Gleich zwei neue Tarife werden von der Kelag künftig angeboten. Während der Photovoltaik-Einspeisetarif „Sonnenwert“ ausschließlich PV-Anlagenbesitzer betrifft, gibt es mit dem „Strom Pro“ ein neues Angebot für alle Bestands- und Neukunden, das trotzdem nur für gewisse infrage kommen dürfte.

Mit 1. März wird erstmalig ein flexibler Stromtarif eingeführt. Grundvoraussetzung dafür ist ein Smart Meter, da dieser Viertelstundenwerte liefert. Die Preise schwanken stündlich, abhängig von den Entwicklungen an der Strombörse „Epex Spot AT“, und werden jeweils am Vortag festgelegt.

Preisniveau kann deutlich niedriger liegen

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag steigt der Arbeitspreis pro Kilowattstunde (kWh) von 15 Cent tagsüber auf eine Spitze von 21 Cent und fällt dann wieder. Hinzu kommt eine Abwicklungsgebühr (1,6 Cent/kWh). Die Eigenheit: Nach den Wintermonaten, auch weil mehr (PV- und Wasser-) Strom im Netz ist, kann das Preisniveau deutlich niedriger liegen.

Vertriebsleiter Alexander Jordan: „Der flexible Tarif birgt auch Risiken“
Vertriebsleiter Alexander Jordan: „Der flexible Tarif birgt auch Risiken“ © Kelag

„Es ist ein Schritt in die moderne Energiewelt“, sagt Kelag-Vertriebsleiter Alexander Jordan. Diesen als Kunde zu machen, werde aber nur empfohlen, wenn man bereit sei, den Energiebedarf größerer Stromverbraucher gezielt in kostengünstige Stunden zu verlagern und sich laufend mit den Entwicklungen des Strommarkts auseinandersetze. Ersteres sei besonders mit PV-Anlagen und -Speichern, Wärmepumpen oder Smart-Home-Systemen möglich. Bei der Smart-Meter-Ausrollung stehe die Kärnten Netz bei 98 Prozent. Jordan: „Ein flexibler Tarif hat auch Risiken, da man den positiven wie negativen Preisentwicklungen ausgesetzt ist.“

Preisgarantie verlängert, neuer Sozialtarif

Die klassische Fixpreisvariante bleibt erhalten, die Preisgarantie für „Vorteilstarife“ werde bis Jahresende verlängert. Diese wäre Ende März ausgelaufen und erfolge automatisch. Anders als die Tiwag, die ihren Strompreis in Tirol mit Jahresbeginn auf 11,76 Cent/kWh brutto senkte, halte die Kelag an den 16,68 Cent (inklusive Steuer) fest. Für einkommensschwache Haushalte wird hingegen, in Ergänzung zur bestehenden „Sozialsäule“, ein vergünstigter Stromtarif eingeführt: 12 Cent brutto pro Kilowattstunde werden bis 31. März 2026 garantiert. Anspruchsberechtigt sind Personen, die von der ORF-Haushaltsabgabe (ehemals GIS-Gebühr) befreit sind. Der Tarif kann ab 1. April direkt bei der Kelag (persönlich, telefonisch oder elektronisch) beantragt werden. Als Nachweis dient die Befreiung der Haushaltsabgabe.

Wer nicht umsteigt, wird gekündigt

Handlungsbedarf kommt hingegen auf einen Teil jener 23.000 Bestandskunden mit PV-Einspeisetarif zu. Bestehende PV-Verträge mit Staffeltarifen, die für Neukunden seit Sommer 2024 nicht mehr verfügbar sind, werden bis Ende Februar schriftlich gekündigt und enden nach der Kündigungsfrist mit 31. Mai 2025. „Die Vergütung war deutlich überzahlt“, argumentiert Jordan mit Verweis auf 24 und dann 18 Cent/kWh für die ersten 500 und dann bis 1000 kWh. Der Ersatz (für Neukunden ab 1. März): ein dynamischer Einspeisetarif, der auf dem monatlichen Referenzmarktwert der E-Control basiert. Bis zu 1000 Kilowattstunden Einspeisemenge pro Jahr wird eine Überzahlung von 30 Prozent aufgeschlagen. Ab 3000 kWh gibt es einen Abschlag von 10 Prozent. Im Vorjahr schwankte dieser zwischen 3 Cent (April) und 13 Cent (Dezember).

Bis Ende Februar kann man noch den angepassten Staffeltarif „Sonnenplus“ wählen (zwischen 11 und 4 Cent/kWh) - mit diesem wurde vergangenen Juli die Vergütung bei Neuabschluss halbiert. Weiterhin angeboten wird ein Smart-Einspeisetarif, mit dem die Einspeisung auf Basis der Spot-Stundenpreise abgerechnet wird.