„Für Bebauungspläne haben wir meist wenig Zeit, weil es ja auch Rechtsansprüche gibt“, sagt Stadtplanungschef Bernhard Inninger. Nun sei man vorwiegend zum Zuhören gekommen – mit Augenmerk auf den „weichen“ Faktoren, wie Eva-Maria Benedikt, Leiterin des Referats Stadtentwicklung und Flächenwidmung, sagt. Es geht um ein Stadtteilleitbild für den Bereich Lend-Mitte, die 29 Hektar zwischen Kalvariengürtel und Bienengasse bzw. zwischen Mur und Wiener Straße. „Dafür wollen wir mit Ihrer Expertise ein rundes Bild schaffen – wobei die technische Basis natürlich auch wichtig ist“, erklärt Stadtbaudirektor Bertram Werle bei der Auftaktveranstaltung am Montagabend im vollen Festsaal bei „Mosaik“ im Hirtenkloster in der Wiener Straße.
Lend-Mitte ist der zweite Stadtteil, für den ein solches Leitbild erstellt wird – nach Jakomini Süd. „Was den Stadtteilen gemein ist, ist, dass sie sehr dicht verbaut sind und dass es relativ wenig Grünraum gibt“, sagt Vizebürgermeisterin Judith Schwentner (Grüne). Gerade aus Lend habe es sehr viele Wünsche an die Stadt gegeben. Bereits vorgezogen wird der Spielplatz, der dringend sanierungsbedürftig ist – er erhält eine neue „Ritterburg“ und wird vollkommen barrierefrei gestaltet. Bei einer Doppelrutsche können auch Begleitpersonen stark beeinträchtigter Kinder mitrutschen, ein Karussell wird rollstuhlgerecht gestaltet. Der Baumbestand wird komplett erhalten – handelt es sich doch um einen der schattigsten Kinderspielplätze der Stadt.
Was wurde sonst bei der Erstellung des Stadtteilleitbilds vorgeschlagen? Bei sehr konstruktiver Stimmung füllten sich die Themenkojen schnell und viele Vorschläge und Feedback wurden gesammelt. Ein vielfacher Wunsch war es, die drei Gewässer (Mur, Mühlgang und Schleifbach) besser zugänglich zu machen, auch eine Hundewiese wurde mehrfach genannt, oder Tischtennistische. Es ging um Gefahrenstellen und dunkle Angstbereiche, beklagt wurden Vandalismus, aber auch zu kleine Mülltonnen.
Der Auftakt im Hirtenkloster war nur der Anfang: Noch bis Mai läuft das Projekt online auf mitgestalten.graz.at, morgen Mittwoch, 5. 3., um 15.30 Uhr gibt es einen Infopoint im Nachbarschaftszentrum NaNet am Kalvariengürtel 7, am 24. April ist ein Stadtteilspaziergang (Treffpunkt: 16 Uhr, Fröbelpark) geplant, dazwischen will man mit mehreren „Kaffeetreffpunkten“ ins Gespräch kommen.