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FußballSuper League bereit für den Gegenschlag der UEFA

Klubbosse seien im Geheimen über die Möglichkeit, dass ihre Spieler für Europa- und Weltmeisterschaft gesperrt werden könnten, sogar erfreut.

© AP
 

Die Europäische Fußball-Union (UEFA) hat Nationalspielern der Klubs aus der angekündigten Super League mögliche Konsequenzen für die EM diesen Sommer angedroht. "Die Spieler, die in diesen Teams spielen, die vielleicht in einer geschlossenen Liga spielen, werden von der Weltmeisterschaft und Europameisterschaft ausgeschlossen", sagte UEFA-Präsident Aleksander Ceferin.

Wann dies geschehen werde, ließ der Slowene allerdings noch offen. Es sei "zu früh", um über rechtliche Konsequenzen zu sprechen. Es solle aber "so früh wie möglich" geschehen. Zuvor hatten zwölf Spitzenvereine - aus England Manchester United, Manchester City, Liverpool, Arsenal, Chelsea und Tottenham, aus Italien Juventus Turin, Inter Mailand und AC Milan sowie aus Spanien Real Madrid, der FC Barcelona und Atletico Madrid - angekündigt eine eigene, internationale Super League gründen zu wollen.

Die Eigentümer der sechs englischen Fußball-Topklubs, die in die Pläne einer Super League involviert sind, machen sich offenbar keine Sorgen über mögliche negative Folgen ihres Ausscherens. Die Besitzer hätten einen Gegenschlag der großen internationalen Verbände einkalkuliert, zitierte der britische Sender Sky News ein Vorstandsmitglied eines der Vereine, das namentlich nicht genannt werden wollte. Die Fans der sechs Vereine laufen unterdessen Sturm.

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"Um ehrlich zu sein, waren sie nicht sehr besorgt über (negative) PR", sagte der involvierte Funktionär gegenüber Sky News. Das Wohl des Spiels sei für die Eigentümer zweitrangig. Im Geheimen seien sie über die Möglichkeit, dass ihre Spieler für Europa- und Weltmeisterschaft gesperrt werden könnten, sogar erfreut. "Sie mögen es nicht, ihr spielendes Vermögen für eine sehr geringe finanzielle Belohnung an Länder weiterzugeben."

Ab 2024 mit 36 Teilnehmern und Gruppenphase im Ligaformat - Insgesamt 100 zusätzliche Spiele sollen Clubs bei Laune halten

Sechs der zwölf an der Super League beteiligten Klubs kommen aus England. Es gebe zwar auch bei Manchester United, Manchester City, Liverpool, Arsenal, Chelsea und Tottenham einige Vorstandsmitglieder, die gegen die Pläne seien. "Aber sie haben den Eindruck, dass sie keine Macht haben, sie zu stoppen", meinte der anonyme Manager. Mit Blick auf die Situation im Fußball sagte er: "Dies ist kein Bürgerkrieg, sondern ein Atomkrieg."

Ausgetragen wird er mitunter auf dem Rücken der Fans. Fast alle wesentlichen Fan-Organisationen der sechs Clubs melden sich daher am Montag zu Wort. Der Chelsea Supporters' Trust sprach von "unverzeihlichen" Plänen, die von Gier getrieben seien. "Unsere Mitglieder und Fußballfans weltweit haben den ultimativen Verrat erlebt." Auch die Dachorganisation der Tottenham-Anhänger sprach von einem "Verrat am Verein".

Der Spirit of Shankly, eine Fangruppe des entthronten Meistes Liverpool, betonte, die Klubeigentümer der Fenway Sports Group hätten die Fans in ihrem "unerbittlichen und gierigen Streben nach Geld" ignoriert. "Fußball gehört uns, nicht ihnen."

Die Dachorganisation der Anhänger von Rekordmeister Manchester United forderte den Verein auf, die Pläne aufzugeben. "Eine 'Super League', die eine geschlossene Veranstaltung selbst gewählter reicher Clubs ist, steht gegen alles, das Fußball und Manchester United ausmachen sollte." Das Pendant von Arsenal, der Arsenal Supporters' Trust, schrieb: "Das bedeutet den Tod all dessen, um das es beim Fußball gehen sollte."

