Felix Hackers sportliche Karriere hätte heuer ihren Höhepunkt finden können. Der Kärntner feierte Seriensiege im Europacup, etablierte sich im Weltcup – mit Rang 14 in Bormio setzte er mit seinem bisher besten Weltcupresultat ein Ausrufezeichen. Doch auf einen Schlag löste sich alle Euphorie in Luft auf, als er sich beim Abfahrt-Abschlusstraining in Kitzbühel einen Kreuzbandriss zuzog.

„Ja, es ist scheiße, aber es hilft nichts.“ Er offenbart, dass er seine Situation phasenweise akzeptiert hat, „aber dann gibt es Momente, die nicht so schön sind.“ Das Schlimmste sei allerdings gar nicht die Verletzung, sondern zu sehen, „wie meine Kollegen bei der WM in Saalbach fahren. Auf Social Media gibt es ja derzeit nichts anderes als die Ski-WM, das ist schon etwas hart“, gesteht Hacker, der sich über den Gold-Coup von Stephanie Venier immens gefreut hat. „Das ist megacool. Ich kenne sie ja schon länger. Sie hat es sich sowas von verdient.“

Comeback vor Augen

Nach zwei Hüftoperationen, „die einfach nötig gewesen sind“, kämpft der Lavanttaler nun um ein erneutes Comeback, eines, das mehrere Monate in Anspruch nehmen wird. Im Olympiazentrum in Linz absolviert der 25-Jährige sein tägliches, neunstündiges Rehaprogramm mit Physiotherapie und „Compry Cool“ (Kühlung und Kompression vom Knie). Zudem arbeitet er mit dem Elektromuskelstimulationsgerät, der Bewegungsschiene und wagte sich bereits ans Oberkörpertraining.

In sechs Wochen darf er voraussichtlich die Krücken in die Ecke stellen. Ein erstes Erfolgserlebnis sei „die Entfernung der Nähte gewesen und ich somit den Fuß schon mal anheben konnte. Es geht nur Schritt für Schritt und der nächste wäre das Gehen.“ Seine Rückkehr ist zum aktuellen Zeitpunkt „noch ganz, ganz weit weg“. Aufgeben ist für Hacker freilich keine Option. Dafür fahre er zu gern Ski. Nicht zu vergessen, „weiß ich, dass ich schnell bin. Das stimmt mich positiv. Blöd wäre es, wenn ich nichts stehen hätte, dann wäre es komplett vorbei, aber so bin ich bereit den Kampf aufzunehmen“, sagt der Wintersportler, der demnächst irgendwohin in den Urlaub fliegen will, „wo kein Skifahren übertragen wird und wo ich mein Handy ausschalte“.