„Wetterchaos? Ja, ein bisschen Chaos würde uns nicht schaden. Du kannst verlieren, bekommst aber auch Chancen. Misch-Masch-Bedingungen wären nicht schlecht“, sprach Mercedes-Pilot Lucas Auer gewohnt ehrlich aus, wie seine Wunschvorstellung auf dem Red Bull Ring in Spielberg auszusehen habe. Nach einem äußerst schwierigen Rennen am Samstag, als er als Zwölfter die Ziellinie überquerte, machte er am Sonntag bei zwei Performance-Boxenstopps einen tollen Job – und das ohne Wetterchaos, denn es ließ sich sogar die Sonne blicken. „Es gibt kein gestern und kein morgen, aber heute haben wir die Chance im Qualifying genutzt. Das war sicherlich ein Schlüsselmoment sowie eine super Strategie und eine klasse Teamleistung.“
Der 31-Jährige präsentiert sich völlig cool und fokussiert und macht heuer einfach sehr viel richtig. Er punktet konstant und kann auch einmal zurückziehen. Ist etwa ein kleiner Taktiker an ihm verloren gegangen? „Nicht wirklich. Denn ich hatte hier nicht mehr Speed, ich bin einfach nur gefahren und habe gehofft, dass von hinten nichts daherkommt. So simpel war es letztlich. Aber es hat mich so gefreut, endlich einmal daheim den Fans etwas zeigen zu können und ihnen etwas zurückzugeben. Denn bisher war das echt überschaubar, wenn ich es nett ausdrücken will. Ein großes Danke geht auch ans Team, das die ganze Saison über schon unfassbar gute Arbeit leistet. Das war ein geiles Rennen“, meint der Neffe von Gerhard Berger, der in der Steiermark den Begriff „Eichhörnchen“ einheimste, weil er weiter fleißig Punkte sammelt. Er selbst spricht aber eher davon, „wie ein Löwe Punkte sammeln, wenn ich hier Dritter werde.“
DTM-Premierenpodium für den Tiroler
Mit seiner DTM-Podestpremiere in der Steiermark luchste der Kufsteiner bei seinem Heimspektakel dem Deutschen Rene Rast (BMW) die Meisterschaftsführung wieder ab und liegt nun sieben Zähler vor Jordan Pepper vom steirischen Grasser-Team, der Sechster wurde. Über den Sieg am Sonntag jubelte der Schweizer Ricardo Feller im Audi, Platz zwei schnappte sich Thierry Vermeulen. Rast kassierte zwei Penalty-Laps und landete auf Position 13.
Riesenpech hatte gleich zu Beginn der DTM-Champion von 2023, Thomas Preining. Nach einer leichten Kollision mit Auer trug er einen Reifenschaden am linken Hinterrad davon. Und auch Jack Aitken, der am Samstag schon sicherer Zweiter schien, sich aber kurz vor Schluss nach einem Fahrfehler selbst ins Aus schoss, wurde im Fahrerfeld, ebenfalls nach einem Reifenschaden, durchgereicht.
Der heurige Titelkampf in der DTM könnte nicht spannender sein. Zwei Rennen vor Schluss liegen die ersten acht Fahrer gerade einmal 25 Punkte auseinander – ein Sieg bringt 25 Zähler. Das zweite Rennen am Sonntag auf dem Red Bull Ring hat einmal mehr demonstriert, dass die Aussage „die DTM ist einfach unberechenbar“, mehr als nur ein Spruch ist. Und die rund 42.500 Zuschauer kamen am Wochenende voll und ganz auf ihre Kosten.
„Hoffentlich wird es ein fairer Fight“
Die Entscheidung um die Meisterschaft fällt also am 4./5. Oktober in Hockenheim. „Für mich persönlich ist es eine super Strecke. Wir werden uns perfekt vorbereiten und bereit sein. Dann wird man sehen, wer am Ende ganz oben steht. Es wird eine geniale Titelshow werden, hoffentlich wird es ein fairer Fight. Der Beste soll gewinnen. Fertig und aus“, meinte Auer. Im kommenden Jahr wird die DTM übrigens nicht wie bisher gewohnt im September im Murtal gastieren, sondern bereits von 24. bis 26. April. Da ja eventuell mit einem Titelträger aus Österreich.