Der Cup hat seinen eigenen Zauber und versprüht diesen schon ab Runde eins. Stolpern Favoriten oder geht alles glatt? Wie schlagen sich gut bezahlte Profis auf echten Dorfplätzen? Und was kann Emotion gegen höhere Qualität ausrichten? All diese Fragen werden an diesem Wochenende in 32 ungleichen Duellen quer durch ganz Österreich beantwortet. Neben dem WAC und Austria Klagenfurt sind auch Velden, ATSV Wolfsberg, Lendorf und Treibach dabei.
ATUS Velden: Neo-Regionalligist hat Lunte gerochen
Es war ein echtes Drama, das Velden in der 1. Runde des Vorjahres gegen den gerade in die Bundesliga aufgestiegenen GAK erlebte. Im Ausweichstadion in Villach kämpfte die Truppe von Marcel Kuster den GAK bis ins Elferschießen. „Und auch wenn das eine 50:50-Situation ist, war die nervliche Belastung wohl zu hoch. Oder eine Spur höher als für die Grazer. Weil die haben auch zwei verschossen, wir aber leider drei Elfer“, erinnert sich der Trainer, der mit den Kickern vom Wörthersee zuletzt überlegen den Kärntner-Liga-Titel und den erstmaligen Aufstieg in die Regionalliga klarmachte.
So wird das Duell am Freitag mit dem SC Neusiedl, einer großen Nummer im Osten, ein reines Regionalliga-Stelldichein. „Favorit sind aber sie“, stellt Kuster klar und führt aus: „Wir sind erstmals in der dritten Liga, sie dort schon lange und spielen vorne mit. Wir haben Neusiedl aber gut analysiert und sind sehr heimstark. Sie sind schlagbar.“ Stabilität verleiht der hungrigen Truppe zusätzlich Abwehr-Königstransfer und Ex-Austria-Kapitän Thorsten Mahrer: „Er hat sich super eingelebt, hat auch schon eine Fahrgemeinschaft zum Training. Zudem geht er alles positiv, mit einem Lächeln, an und hat zeitgleich einen Riesen-Ehrgeiz.“
ATSV Wolfsberg: Das undankbarste Los
Viel schlechter hätte es Losfee und WAC-Cupsieg-Torschütze Angelo Gattermayer mit dem zweiten Wolfsberger Verein kaum meinen können. Während alle anderen „Kleinen“ Heimspiele vor der Brust haben, geht es für den Kärntner-Liga-Vizemeister zu Regionalliga-Ost-Topklub Oberwart. „Es ist kein Wunschkonzert“, nimmt es Obmann Otto Wegscheider an und weiß: „Sie wollen nächstes Jahr in die 2. Liga aufsteigen, haben sich richtig gut verstärkt. Aber wir fahren nicht für einen Thermenurlaub ins Burgenland, da gibt‘s andere Orte dafür.“
Schlecht aufgestellt ist Wolfsberg nicht, holte vier Neue und zog einige Kicker aus dem aufgelösten Future Team hoch. Wegscheider: „Wichtig ist, dass Patrick Pfennich, Bastian Rupp oder auch Marcel Stoni geblieben sind. Mit der Verpflichtung von Fabian Hoi aus Spittal ist uns auch etwas Schönes gelungen, er hatte auch Regionalliga-Angebote.“ Regionalliga ist das Stichwort, dort will Wolfsberg auch hin. „Wenn wir nächstes Jahr in die Top-Fünf kommen, können wir aufsteigen. Aber es gibt keinen Zwang. Und außerdem wartet jetzt einmal das ÖFB-Cupabenteuer“, so der Obmann. Bitter: Hoi und Pfennich dürfen in Oberwart noch nicht auflaufen, sie fehlen am Freitag.
SK Treibach: Der Bundesliga-Bomber kommt
Wir sind alle positiv angespannt und voller Eifer, vielleicht ja doch überraschen zu können. Die Spieler sind gut eingestellt und wir hoffen, eine David-gegen-Goliath-Geschichte schreiben zu können.“ Das Funkeln in den Augen von Treibach-Sportchef Stefan Weitensfelder ist unübersehbar. Es ist wieder Cup-Zeit beim Regionalligisten und damit steht eigentlich schon vor Ligastart das Spiel des Jahres ins Haus. Denn die Althofener hatten drei Jahre nach dem Duell mit Rapid wieder ausgesprochenes Losglück und dürfen sich nun mit BW Linz um den Kärntner Christopher Cvetko und vor allem Bundesliga-Torschützenkönig Ronivaldo messen.
„Den kennt einfach jeder, er hat das Tor-Gen“, weiß Weitensfelder und verspricht: „Er wird schon spüren, dass der SK Treibach sich nicht von vornherein geschlagen gibt.“ Was benötigt es dann noch für die Sensation? „Wir müssen unsere Chancen nützen, das ist uns damals gegen Rapid (0:1, Anm.) nicht gelungen“, erinnert sich Weitensfelder. Fraglich ist am Freitag Martin Lamzari, der ebenso angeschlagen ist wie Manuel Primusch. Zudem hofft man auf einen Einsatz von Hanno Wachernig, der aktuell in Deutschland beschäftigt ist, aber für dieses Spiel die rechtzeitige Heimreise plant.
FC Lendorf: Donau ist keine unlösbare Aufgabe
Von einem „leichten Gegner“ kann am Samstag für den FC Lendorf keine Rede sein. Der KFV-Cupsieger und Landesligist trifft mit dem SV Donau Wien den Meister der Stadtliga und Aufsteiger in die Regionalliga Ost. Dennoch, es hätte auch härter kommen können. „Klar reden vorher immer alle davon, dass sie gerne Sturm oder Rapid hätten. Aber mein Wunsch war insgeheim schon ein Gegner, wo man auch eine Chance hat. Und das ist einer, wo ich sage: Wenn alles passt, können wir da vielleicht drüber kommen, auch wenn ich weiß, wie technisch stark die Teams aus dem Osten sind“, beurteilt Trainer Christoph Morgenstern die Ausgangslage.
Die Lendorfer mussten zuletzt Trainersohn Luca Morgenstern zu Sturm II ziehen lassen - ein erfreulicher Wechsel des 17-Jährigen, „der dort auch richtig gut aufgenommen wurde. Der Trainer ist voll überzeugt von ihm“, berichtet der Papa. Fehlen wird wohl ein anderer Morgenstern nach einer Bänderverletzung: Lucas Cousin und Ex-WACler Michael nahm zwar wieder Lauftraining in Angriff, „für Samstag wird das aber schon noch brutal eng“, so der Trainer, der mit der Ansetzung hadert, weil am Spieltag einige KFV-Cup-Derbys parallel stattfinden.
WAC und Austria: Die „Goliaths“ sind auswärts gefragt
Titelverteidiger WAC und Bundesliga-Absteiger Austria Klagenfurt gehen am Freitag als Favoriten in die erste Runde. Die Wölfe, die gestern wie schon angekündigt Innenverteidiger Adama Drame (20) aus Zilina (SVK) verpflichtet haben, treffen, wie in der zweiten Runde der abgelaufenen Saison, auf Wallern. Damals siegte man mühevoll 2:0. „Wir brauchen eine ordentliche Leistung“, fordert Trainer Didi Kühbauer.
Klagenfurt gastiert in Horn - die Niederösterreicher stiegen aus der 2. Liga ab und haben wie die Austria einen kompletten Kaderumbruch hinter sich.