Auch Anhänger von Tabellenführer und Fast-Meister Manchester City, der sich mit Millionen aus Abu Dhabi wieder ins Rampenlicht gespielt hat, machten ihrem Ärger Luft. Die Super League besitze keinen sportlichen Wert. "Diese Clubbesitzer, egal woher, scheinen zu denken, dass der Fußball ihnen gehört. Das tut er nicht. Er gehört uns, den Fans - unabhängig davon, wen wir unterstützen."

Kommentare (9)
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chh
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Wär natürlich gut

wenn die Fans dieser Geldgier mit Boykott entgegen treten. Ich befürchte nur, dass ein gewisser Prozentsatz an europäischen Fans weniger diese unselige Entwicklung nicht aufhalten wird. Man sollte nicht die riesigen außereuropäischen Märkte unterschätzen. Den neuen Bossen wird es herzlich egal sein aus welchen Kontinenten ihre Kohle angerollt kommt. Sehr traurig das Ganze.

voit60
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Diese TV Anbieter boykottieren

Und bestehende Abos stornieren, dann gibt es nur mehr Geld über die Wettmafia. Weiteres Vereine und Spieler für nationale und internationale Wettkämpfe sperren!

wjs13
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Muß mich wiederholen

Die UEFA hat die Macht das einzig wirksame Mittel gegen den Unfug einzusetzen, nämlich den Ausschluß von den nationalen Meisterschaften.
Dann können die nur noch im eigenen Süppchen köcheln und das Interesse des Publikums, auch jenes von SKY wird rasch verschwinden.

georgXV
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Du weißt doch ...

... die UEFA und FIFA sind die größten Abzocker im Bereich des Sports.
Und die werden sicher ihre Pfründe mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu verteidigen versuchen.

joe1406
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Was die zwölf da vorhaben

ist wesenrlich schlimmer als wenn ein Sponsor die Vereinsfarben ändert. Die Fanclubs der zwölf und die Fußballfans allgemein werden die richtige Antwort geben - leere Stadien bei den Spielen der Super League - da bin ich mir sicher! Den tödlichsten Fehler die Vereinsbosse machen können ist die Fans gegen sich aufzubringen, schon gar mit einer derartig perversen Idee.

hans31
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Hoffentlich

Das sich alle abwenden würden da bin ich mir leider nicht so sicher!
und das es am Anfang zu Problemen kommen wird damit rechnen die Geldsäcke wahrscheinlich eh aber die glauben auch das mit der Zeit schon alles nach ihren Vorstellungen geschehen wird....
Aber ich hoffe du hast recht und sie bekommen eine ordentliche Antwort präsentiert!!!!

georgXV
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"part of the game"

und schon wieder die wahren Großmeister des "part of the game" ...
Ich kann sehr gut verstehen, daß die 12 erwähnten Klubs NICHTS mehr mit der UEFA zutun haben wollen.

schteirischprovessa
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Entscheiden werden es letztlich die Fans weltweit.

Nämlich ob sie die teuren Pay-TV Sender abonnieren, in die Stadien gehen oder nicht.
Ich jedenfalls werde als meinen persönlichen Protest jene Sky Kanäle kündigen, die Spiele aus der Super League übertragen.

dude
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So ist es, Herr Professor!

Die Fans, die Fernsehzuseher und die Konsumenten haben viel mehr in der Hand, als sie glauben. Die Endverbraucher sind auch die, die diesen ganzen Zirkus bezahlen. Es wird ihnen zwar immer suggeriert, dass "die von der Südkurve mit ihren 7 Mark Eintritt" nur die Nutznießer sind und die Sponsoren alles für sie bezahlen. Wer bezahlt die Sponsoren (Adidas, RedBull, Nike, Telekom, Wettfirmen, etc.)? Der Endverbraucher, der die Turnschuhe, die Getränkedosen und die T-Shirts kauft und sein letztes Geld für Sportwetten ausgibt.
Wie gesagt, wir haben viel selbst in der Hand!