Wöchentliche Tanzabende mit Taxitänzern und DJs, regelmäßige Karaoke-Nächte – all das und noch mehr ist in Gleisdorf bis auf Weiteres Geschichte. Zumindest im bekannten „Mosconi“. Das Unternehmen ist zahlungsunfähig, das Lokal wurde für viele überraschend schon am Mittwoch geschlossen. Bis auf Weiteres.
Der Insolvenzantrag wurde von der ÖGK gestellt. „Wir hatten alles im Griff, leider hat die ÖGK nicht mehr mitgespielt. Es geht um 8000 Euro“, bedauert Karl Peter Zengerer.
Er und sein damaliger Kollege Gerhard Heschl hatten das Lokal in der Gleisdorfer Neugasse, gegenüber dem Dieselkino, im Mai 2018 aufgesperrt. Mit dabei waren damals auch die Billard-Weltklassespieler Jasmin Ouschan und Florian Nüßle. Das Lokal war, mit Ausnahme der Phasen während der Covid-19-Pandemie, meist gut besucht.
Freilich, Geschäftsführer Karl Peter Zengerer kämpfte wie so viele andere Gastronomen auch, mit hohen Energie- und Lebensmittelkosten, mit steigenden Löhnen. „Aber wir waren auf einem guten Weg, hatten zwischendurch sieben Mitarbeiter.“
Der Insolvenzantrag sei sehr überraschend gekommen. Karl Peter Zengerer – er hat das Lokal gemietet, die Einrichtung gehört ihm – wird es nicht mehr weiterbetreiben. „Ich bin 63, ich werde in Pension gehen.“ Die Geschäfte führt einstweilen der Hartberger Masseverwalter Bertram Schneeberger. Wie hoch die Verbindlichkeiten tatsächlich sind, wird laut Franz Blantz vom Alpenländischen Kreditorenverband erst erhoben.
Zengerer geht jedenfalls davon aus, dass das Lokal „zu 99 Prozent wieder aufgesperrt wird“. „Es wäre sonst ein riesiger Verlust für den Bezirk und die Oststeiermark.“ Und die Mitglieder des Billardclubs „Lucky Shot“, dem zweitgrößten Billardverein des Landes, werden auch im geschlossenen Lokal ihre Trainings und Meisterschaftsspiele abhalten.
218.000 Euro Schulden „Locker & Légere“
Es ist nicht die einzige schlechte Nachricht aus der Gastronomie: Nur ein paar Kilometer weiter, in St. Ruprecht an der Raab, kämpft ja auch ein weiterer Lokalbetreiber mit der schwierigen finanziellen Situation. Markus Lembacher führte viereinhalb Jahre lang das „Locker & Légere“. Auch er gab diese Woche bekannt, dass er als Pächter aufhört.
Er musste Insolvenz anmelden. Nun stehen die Höhen der Schulden fest: Laut dem Alpenländischen Kreditorenverband betragen diese 218.000 Euro. 78.000 Euro davon sind Bankverbindlichkeiten, 65.000 Euro schuldet man Lieferanten. Gründe für die Insolvenz: Sinkende Umsatzzahlen seit Beginn der Pandemie 2020, eine schwierige Personalsuche, aber auch kalkulatorische Fehler.
Lokalbesitzerin Maria Heuberger-Polansky wird das beliebte Lokal vorübergehend selbst weiterführen. Am 28. Jänner will sie es wieder aufsperren. 18 Personen sind dort derzeit beschäftigt. Heuberger sucht einen neuen Pächter.