Das neue Jahr bringt höhere Gas- und Stromrechnungen. Grund hierfür sind vor allem höhere Netzkosten und, dass ab Jänner die Abgaben, die in der Energiekrise auf ein Minimum gesenkt wurden, wieder in voller Höhe schlagend werden. Auch das Auslaufen der Strompreisbremse mit 31. Dezember 2024 kann zu höheren Kosten führen. In Summe werden die Energierechnungen der Haushalte – abhängig vom Bundesland und Energieverbrauch – um jährlich einige hundert Euro steigen.

Bei Strom erhöhen sich die Netzentgelte für Haushalte im Schnitt um 23,1 Prozent, bei Gas um 16,6 Prozent. Gegenüber 2024 steigen die Netzentgelte sowohl bei Strom als auch Gas empfindlich. Die Gründe sind bei beiden Energieträgern ähnlich: Während die Kosten für das Netz steigen, sinken die aus dem Netz bezogenen Energiemengen. Es verteilen sich also höhere Kosten auf weniger verbrauchte Energieeinheiten. Beim Strom liegt dies unter anderem am Photovoltaik-Boom, beim Gas unter anderem am Umstieg auf andere Heizformen und daran, dass die Fernleitungsentgelte sich erhöhten und die Gaskraftwerke weniger oft im Einsatz waren als in der Vergangenheit.

Stromnetzentgelte in Kärnten und der Steiermark am höchsten

In den Netzgebieten Steiermark und in Kärnten, wo die Stromnetzentgelte ohnehin so hoch liegen, wie sonst nirgends in Österreich, fallen die Steigerungen für 2025 unterschiedlich aus. In Kärnten kommt es zu einem Anstieg um 14,8 Prozent auf dann 11,78 Cent je Kilowattstunde (kWh), was für einen durchschnittlichen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3500 kWh Mehrkosten von 63,67 Euro bedeutet. Im Netzgebiet Klagenfurt steigt das Netzentgelt um 22,9 Prozent auf 9,39 Cent je kWh (Mehrkosten für den angenommenen Durchschnittshaushalt: 73,58 Euro).

Graz schert – teilweise – aus

Im Netzgebiet Steiermark, dem zweitteuersten in Österreich, fällt der Anstieg für 2025 überdurchschnittlich aus. Das Stromnetzentgelt klettert um 29,2 Prozent auf 10,89 Cent/kWh nach oben – das entspricht für den Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 3500 kWh einer Verteuerung von 103,44 Euro. Das Netzgebiet Graz, das aber nicht mit den Stadtgrenzen der Landeshauptstadt ident ist, ist – nach Linz – das zweitgünstigste in ganz Österreich. Hier sinkt das Stromnetzentgelt, was sonst in keinem der österreichweit 14 Stromnetzgebieten der Fall ist. Ab 2025 geht das Entgelt um 4,5 Prozent auf dann 7,49 Cent je kWh zurück – das sorgt bei einem Durchschnittshaushalt für eine Ersparnis von 14,65 Euro.

Und weil mit Jahreswechsel auch die Abgaben, die in der Energiekrise 2022 auf ein Minimum gesenkt wurden, wieder in voller Höhe schlagend werden und die Strompreisbremse ausläuft, werden die Energierechnungen der österreichischen Haushalte – abhängig vom Bundesland und Energieverbrauch – um jährlich einige hundert Euro steigen. Während man den Netzbetreiber nicht frei wählen kann, ist das beim Energielieferanten möglich, der Energieregulator E-Control rät daher zum Tarifvergleich und allenfalls zu einem Anbieterwechsel – das lässt sich über den Tarifkalkulator der Behörde unter e-control.at/tk bewerkstelligen.

Versäumnis der Regierung

Dass beim Strom die Netzkosten nicht gerechter aufgeteilt werden können, liegt auch am Scheitern des von ÖVP und Grünen geplanten neuen Elektrizitätswirtschaftsgesetzes (ElWG). Bei Haushaltskunden erfolgt nämlich in der Regel keine Leistungsmessung, das heißt, es wird nicht ermittelt, wie stark ein Kunde das Netz beansprucht. Für die Kosten des Netzes macht es jedoch einen großen Unterschied, ob das Stromnetz durch Wärmepumpe und Elektroauto mit 11 Kilowatt (kW) oder mehr belastet wird oder durch Herd und Geschirrspüler nur mit zwei bis vier Kilowatt. Vereinfacht gesagt: Je mehr Leistung zur selben Zeit abgerufen wird, desto dicker müssen die Stromkabel sein. E-Control-Vorstand Wolfgang Urbantschitsch drängt auf Umsetzung des Gesetzes in der nächsten Regierung. „Das ElWG ist dringend notwendig, um die Netzentgelte verursachungsgerechter gestalten zu können“, erklärte er zuletzt in der Aussendung.

So steigen die Gasnetzentgelte ab 2025

Bei den Gasnetzentgelten kommt es im Bundesschnitt ab 2025 zu einer Verteuerung um 16,6 Prozent. In Kärnten fällt der Anstieg mit plus 2,2 Prozent österreichweit am geringsten aus, das Gasnetzentgelt liegt dann bei 2,25 Cent/kWh. Für einen Durchschnittshaushalt (angenommener Gasjahresverbrauch 15.000 kWh) ergibt das Mehrkosten von 8,57 Euro. In der Steiermark steigen die Gasnetzentgelte um 14,5 Prozent auf 2,08 Cent/kWh – die Mehrkosten für den Durchschnittshaushalt summieren sich auf 47,34 Euro.