Im wirtschaftlichen Schlepptau von Deutschland bleibt auch Kärnten nicht unberührt vom dritten Rezessionsjahr des wichtigsten Handelspartners. „Die Erwartungen schrumpfen. Die Rückgänge für 2024 werden erst final abgerechnet, dürften aber bei minus zwei bis drei Prozent liegen“, schätzt Wirtschaftskammer-Präsident Jürgen Mandl, der am Montag mit Wirtschaftslandesrat Sebastian Schuschnig (ÖVP) ein Maßnahmenpaket für Exporteure präsentierte.
Im Vorfeld habe sich bei einem Kärntner Exportgipfel bestätigt, dass die Statistiken mit der Situation in den Unternehmen übereinstimmen. „Unsere gemeinsame, ausgebaute Exportoffensive mit einem Förderbudget von einer Million Euro wird bis 2027 verlängert. Wir werden verstärkt auch Übersee-Regionen ansteuern, um neue Zielmärkte zu erschließen. Die Abnehmer dort sind in einer Renaissance der Zollpolitik wichtiger denn je“, so Schuschnig, der zudem auf exportorientierte Weiterbildungsangebote an den Kärntner Hochschulen hinwies.
Weiter Hoffen auf Deutschland
Auch das Programm des Kärntner Wirtschaftsförderungs Fonds (KWF) werde mit der Direktförderung „Start.Internationalisierung“ ausgeweitet: „Aktuell wird dieses neue Förderangebot erarbeitet, welches im zweiten Quartal starten soll und die Fördermöglichkeiten verdoppeln wird.“ Dafür habe man bereits das KWF-Budget für 2025 und 2026 aufgestellt, um Kärntner Betriebe beim Einstieg in internationale Märkte zu unterstützen. Der ausgeweitete Freihandel, etwa mit Japan, zeige Wirkung.
Da der Außenhandel rund 70.000 Arbeitsplätze im Land sichere, wurde auch die Bundestagswahl in Deutschland genau verfolgt. Mandl in Richtung Wien und Berlin: „Entscheidend wird da wie dort sein, von einer Ankündigungs- in eine Umsetzungspolitik zu kommen, damit die Produktion wieder Fahrt aufnimmt.“ Auch in Kärnten seien besonders die Elektronik-, Automobil- und Zuliefererbranchen betroffen. Aktuell sehe man auch anhand der rückläufigen Importe, dass die Dynamik fehle und Investitionen ausbleiben. Für das Handelsabkommen mit den Mercosur-Staaten brauche es einen sinnvollen Kompromiss für die heimische Landwirtschaft. Um bestehende Beziehungen auszubauen, setze man verstärkt auf Wirtschaftsmissionen und Präsenz bei Fachmessen.