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Großprojekt kostet 20 Mio. Euro mehr als erwartet

Bis 2023 werden Vorbereitungen getroffen, danach wird bis 2028 gebaut. In zwei Bauphasen sollen die Süd- und Weststeiermark nicht nur umweltfreundlicher werden, sondern auch besser an Graz angebunden werden.

Zuerst wird die Strecke zwischen Wettmannstätten und Wies elektrifiziert
© Thomas Wieser
Zuerst wird die Strecke zwischen Wettmannstätten und Wies elektrifiziert
Simone Rendl
Redakteurin Bundesland Steiermark

Diesel hat ausgedient: Mit der Unterzeichnung des Vertrages zur Verlängerung des Investitionsprogrammes fiel am Montagvormittag offiziell der Startschuss für die Elektrifizierung der GKB (Graz-Köflach-Bahnen). Im vergangenen Jahr war ein ungefährer Zeit- und Kostenplan erstellt worden, nun nimmt das Millionenprojekt Formen an.

"Acht Millionen Euro werden zu Beginn für Genehmigungen, Ausschreibungen und rechtliche Absicherungen verwendet werden", so Gerald Klug, GKB-Leiter des Bereichs Infrastruktur. 50 Prozent übernehmen dabei der Bund, 20 Prozent kommen vom Land Steiermark. "Die restlichen 30 Prozent stammen aus Eigenmitteln der GKB", erklärt Klug.

140 Millionen Euro Gesamtkosten werden mit dem Stand 2020 für die Elektrifizierung des Bahnnetzes in der Süd- und Weststeiermark erwartet, 20 Millionen mehr als noch im letzten Jahr. "Die Gesamtkosten wurden damals auf Basis des Standes 2016 berechnet, da hat sich natürlich jetzt einiges getan", so Klug.

Zwei Bauphasen

In insgesamt zwei Bauphasen sollen die einzelnen Streckenabschnitte nach und nach modernisiert werden. "Das ist ein wichtiger Schritt in Sachen Klima- und Umweltschutz", ist sich Vize-LH, Verkehrs-referent Anton Lang sicher. Mitte 2023 soll mit der ersten Bauphase, dem Streckenabschnitt Wettmannstätten und Wies begonnen werden, auch der Grazer GKB-Bahnhof soll in dieser Zeit elektrifiziert werden.

Am Montagvormittag trafen sich Gerald Klug, Anton Lang und Franz Weintögl zur Vertragsunterzeichnung
© Simone Rendl
Am Montagvormittag trafen sich Gerald Klug, Anton Lang und Franz Weintögl zur Vertragsunterzeichnung

Der Abschluss der ersten Bauphase ist für Dezember 2025 anberaumt, der danach folgende Bauabschnitt umfasst das restliche GKB-Netz. Grund dafür: Die geplante Inbetriebnahme der Koralmbahn 2025. "Der Abschnitt zwischen Wies und Wettmannstätten verbindet das GKB-Netz dann direkt mit dem Fernverkehr. Da wollen wir natürlich von Anfang an dabei sein", sagt Klug.

Fertigstellung in der Weststeiermark bis 2028

Die Weststeiermark und Graz- Umgebung müssen sich bis 2028 gedulden. Bis dahin soll auch die Strecke nach Voitsberg und Köflach elektrifiziert werden. Geplant ist, die Bauarbeiten bei laufendem Betrieb durchzuführen. "Dass solche weitreichenden Veränderungen zu einem Spannungsverhältnis mit den Fahrgästen führt, ist normal. Wir werden uns aber bemühen, für den Zeitraum des Umbaus entsprechende Maßnahmen zu setzen", sagt Klug.

Das Ziel ist, den Menschen die Möglichkeit zu geben, mit gut vernetztem öffentlichen Verkehr bequem von der Haustür zum Arbeitsplatz zu kommen

— Verkehrsreferent Anton Lang

Der Umstieg von Diesel- auf Elektrolokomotiven soll eine Taktung von 30 Minuten ermöglichen. "Bis zum Baustart 2023 werden die infrastrukturellen Rahmenbedingungen geschaffen, um das zu ermöglichen", weiß Klug. So wird unter anderem ein Streckenabschnitt von 1200 Meter in Wetzelsdorf, Graz, von einem eingleisigen Schienenbetrieb zu einem zweigleisigen ausgebaut.

Verbindung von Stadt und Land

Die Verbindung der Süd- und Weststeiermark mit dem Grazer Stadtgebiet steht auch bei Lang im Fokus: "Es kann nicht sein, dass der öffentliche Verkehr am Stadtrand endet. Aus diesem Grund muss eine Verbindung zwischen den Öffentlichen in den Bezirken rund um Graz und der Innenstadt geschaffen werden." Aus diesem Grund sind unter anderem vier Nahverkehrsdrehscheiben geplant, die Pendlern den Weg in die Arbeit erleichtern sollen. Klug: "Dazu gehören die Peter-Rosegger-Straße, Wetzelsdorf und der Bahnhof in Straßgang. Neu dazu kommt dann auch das Reininghaus."

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Bereits in diesem Jahr investieren die GKB im Zuge der Elektrifizierung auch in die Reduzierung und Sicherung weiterer Bahnübergänge. So sollen in diesem Jahr vier Kreuzungen aufgelassen, sechs mit Vollschrankenanlagen und eine mit einer Lichtzeichenanlage ausgestattet werden. "Übergänge in Lannach, St. Josef, Stainz, Preding und Stainz werden so entschärft", sagt Klug. 20 Millionen Euro werden allein in neue Sicherheitsanlagen investiert.

Neue E-Fahrzeuge

Bis 2030 sollen zwischen 25 und 30 E-Fahrzeuge auf den Strecken der GKB unterwegs sein. "Es ist nicht sinnvoll, unsere jetzigen Züge umzurüsten, aus diesem Grund werden wir sehr wahrscheinlich neue Züge ausschreiben", so GKB-Generaldirektor Franz Weintögl.

"Der Fahrplan wird erst später ausverhandelt, es ist aber geplant, mit drei-statt zweiteiligen Zügen zu fahren, da wir durch die Taktverdichtung mit einer Verdoppelung der Fahrgastzahlen rechnen. Vor allem, wenn tatsächlich das 365 Euro-Ticket eingeführt wird."

Lang plant zudem einen Ausbau des Regiobus-Netzes in Regionen, die nicht durch Schienenverkehr erreichbar sind. Drei Millionen Euro sollen für das Projekt aufgebracht werden. Auch das Anlaufen des Mikro-ÖV in den Pilotregionen soll bis Mitte 2020 abgeschlossen werden. "Das Ziel ist, den Menschen die Möglichkeit zu geben, mit gut vernetztem öffentlichen Verkehr bequem von der Haustür zum Arbeitsplatz zu kommen."