„Geliebte wilde Isel – mächtig, unbeugsam und doch so verletzlich.“ In fünf Tagesetappen erwandert Marlies Raich den Iseltrail – von Lienz bis zum Ursprung im ewigen Eis des Nationalparks Hohe Tauern. Entlang des Weges und des letzten frei fließenden Gletscherflusses der Ostalpen begegnet die Skilegende Personen, deren Leben eng mit dem „Herzfluss“ verbunden ist: engagierten Umweltaktivisten, Sportlerinnen, Künstlern und Hüttenwirten. Menschen, die von der Kraft und Unberechenbarkeit der Isel geprägt sind. Ein Filmteam begleitete Raich dabei. Zu sehen ist die Dokumentation am kommenden Donnerstag, 19. März, beim ORF III.

Wie die Isel gerettet wurde

So wie Erika und Wolfgang Retter. Die beiden Naturliebhaber haben über vier Jahrzehnte dafür gekämpft, den faszinierenden Gletscherfluss vor einem Kraftwerksprojekt zu bewahren – und damit seinen freien Lauf bis heute gesichert. Sie erzählen vom anfänglich nahezu aussichtslosen Kampf um den Fluss bis hin zu seiner Rettung. Besondere Freude am ungezähmten Charakter der Isel haben auch daher heute Wildwasser-Kajaksportlerinnen und -sportler wie Lilli Prein. Die Nachwuchsathletin verbindet ihre Leidenschaft für diese Extremsportart mit lebenslangen Freundschaften und mentaler Stärke. An ihrer Seite wagt sich auch Raich zum ersten Mal seit zehn Jahren wieder an das Spiel mit dem sich aufbäumenden Wasser.

Schätze, die durch die Kraft des Flusses geformt wurden, finden wiederum in der Steinbildhauerwerkstatt zu ihrer Vollendung, die Raich ebenso besucht. Unter freiem Himmel haben sich hier Künstler zusammengefunden, um etwas für die Ewigkeit zu hinterlassen – inspiriert von der umgebenden Natur in allen Facetten.

Schicksalsschläge auf der Alm

Die unberechenbare Seite der Isel hat zuletzt die idyllisch gelegene Islitzeralm zu spüren bekommen. Gleich zwei Schicksalsschläge hintereinander, verursacht durch Naturgewalten, haben die Familie schwer getroffen – doch die Liebe zur Heimat hat sie nie verloren. Heute erfreuen sich Gäste der Alm nicht nur an der Schönheit der nahegelegenen Umbalfälle, sondern auch an Schmankerln wie der traditionellen Osttiroler Süßspeise „Ingsante Nigelen“, zubereitet aus eigener Milch.

Ein Genießer der landschaftlichen Juwelen der Region ist Wanderpapst Walter Mair. Durch seine Wanderführer hat der Autor Osttirol weithin bekannt gemacht – und sich selbst fit gehalten. Auch im stolzen Alter von 86 Jahren ist er am Iseltrail noch flott unterwegs.

Marlies Raich und Friedl Steiner am Umbalkees
Marlies Raich und Friedl Steiner am Umbalkees © Matheafilm

Zum Ursprung der Isel

Körperliches Durchhaltevermögen beweist auch Hüttenwirt Juraj Malek. In der Tradition slowakischer Sherpas schleppt er mit Holzkraxen mehrmals pro Woche frische Lebensmittel zur über 2000 Meter hoch gelegenen Clarahütte. Dabei darf auch Marlies Raich ihre Ausdauer und Kraft unter Beweis stellen. So verdient sie sich schließlich die Königsetappe am Iseltrail – den letzten Abschnitt bis zum Umbalkees und dem Ursprung der Isel. Mit Bergretter Friedl Steiner wird die Wanderung zur Abenteuerexpedition, über das ewige Eis folgen die beiden den Spuren eines Relikts aus der Vergangenheit.

Und so schließt sich der Kreis dieser Dokumentation über die Kraft der Natur und den Wert unberührter Landschaften, für die es sich zu kämpfen lohnt. Ausgestrahlt wird die Folge im Rahmen der Reihe „Land der Berge“ beim ORF III am Donnerstag, dem 19. März ab 20.25 Uhr.