Eines ist unbestritten: Die Saison von Maxi Ortner hat alle Stücke gespielt. Der Start sei „in Ordnung gewesen, aber es war für mich nicht ganz so leicht, wobei ich noch viel daraus gemacht habe. Anschließend waren Schanzen dabei, die mir nicht so liegen, und dann ist es noch schwieriger geworden. Plötzlich spielt man mit dem eigenen Vertrauen. So funktionierts noch weniger und irgendwie hat es sich so hochgeschaukelt.“
Die Konsequenz war der Ausstieg aus dem Weltcup. Eine Tatsache, die der Feldkirchner als „positiv beschreibt“. Es sei eine Einstellungssache gewesen und „ich habe die Situation so angenommen, aber freuen tut man sich darüber nicht“. Ortner blühte in kürzester Zeit förmlich wieder auf und holte in eindrucksvoller Manier die Quote. „Zuletzt ging es sukzessive bergauf, doch es war heuer schon eine Achterbahnfahrt“, meint der 23-Jährige und hatte dementsprechend schnell mit einer Nominierung für Olympia abgeschlossen. „Ich hätte mich zum damaligen Zeitpunkt auch nicht in der Lage gesehen, um eine Medaille mitspringen zu können.“ Sein Fokus lag eher darauf, dass es sprungtechnisch wieder leichter von der Hand geht.
„Dieser zweite Platz ist für mich wie ein Sieg gewesen“
Mit dem zuletzt zweiten Rang in Oslo ist dem WM-Silbermedaillengewinner im Team 2025 sein bisher bestes Weltcupergebnis gelungen. Dem Sieg trauert er alles andere als nach. „Ich habe mir nichts vorwerfen können, habe nichts falsch gemacht. Und auch nervlich bin ich extrem stark geblieben. Dieser zweite Platz ist für mich wie ein Sieg gewesen und bis dahin war die Zeit echt nicht immer leicht. Aber manchmal muss man es eben auf die harte Tour lernen.“
Auf die Frage, wie er mit schwierigeren Phasen generell umgeht, sagt er ganz souverän: „Für mich ist diese Saison um einiges mehr wert als die letzte. Das ist eine harte Aussage, aber es ist wirklich so. In der ersten Saison kennt dich niemand, das war eine komplett andere Ausgangslage. Jetzt musste ich mich zurückkämpfen und springe aufs Podest“, spricht Ortner gewisse Fortschritte und ein höheres Grundniveau an: „Mit dem, was ich mental leiste, bin ich glücklich. Körperlich habe ich während der Saison einen Sprung gemacht und auch materialtechnisch habe ich ein Setup gefunden, mit dem ich durchspringe und zudem war ich in der Anlaufspur unter den Schnellsten.“
Direkt schocken kann ihn nach den letzten zwei Saisonen praktisch nichts mehr. „Gefühlt habe ich alles erlebt und das ist im Nachhinein gesehen gut für meine Entwicklung. Ich habe extrem viel gelernt, auch wenn mitunter richtig harte Zeiten dabei gewesen sind. Trotzdem bekomme ich bis dato immer die Bestätigung, dass sich die harte Arbeit auszahlt.“ Bevor in Planica das Saisonfinale (26. bis 29. März) in Szene geht, steht Vikersund an. Ortner will es „genießen. Skifliegen ist ein besonderer Reiz.“