Das Allgemeine ist reizlos, das Besondere ist Trumpf in unserer „Gesellschaft der Singularitäten“ (Andreas Reckwitz). Jetzt sind auch in der fast hundert Jahre alten Molkereigenossenschaft Kärntnermilch solche Tendenzen zu beobachten. Eine Gruppe von 15 bis 20 Genossenschaftsmitgliedern bzw. Milchbauern will über den einheitlichen Milchpreis, den die Molkerei all ihren 980 Milchlieferanten zahlt, eine besondere Vergütung. Es sind allesamt große Vollerwerbsbetriebe, die hunderttausende Euro in moderne Laufställe investiert haben und daher für ihre Milch, die also mit mehr Tierwohl als die der anderen produziert wird, einen Zuschlag reklamieren. Und sie drohen offenbar mit Austritt und gleichzeitigem Übertritt zum Mitbewerber, der Berglandmilch, die in Klagenfurt eine ihrer acht Molkereien betreibt.