Bereits vor zwei Jahren als Thomas Lassacher in die Geschäftsführung von Fundermax wechselte, gab Geschäftsführer Gernot Schöbitz eine Parole aus, die noch immer gilt: „Wir fahren auf Sicht.“ Für regionale Produkte wie Rohspanplatten, die vom Firmensitz und Standort St. Veit aus im Umkreis von 500 Kilometern ihren Absatz finden, gelte das mehr, als in anderen Bereichen. „In Österreich und Deutschland hat uns die konjunkturelle Lage stärker getroffen als anderswo“, sagt Lassacher.
Unternehmenssprecher Schöbitz fügt hinzu: „Das Geschäft bemisst sich aber nicht nur an der Baukonjunktur. Unser Kompaktlaminat für den Weltmarkt und die Spezialprodukte für große Laborbauer entwickeln sich gut. Auch 2025 hat gut angefangen.“ Im Vorjahr sei in den USA, wo man eine Niederlassung in North Carolina hat, ein Rekordumsatz erzielt worden, verglichen mit 2023 sei man um über 20 Prozent gewachsen.
Weiterhin Drei-Schicht-Betrieb
Auch Asien laufe gut. Nach Vorzieheffekten durch den pandemiebedingten Küchenboom seien hierzulande Überkapazitäten da. Die Produktion werde regelmäßig an die Marktentwicklung angepasst. Am Standort im burgenländischen Neudörfl wurde der Mitarbeiterstand von 200 auf 140 reduziert. In St. Veit liege die Auslastung aktuell im Plan. „In St. Veit wird zwar nicht an sieben, aber an fünf Tagen im Drei-Schicht-Betrieb gearbeitet“, so Lassacher.
Der Weltmarktführer für Platten für Fassaden und den Innenausbau beschäftigt weltweit 1400 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2024 einen Gesamtumsatz von rund 470 Millionen Euro. Auch in Kärnten sind heuer wieder Investitionen geplant: Eine Presse wird technisch aufgewertet, um flexibler produzieren zu können.
Gigantische Klimt-Fassade, Showroom in Fernost
Diese Woche öffnet im Friaul in Cervignano ein neuer Ausstellungsraum. „In Oberitalien sitzt die Möbelindustrie. Hier findet Design statt. Früher waren für die Sichtbarkeit die Teilnahme an Messen zentral. Wir planen bereits weitere Showrooms und gehen mit maßgeschneiderten Events mit Architekten einen anderen Weg, um neue Kollektionen bekannt zu machen“, schildert Schöbitz. Im Herbst präsentiere man die nächste Erweiterung des Interior-Portfolios. Kürzlich habe in Hangzhou ein Partner aus China auf Eigeninitiative einen 800 Quadratmeter großen Showroom eröffnet. Auch in Bukarest ist man so vertreten.
Auf einer 400 Quadratmeter großen, von Fundermax bedruckten Fassade der MedUni Wien prangt seit vier Monaten Gustav Klimts rekonstruiertes Gemälde „Die Medizin“. Auch im Technologiepark Villach wurde ein Platten-Kunstwerk umgesetzt.
Abwärme besser nutzen
Im Fernwärme-Ausbau - genutzt wird die Restwärme aus der Produktion - steht heuer der Lückenschluss an. Lassacher: „Das optimiert unseren CO₂-Fußabdruck. Ende 2025 wird die Leitung bis nach Klagenfurt in Betrieb genommen, was die Versorgung von bis zu 10.000 weiteren Haushalten ermöglicht.“
Ein weiteres Geschäftsfeld von Fundermax sei hierzulande nur wenigen bekannt: Papier und Verpackungen, die von den Niederlanden und Norwegen aus rund ein Fünftel des Gesamtumsatzes beisteuern. Und so kommt es auch, dass Kunden in Nordeuropa und Südamerika mit Fischboxen beliefert werden.