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24-Stunden-PflegeSlowakische Pflegerin sitzt in Graz fest: "Fühle mich sehr einsam"

Durch die Coronakrise sitzen viele 24-Stunden-Pflegerinnen aus dem Ausland in Österreich fest. Ein Hilferuf.

Anna* arbeitet seit zehn Jahren als Pflegerin in Graz, wo sie derzeit festsitzt
Anna* arbeitet seit zehn Jahren als Pflegerin in Graz, wo sie derzeit festsitzt © Julian Melichar
 

Anna L. (Name von der Redaktion geändert) ist in ihrer rosaroten Arbeitsmontur eigentlich nicht zu übersehen. Sie misstraut der Aufmerksamkeit seitens einer Tageszeitung. Anna gehört zu jenen gesellschaftlich unverzichtbaren Menschen, die sich selbst als marginal wahrnehmen. Fotografiert werden möchte die 47-Jährige auch nicht. Sie hat Angst, erkannt zu werden.

Kommentare (10)

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Cyranos
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Slowakei ist endlich offen

Auch meine Mutter wird von Slowakinnen betreut. Unsere Anna war jetzt auch 11 Wochen da. Seit Donnerstag in der Früh ist sie zuhause.... ohne staatliche Quarantäne! Sie ist mit einem negativen Testergebnis nach Hause gefahren und erholt sich jetzt für 4 Wochen( natürlich mit Extrabonus). Gibt es bei der beschriebenen Situation keine jüngere Generation, die sich kümmert?

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mosaik53
1
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Unverständlich

warum hier keine gemeinsame Lösung für diese Berufsgruppe gefunden werden kann. Vor ein- und ausreisen Test machen. Dauert max. 48 Stunden bis zum Ergebnis.
Warum geht das noch immer nicht?

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Mein Graz
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@mosaik53

Tests wären für alle Betreuer/Pfleger aus dem Ausland ein Segen.
Solche Tests werden zwar etwa am Flughafen Wien-Schwechat angeboten, aber wer kann sich einen Test um 190€ leisten bei einem Tageseinkommen von ab 45€ aufwärts?
Bei unseren Damen würden wir für die Kosten aufkommen - aber wie viele Familien wären dazu bereit? Vielen sind ja schon die "normalen" Nebenkosten wie Logis und Verpflegung zu teuer! Es gibt sogar solche, die den Betreuern/Pflegern nicht erlauben ihre Wäsche zu waschen, denn das steht nicht im Vertrag, oder wenn der Betreute so wie bei uns kein Gemüse isst solches für sich zu kaufen.
Bei solchen Leuten schäme ich mich dann, Österreicher zu sein.

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compositore
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@mosaik53

Weil wir die Tests fürs Hotelpersonal brauchen ....

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Mein Graz
8
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Werte Redaktion,

leider fehlt das Ende dieses Berichts, der die Realität der Betreuer/Pfleger zeigt.
"Unsere" Betreuerin (aus Bulgarien) ist jetzt schon 12 Wochen bei unserer Mutter, die zweite Dame sitzt zu Hause ohne jedes Einkommen - und ein Wechsel ist noch nicht in Sicht.
Ein Danke an die Menschen, die sich um unsere Senioren kümmern und dafür in Kauf nehmen, so lange Zeit von ihrer Familie getrennt und fern der Heimat zu sein.
Der Staat "dankt" diesen Damen/Herren ja damit, dass er ihnen die Familienbeihilfe kürzt...

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Mein Graz
1
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Werte Redaktion,

Danke für die Ergänzung!

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lieschenmueller
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12 Wochen

Eine lange Zeit!

Eure Pflegerin kann sich dennoch glücklich schätzen, dass sie zusätzlich zur betreuenden Person noch ein Umfeld hat, nämlich Dich und Deine restliche Familie. Jemand zum Sprechen und doch einen gewissen Freiraum bietend, eine Weile am Tag sich selbst gestalten zu können.

Ich bin mit unseren ehemaligen Schwestern freundschaftlich verbunden gewesen und wir sind noch immer in Kontakt. Die Zwei warten daheim, von der Agentur wieder vermittelt zu werden. Eine ist alleinerziehend und mit der Zeit verzweifelt, wie sie über die Runden kommt.

Der Einwand wird kommen, zig Tausend bei uns auch.

Eh, aber das macht es um nichts besser. Dazu kommt, dass noch kranke Menschen im Spiel sind.

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Mein Graz
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@lieschenmueller

Unsere Betreuerin meint, ihr würde es nichts ausmachen noch länger zu bleiben - wenn da eben nicht ihre Kollegin wäre, die inzwischen nicht einmal mehr die Kreditraten für die Wohnung zahlen kann!
Mein Angebot ihr einen Vorschuss zu überweisen lehnt sie ab, sie weiß ja nicht ob nicht was dazwischen kommt (von ihrer Seite oder eben bei meiner Mutter) und hat Angst, sie könnte den Vorschuss nicht mehr abarbeiten.

Unsere Damen sind wirklich tolle Frauen, ich schätze sie sehr. Und immer wieder muss ich betonen, dass wir auch mit unserer Agentur (ansässig in Innsbruck) höchst zufrieden sind!

Ja, auch bei uns sind -zig-Tausend betroffen. Mit dem Unterschied, dass es in Österreich ein gutes soziales Auffangnetz gibt. In Bulgarien etwa gibt es keine Unterstützung durch den Staat für EPU, das Arbeitslosen-Entgelt ist ein Witz und die Menschen wissen wirklich nicht, wie sie ihr tägliches Leben finanzieren sollen, das - nebenbei bemerkt - nicht so preisgünstig ist wie viele annehmen.

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lieschenmueller
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tolle Frauen

Meine Wertschätzung haben sie auch in höchsten Maßen!

Leider ist sie von etlichen Mitbürgern nicht gegeben. Man beklatschte die Reduzierung der Familienbeihilfe und Leuten wie Dir und mir wird oft direkt oder zwischen den Zeilen unterstellt, unsere Eltern nicht unterstützen zu wollen, ohne irgendwelche Hintergründe überhaupt zu kennen.

Den Vogel schoss gestern ein User beim Thema, wo der alte Herr sich über Einsamkeit wegen Besuchsverbots im Heim klagte, ab.

Mit rüden und abwertenden Worten in Richtung seiner Angehörigen.

Was sich manche Menschen erlauben, ist unglaublich!

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Mein Graz
1
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@lieschenmueller

Ja, viele urteilen ohne Hintergrundwissen und glauben, selbst allwissend zu sein.

Es fehlt an allen Ecken und Enden an Empathie.
Und es sind nicht die jungen Menschen, denen es daran mangelt, sondern die von denen es die Jugend lernen sollte!

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