DTM-Pilot Lucas Auer mag‘s turbulent, Action muss sein, doch bei einem kürzlichen Padeltennis-Match um 23 Uhr ging der „Schuss“ leicht nach hinten los – im wahrsten Sinne des Wortes. Der Tiroler verfehlte den Ball und schlug sich mit dem Schläger selbst aufs Auge. Inzwischen kostet ihm diese „patscherte“ Aktion ein breites Grinsen. „Es hat keine zehn Minuten gedauert und ich habe mir die Rakete reingehauen. Ich musste das unbedingt posten, sonst hätten alle gedacht, dass ich eine Schlägerei hatte“, schmunzelt der Mercedes-Pilot, der ein Nürburg-Wochenende hinter sich hat, das er wohl nicht so schnell vergessen wird. Sowohl am Samstag als auch am Sonntag hatten die Mechaniker leichte Probleme bei den Boxenstopps.
„Mir unterlaufen ja auch Fehler beim Fahren“
Bereits beim ersten Rennen kostete es ihm wohl Positionen und er musste die Gesamtwertung an Jack Aitken abgeben. Am Sonntag büßte der Neffe von Ex-Formel-1-Fahrer Gerhard Berger demnach einen Platz ein und wurde Dritter: „Ich bin total glücklich und stolz. Am Samstag gab‘s die Ferrari-Dominanz, gestern die von BMW – Rang drei fühlt sich wie ein Sieg an.“ Doch zurück zur Boxengasse. „Ich verschone jetzt nicht die Jungs, aber das ist Höchstleistungssport am absoluten Limit, und mein Team macht einen super Job. Nur wenn du einmal mit dem Schlagschrauber minimal danebenhaust, verlierst du eineinhalb Sekunden. Mir unterlaufen ja auch Fehler beim Fahren, ich hab vollstes Vertrauen, aber vorne links müssen wir uns den Schlagschrauber und die Radmuttern ansehen, weil es dort ein wenig steckt“, verdeutlicht der Motorsportler, der 2023 im Training für das 24-Stunden-Rennen in Daytona gegen die Boxenmauer krachte und sich Frakturen der Lendenwirbelsäule zuzog.
Die DTM befindet sich in der zweiten Saisonhälfte und dementsprechend „wird es noch aggressiver, aber das macht auch Spaß.“ Schon im Vorfeld der Saison erhärtete sich die Tatsache, „dass jeder Punkt am Ende wichtig sein wird. Aktuell ist es noch zu früh, um über die Meisterschaft zu sprechen, ab Spielberg lohnt es sich dann, darüber zu reden.“ Nach dem dritten Platz am Sonntag – der Sieg ging an den Deutschen Rene Rast – ist Auer wieder der Gesamtleader. Der Kampf um die Meisterschaft spitzt sich von Rennen zu Rennen zu. Der 30-Jährige führt mit 137 Punkten vor Jack Aitken (129) und „Grassers“ Jordan Pepper (122), der Oberösterreicher Thomas Preining rangiert auf Rang fünf (115).
„Wir werden volles Risiko eingehen“
Der nächste Schauplatz ist der Sachsenring (22. bis 24. August), ehe von 12. bis 14. September das DTM-Spektakel am Red Bull Ring in Spielberg in Szene geht. „Für uns zählt weiterhin der Speed, richtig abliefern und volles Risiko eingehen. Nur so läuft‘s, wenn man am Ende gewinnen will“, sagt Auer, der 2016 mit seinem Premierensieg auf dem Lausitzring rot-weiß-rote DTM-Geschichte schrieb, als er als erster Österreicher überhaupt ein DTM-Rennen gewinnen konnte.