„70 Jahre Schneckerl“. Unter diesem Motto stand das WAC-Gastspiel bei der Wiener Austria. Beeindruckende Choreo, Fangesänge der 13.300 Austrianer, prominente Gäste wie Toni Polster oder Karl Daxbacher inklusive. Doch die violetten Feierlichkeiten ließen die Truppe von Didi Kühbauer weit jenseits der 30 Grad Marke im sommerlichen Wien völlig kalt. Die Lavanttaler starteten am Verteilerkreis nämlich wie von der Tarantel gestochen, schockten die Austria – und Prohaska auf der Ehrentribüne – schon nach knapp sechs Minuten. Da offenbarte die wacklige Veilchen-Defensive erstmals ihre Schwächen und ließ Dejan Zukic und Alessandro Schöpf gewähren. Zweiterer fasste sich folgerichtig aus rund 18 Metern ein Herz und hämmerte die Kugel via Innenstange unten rechts in die Maschen.
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Mitte der ersten Hälfte ermöglichten zwei violette Slapstick-Einlagen dem WAC schon das 2:0. Zuerst vernebelte Dominik Fitz einen Sitzer aus kürzester Distanz (19.), auf der Gegenseite behinderte Austrias Kang-hee Lee Keeper Samuel Sahin-Radlinger beim Abfangen einer Hereingabe des bärenstarken Bundesligadebütanten Fabian Wohlmuth. Die Folge? Die Kugel kullerte über die Linie, der WAC-Außenverteidiger drehte vor der Austria-Kurve jubelnd zur Eckfahne ab (23.). Die Pausenführung hätte durchaus höher ausfallen können, wären die Abschlüsse von Dominik Baumgartner und David Atanga in der Schlussphase präziser ausgefallen.
Später Anschlusstreffer wegen Handspiels aberkannt
Der WAC blieb nach Wiederbeginn bei seiner Anlage, verteidigte kompakt, konterte schnell. Und wäre damit durch Atanga fast rasch wieder erfolgreich gewesen (49.). Auf der Gegenseite musste Keeper Nikolas Polster nach 62 Minuten bei einem Weitschuss von Ex-WACler Maurice Malone erstmals rettend abtauchen. In der Folge rührte Kühbauer den sprichwörtlichen Beton an, brachte Hüne Simon Piesinger für den quirligen Schöpf und seine Mannen brachten den Sieg – es war der erste gegen Violett seit dem 4:0 in Favoriten am 11. Mai 2024 – souverän ins Trockene. Der vermeintliche späte Anschluss durch Maurice Malone (92.) war den Veilchen auch nicht mehr vergönnt, davor hatte Reinhold Ranftl die Kugel mit der Hand gespielt. Der Austria-Anhang nahm‘s übrigens mit Galgenhumor und forderte lautstark vom Strippenzieher vergangener Tage: „Schneckerl, ziag di um!“