreiben, habe die Immobilien-Fachgruppe ihre Unterstützung zugesagt, um geeignete Objekte zu finden und gemeinsam anzubieten. Zudem sei die Wirtschaftskammer selbst Vermieter. Man setze sich auch für eine Änderung der Bauordnung in Klagenfurt ein, um die Genehmigung zusätzlicher Studentenheime zu beschleunigen.

Um neben dem Wohnen auch die Vereinbarkeit von Bildung und Beschäftigung zu erhöhen, will die Uni, die mit ihrer „M/O/T School of Management“ österreichweiter Partner des Wifi ist, auch ihre Studienformate anpassen und neue entwickeln. Rektorin Pellert: „Duale Studien, die Arbeiten und Studieren verbinden, sind ein Erfolgsmodell.“ Durch die stärkere Vernetzung mit Arbeitgebern sollen heimische wie internationale Studierende nach ihrem Abschluss in Kärnten gehalten werden.