Halbzeitpfiff in der Amtszeit des Präsidiums des Kärntner Fußballverbandes (KFV). Präsident Martin Mutz sowie Vizepräsidentin Tamara Krammer und die Vizepräsidenten Thomas Jank und Gerhard Engl nahmen dies zum Anlass, eine erste Bilanz über die bisher zweijährige Amtszeit zu ziehen.

Die Regionalligareform

Mit der Saison 2026/27 startet die Regionalliga Süd mit jeweils acht Vereinen aus Kärnten und der Steiermark. Gespielt wird im Herbst eine Hinrunde mit diesen 16 Teams. Im Frühjahr spielen die jeweils besten vier Kärntner und Steirer um den Meistertitel und die jeweils schlechteren Vier gegen den Abstieg. „Am Ende gibt es jeweils einen Absteiger aus Kärnten und der Steiermark, so dass auch in den weiteren Saisonen beide Bundesländer gleichwertig vertreten sind“, erklärt Krammer. Und der Übergang zur 2. Bundesliga? Aus den vier Regionalligen werden zwei Aufsteiger in Play-off-Spielen ermittelt.

Für das erste Jahr gibt es eine Lockerung. In der Regionalliga ist für Trainer die A-Lizenz Voraussetzung, viele Kärntner-Liga-Trainer haben aber nur die B-Lizenz. „Im ersten Jahr ist es möglich, mit dieser B-Lizenz aufzusteigen“, erklärt Krammer. Wenn die Trainer danach die A-Lizenz in Angriff nehmen. Mit der Anmeldung zum Kurs ist diese Voraussetzung erfüllt.

Unterligen, 1. und 2. Klassen, Legendenliga

Sie wurde ewig diskutiert, nun wurde sie auch umgesetzt: die Unterliga-Reform. „Das neue Format mit drei Gruppen hat sich in kürzester Zeit etabliert“, resümiert Engl. „Die Resonanz der Vereine: höhere Zuschauerzahlen, interessante Derbys und kürzere Wegstrecken.“

Zuletzt wurden alle Vereine der 1. und 2., Klassen eingeladen, „wo in Arbeitsgruppen ausgearbeitet haben, ob der Wunsch der Vereinigung der 1. und 2. Klassen gegeben ist“, sagt Engl. „Dies wurde mit einer großen Mehrheit abgelehnt.“ Das heißt, die 1. und 2. Klassen bleiben bestehen.

Eine neue Liga ist in Vorbereitung, die sogenannte „Legendenliga“. Bei den Vereinen wurde das Interesse abgefragt. Engl: „Wir haben über 30 Rückmeldungen bekommen. Wir werden jetzt in Absprache mit den Vereinen die Durchführungsbestimmungen ausarbeiten.“

KFV-Mädchenakademie startet

Der Kader der neuen Mädchen-Akademie steht fest
Der Kader der neuen Mädchen-Akademie steht fest © Kk

Bei den Frauen spielen mit Austria Klagenfurt und dem SV Kraig aktuell zwei Kärntner Vereine in der 2. Bundesliga, darunter gibt es jährlich neue Mannschaften in der Kärntner Großfeld- sowie Kleinfeldliga. Dennoch besteht Entwicklungsbedarf in der systematischen Förderung junger Talente. Nach zwei Jahren Vorlaufzeit ist nun mit der Installierung der Mädchenakademie dieser Schritt gesetzt worden. „Mit der Mädchen-AKA können wir allen fußballbegeisterten Mädchen in Kärnten wohnortnah bestmögliche Ausbildungschancen anbieten“, sagt Mutz.

Wohnortnah deshalb, weil die AKA – einzigartig in Österreich – an zwei Standorten aufgebaut wird, in Klagenfurt und Spittal. „Wir wollen den Mädchen ihr gewohntes Umfeld anbieten. Kein Mädchen muss auswärts schlafen“, erklärt KFV-Sportdirektor Wolfgang Robatsch, der das vierköpfige Leitungsteam der Mädchen-AKA anführt. Mit Robatsch intensiv dabei sind Alexander Stroj, Diethard Sauerbier und Christian Petschnig.

Kooperationspartner des KFV sind das Schulsportleistungsmodell Kärnten (SSLK) sowie das BORG Klagenfurt und das BORG Spittal. Ziele sind die schulische Reifeprüfung bei gleichzeitiger leistungssportlicher Entwicklung auf nationalem und internationalen Niveau.

Der Kader für den Start im Juli ist fixiert und umfasst 18 Mädchen. Die Spielerinnen verbleiben verbandsrechtlich weiter bei ihren Stammvereinen und haben eine Kooperationsvereinbarung mit der AKA. Trainiert werden soll dreimal vormittags in der Schule (SSLK-Training) und zwei- bis dreimal nachmittags in der AKA. Gespielt wird in der KFV-Meisterschaft der Burschen sowie in einer österreichweiten AKA-Meisterschaft gegen Teams wie Austria Wien, RB Salzburg oder Sturm Graz.

Die Gesamtkosten der Mädchen-Akademie belaufen sich derzeit auf rund 110.000 Euro und werden getragen vom KFV, den Elternbeiträgen und dem Land Kärnten.

Der Kärntner Fußballverband, v.l. Thomas Jank, Tamara Krammer, Martin Mutz und Gerhard Engl
Der Kärntner Fußballverband, v.l. Thomas Jank, Tamara Krammer, Martin Mutz und Gerhard Engl © Ernst Krawagner

Trainerausbildung

In den vergangenen beiden Jahren wurden in Kärnten über 500 Trainerinnen und Trainer ausgebildet. Neu ist auch der ÖFB-E-Coach: Dieser „Crashkurs“ sorgt dafür, dass Eltern und Nachwuchstrainer rasch und kompakt in die Trainerausbildung einsteigen können.

Schiedsrichter

Fünf KFV-Schiedsrichter haben den Sprung in die Elitekader des ÖFB bzw. der Bundesliga geschafft: Emil Ristoskov, Philip Gadler sowie die Assistenten Manuel Koller, Jakob Bögner und Patrick Treffer. Im Förderkader ist Edis Skalic.

Verbandsanlage

In Ebenthal soll eine zeitgemäße Verbandsanlage entstehen: Verbandsgebäude, Naturrasen- und Kunstrasenplatz sowie Fußballhalle an einem Ort – aktuell läuft eine Evaluierung der Finanzierungsoptionen.

ÖFB-Studie

Eine neue Studie des ÖFB macht sichtbar, welchen gesamtgesellschaftlichen Nutzen der Fußball in Österreich stiftet. Dieser kann mit 2,9 Milliarden Euro pro Jahr beziffert werden und liefert über die wirtschaftlichen Impulse des Fußballs hinaus messbare positive Effekte auf Gesundheit, Wohlbefinden des Einzelnen und die Gesellschaft im Gesamten. Jeder Euro, der aus öffentlichen Mitteln in den Fußball investiert wird, kommt 27-fach wieder als Steuern und Abgaben oder in Form von Einsparungen retour.

Sponsoren

„Der KFV hat ja eine wesentliche Aufgabe: die Kärntner Fußballvereine zu unterstützen, nicht nur in organisatorischer, sondern auch in finanzieller Sicht“, erklärt Jank. „Um dieser Aufgabe nachzukommen, ist es nötig Einnahmen zu lukrieren.“ Zu den bestehenden Partnern – kelag, Denzel, Husqvarna, Puma, Kärntner Landesversicherung, Kärnten Sport und Villacher Bier – kamen zwei neue hinzu: kelag connect als Partner für den KFV-Cup und die Volksbank Kärnten für den Nachwuchsbereich.