Seit der Fahrplanumstellung nutzen viele Pendlerinnen und Pendler aus Oberkärnten verstärkt öffentliche Verkehrsmittel ab dem Bahnhof Spittal-Millstättersee. Mit dem Umstieg auf Bus und Bahn steht für viele der nachhaltige Gedanke im Vordergrund. Doch bei der Rückkehr zum Auto wartet für manche eine unliebsame Überraschung: ein Strafzettel hinter der Windschutzscheibe. Mehrere Leserinnen und Leser haben sich bei der Kleinen Zeitung gemeldet und über Organstrafverfügungen in Höhe von 20 Euro geklagt. Als Begründung wird auf den Strafzetteln angeführt: „Nicht entsprechend der Bodenmarkierung geparkt.“

Ein Lokalaugenschein am späten Vormittag zeigt, wie angespannt die Situation rund um den Park-&-Ride-Parkplatz beim Bahnhof ist. Sämtliche Stellplätze sind belegt, zahlreiche Fahrzeuge stehen außerhalb der markierten Flächen. Bei mehreren Autos steckt bereits ein Strafzettel hinter der Windschutzscheibe. Eine Pendlerin aus dem Oberen Drautal beschreibt die Situation deutlich: „Seit den Änderungen im Bahnverkehr fahren viele aus den Tälern vermehrt nach Spittal, um dort in den Zug umzusteigen. Der Park-&-Ride-Parkplatz ist restlos überfüllt – und wer den Parkplatz kennt, weiß, wie großzügig er eigentlich angelegt ist.“

Gleichzeitig werden Autofahrer nun mit 20-Euro-Strafen konfrontiert, wenn Fahrzeuge nicht exakt innerhalb der Bodenmarkierungen abgestellt sind. Besonders kritisch sieht sie, dass diese Markierungen teilweise kaum erkennbar seien. Viele Pendler fragen sich daher, wer für den Parkplatz überhaupt verantwortlich ist und wo genau das Parken erlaubt ist.

Bei mehreren Fahrzeugen am Park-&-Ride-Parkplatz beim Bahnhof Spittal steckten Organstrafverfügungen über 20 Euro hinter der Windschutzscheibe
Bei mehreren Fahrzeugen am Park-&-Ride-Parkplatz beim Bahnhof Spittal steckten Organstrafverfügungen über 20 Euro hinter der Windschutzscheibe © KLZ/Leonie Katholnig

Die Stadt Spittal sorgt nun für Klarheit. Die Park-&-Ride-Anlage gehört den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB). Die Kurzparkzone direkt vor dem Bahnhofseingang gehört der Stadt. „Für die Parkraumbewirtschaftung in beiden Bereichen ist jedoch die Stadtgemeinde zuständig“, erklärt Spittals Bürgermeister Gerhard Köfer. Auch die ÖBB bestätigen diese Aufteilung. „Für die Parkanlage ist die Stadtgemeinde vertraglich zur Betreuung und Instandhaltung verpflichtet. Die Stadtgemeinde trägt auch die Verkehrssicherungspflicht“, heißt es seitens der ÖBB.

Der Park-&-Ride-Parkplatz beim Bahnhof Spittal ist stark ausgelastet – immer wieder werden Fahrzeuge auch außerhalb der markierten Stellflächen abgestellt
Der Park-&-Ride-Parkplatz beim Bahnhof Spittal ist stark ausgelastet – immer wieder werden Fahrzeuge auch außerhalb der markierten Stellflächen abgestellt © KLZ/Leonie Katholnig

Warum derzeit häufiger kontrolliert wird

Die verstärkten Strafzettel hängen laut Stadt und den ÖBB mit zunehmenden Falschparkern zusammen. „Die Stadtgemeinde führt daher verstärkt Kontrollen durch“, sagt Köfer. Kontrolliert wird, ob Fahrzeuge ordnungsgemäß auf den markierten Parkflächen abgestellt sind. „Parken auf Sperrflächen, Gehwegen, der Fahrbahn oder in anderen nicht dafür vorgesehenen Bereichen ist aus Gründen der Verkehrssicherheit nicht zulässig. In solchen Fällen muss ein Organstrafmandat ausgestellt werden“, so der Bürgermeister weiter. Auch die ÖBB verweisen darauf, dass insbesondere Sperrflächen mit Parkverbot aufgrund vermehrter widerrechtlicher Nutzung verstärkt kontrolliert werden.

Pendler können ihre Fahrzeuge auf gekennzeichneten Parkplätzen der Park-&-Ride-Anlage abstellen. Zusätzlich stehen Stellplätze in der Kurzparkzone vor dem Bahnhofseingang zur Verfügung. Die ÖBB verweisen darauf, dass alle regulären Stellplätze der Park-&-Ride-Anlage entsprechend den Nutzungsbedingungen verwendet werden können und ausgenommene Bereiche nach der Straßenverkehrsordnung gekennzeichnet sind. Wer außerhalb der markierten Flächen parkt, riskiert daher eine Strafe. Die Park-&-Ride-Anlage umfasst 242 Pkw-Stellplätze – darunter auch Behindertenparkplätze. Zusätzlich stehen 16 überdachte Mopedplätze, 192 überdachte Fahrradabstellplätze sowie E-Tankstellen zur Verfügung.

Am Bahnhof Spittal-Millstättersee stehen Pendlern 242 Park-&-Ride-Stellplätze sowie Fahrrad- und Mopedabstellplätze zur Verfügung
Am Bahnhof Spittal-Millstättersee stehen Pendlern 242 Park-&-Ride-Stellplätze sowie Fahrrad- und Mopedabstellplätze zur Verfügung © KLZ/Leonie Katholnig