Die Energiemärkte sind in Bewegung. Und obwohl die reinen Strompreise seit Monaten sinken, werden auch die Haushalte in Kärnten durch gestiegene Netzkosten stärker belastet. Zuletzt wurden seitens der E-Control ein Bruttopreis von 12 Cent pro Kilowattstunde als „guter Richtwert“ bezeichnet.

Dass Kunden des Kärntner Energieversorgers mehr bezahlen, begründet Alexander Jordan, Vertriebsleiter der Kelag, mit einer „mehrjährigen Beschaffungsstrategie“ auf den Terminmärkten: „Damit stehen für die laufende Periode 90 Prozent schon Ende 2024 fest.“

Heuer keine Tarifsenkung?

Man beobachte die Märkte. Ob noch heuer eine Tarifsenkung kommen könnte? Jordan: „Aktuell ist nichts geplant.“ Die momentanen Entwicklungen würden sich anteilig in folgenden Perioden, sprich 2026, auswirken. In der Preispolitik bestätigt fühle man sich durch einen positiven Zählpunktsaldo, also Zuwächse, über die Energiekrise hinweg.

Spot-Preis: Mit Stromverbrauch „verdienen“

Der im Frühjahr eingeführte Spot-Tarif mit flexiblen, stundenweisen Börsenpreisen spiele hier noch keine große Rolle: Die Abschlüsse seien im niedrigen dreistelligen Bereich. „Nur wer relevante Verbraucher aktiv steuern kann, profitiert von den günstigen Stunden“, merkt Jordan an. In den letzten 30 Tagen habe es eine große Bandbreite gegeben von minus 25 Cent (Negativpreis) bis maximal 24 Cent/kWh. Zur sonnigen Mittagszeit mit viel PV-Überschuss im Netz erhielt man also sogar Geld für den Stromverbrauch. An Tagesrandstunden kann Strom überdurchschnittlich teuer kommen.

„40.000 Kärntner noch nicht umgestiegen“

Seitens der Kelag wird darauf hingewiesen, dass rund 40.000 Kärntner Kunden noch nicht auf den günstigeren Tarif umgestiegen sind und höhere Konditionen bezahlen. Man weise darauf hin, dass ein Vertragsumstieg aufgrund der aktuellen Rechtslage aktiv erfolgen müsse.