„Ich war im Wellnessurlaub mit ein paar Jungs und wusste, dass ein Europacuprennen noch anstand. Klar will man das mitbekommen. Dann wurde der Start stundenlang verschoben. Ich habe geschwitzt, war unrund ohne Ende, bis irgendwann Werner Franz angerufen hat und meinte, du hast das Ticket“, erzählt Kärntens Speed-Spezialist Felix Hacker, der vor einer schweren Verletzung in der Europacup-Gesamtwertung haushoch führte. „Das war eine brutale Erleichterung, vor allem, da ich ja nur die Hälfte der Rennen fahren konnte. Da war einmal das Glück auf meiner Seite.“ Ob die Doppelbelastung eine Rolle gespielt hat, ist schwierig zu beurteilen, „aber wer sagt nein zu einem Start in Kitzbühel?“

Auf die Frage, ob er sich künftig neben der Abfahrt und dem Super-G einen Start im Riesentorlauf vorstellen könne (“ich war ja bis vor drei Jahren ein Techniker“), sagt er mit seiner offenherzigen Art: „Ich lasse es mir offen. Marco Odermatt packt auch drei Disziplinen, wieso nicht auch ich?“, konnte sich der A-Kader-Athlet ein breites Grinsen nicht verkneifen. In diesem Zusammenhang verriet der 25-Jährige, dass er seine Laufbahn seit 2016 in seiner Sponsorenmappe in der Kategorie „nächste Schritte“ skizzierte. Es begann schließlich mit dem ÖSV-Kader, FIS-Resultate, Europacup bis hin zu Weltcupeinsätzen sowie dem Start bei der Heim-WM – Zielorientierung 1A.

„Einfach Riesenpech“

Gerade in Saalbach hätte vielleicht seine sportliche Karriere ihren absoluten Höhepunkt finden können. Der Kärntner feierte heuer Seriensiege im Europacup, etablierte sich im Weltcup – mit Rang 14 in Bormio setzte er mit seinem bisher besten Weltcupresultat ein Ausrufezeichen. Doch auf einen Schlag löste sich alle Euphorie in Luft auf, als er sich beim Abfahrt-Abschlusstraining in Kitzbühel einen Kreuzbandriss zuzog. „Ich habe einen Schnalzer gehört und mir innerlich eingebildet, dass es nicht das ist, was sich letztlich herausgestellt hat, aber es war‘s dann doch. Einfach Riesenpech.“

Stefan Pertl (Riedergarten), Felix Hacker, Günther Krainer und MJK-GF Michi Kummerer (v.l.)
Stefan Pertl (Riedergarten), Felix Hacker, Günther Krainer und MJK-GF Michi Kummerer (v.l.) © MJK

Nach zwei Hüftoperationen, „die einfach nötig gewesen sind und mein Mindset verändert haben“, kämpft der Lavanttaler nun um ein erneutes Comeback. Eines, das mehrere Monate in Anspruch nehmen wird. „Es ist schon teilweise ein Auf und Ab, aber ich habe das Ziel vor Augen, dass ich im November mit dem Speedteam in Amerika dabei sein will, davor mache ich mir keinen Stress. In Chile war ich ja voriges Jahr auch nicht dabei, und es hat danach trotzdem sehr gut funktioniert.“ Die größte Challenge sei es aktuell, „dass ich körperlich wieder völlig fit zurückkomme. Ich möchte ein neues Update machen, um noch stärker zurückzukehren“, verdeutlicht Hacker, den auch die Materialfrage nicht kalt lässt. „Ich glaube schon, dass etwas adaptiert gehört. Der Sport wird immer gefährlicher. Klar will jeder alles herausholen, du nimmst den aggressiveren Ski, aber so ist das Risiko höher. Ein neuer, dickerer Rennanzug wird ja diskutiert, aber Materialreglement bezüglich der Ski zu ändern, sehe ich eher schwierig.“

Doch um noch einmal kurz auf die Mappe zurückzukommen: Als letzter Beitrag ist ein Antreten bei Olympia 2026 in Italien inklusive Medaille vermerkt. „Ein logischer Schritt, oder? Ich schau ab sofort nur mehr in die Zukunft.“