Eigentlich ist er in letzter Zeit ja Österreichs liebster Quoten-Bergbauer. Nachdem er sich einst als Wutbauer mit Falter-Chefredakteur Florian Klenk angelegt hatte, kam dieser für ein Praktikum vorbei. Der Rest ist publiziert: Dem Bauern Christian Bachler in Krakauebene im Bezirk Murau wurde in höchster finanzieller Not geholfen, der Journalist hat Spenden gesammelt, ihn mit seinem Buch "Bauer und Bobo" und dem danach produzierten Film noch berühmter gemacht. Aus dem Wutbauern ist fast so etwas wie ein Bergphilosoph und jedenfalls ein bekannter Kämpfer gegen "das System" geworden.

Posting sorgt bis nach Graz für Unmut

Weil all das die Reichweite beflügelt, sorgt er mit seinen Facebook-Postings auch immer wieder für Interesse und Widerspruch. Diesmal gibt es einmal mehr in der Volkspartei Aufregung, weil Bachler per Posting einen Praktikanten sucht, aber Mitglieder der ÖVP und des Bauernbundes dezidiert ausschließt. Ebenfalls nichts verloren haben auf dem Bauernhof auch Veganer, liest man in dem Posting. Der Unmut über den Text hat sogar die Parteizentrale auf dem Karmeliterplatz erreicht.

ÖVP wundert sich über diese Diskriminierung

Die Bezirksparteiobfrau der Murauer Volkspartei, Manuela Khom, zeigt sich "schon sehr verwundert", dass hier Menschen aufgrund ihrer politischen Weltanschauung kalt lächelnd diskriminiert werden: "Wir kennen ihn ja schon und wissen, dass er uns nicht besonders mag. Er stammt zwar aus einer ÖVP-Familie, die hat aber mit uns gebrochen. Das kann aber noch lange kein Grund sein, all unsere Mitglieder und die des Bauernbundes zu diskriminieren."

Daniela Grabovac, Leiterin der Antidiskriminierungstelle des Landes, stellt klar, "dass es sich hier natürlich um eine Diskriminierung nach dem Gleichbehandlungsgesetz handelt, die bei Stellenausschreibungen untersagt ist". Und ein öffentliches Facebook-Posting sei als öffentliche Stellenausschreibung zu werten. Es könne zu Beschwerden bei der Gleichbehandlungsanwaltschaft, Abmahnungen, aber im schlimmsten Fall auch zu Verwaltungsstrafen kommen.

"Das sind hier unsere Regeln und basta"

Das juckt Bachler auf Anfrage der Kleinen Zeitung freilich wenig: "Ich weiß überhaupt nicht, warum euch das interessiert und worüber wir hier reden." Er habe mit dem Neoliberalismus, der bei der ÖVP vorherrsche, nichts am Hut: "Wir liegen das weltanschaulich zu weit auseinander. Mit solchen Leuten kann ich am Hof nicht arbeiten. Das sind unsere Regeln und basta." Der Bergbauer sagt aber auch, dass er genug Schwarze unter seinen Freunden habe. Dass Veganer nicht am Hof arbeiten können, erkläre sich daraus, "dass wir hier mit Fleisch arbeiten – und das geht sich bei Kost und Logis mit Veganern auch nicht aus".

Florian Klenk, stets an Bachlers Seite, reagiert auf die Suche nach einem Praktikanten übrigens mit dem Kommentar: "Ich komme doch eh am Montag!"