Wenn der Teufel Junge bekommt, dann viele ... Das Sprichwort passt aktuell zur Situation der Graz 99ers. Nachdem mit Ken Ograjensek, Gustav Bouramman, Mike Zalewski, Tobias Fladeby und Christian Engstrand fünf Leistungsträger fehlten, wurde auf der Reise nach Asiago noch Viktor Granholm krank. Somit spielten die Grazer erstmals in der modern statistisch erfassten Hockeyvergangenheit mit nur vier Legionären und feierten im 900. Ligaspiel von Kapitän Daniel Oberkofler gegen den Liganeuling einen 3:2-Sieg. Kommende Woche stehen gleich drei Partien an. Trainer Johan Pennerborn ist optimistisch: "Wenn wir in der kommenden Woche so hart arbeiten, wie beim heutigen Spiel, dann werden wir diverse Ausfälle kompensieren können."

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Die Steirer spielten mutig, lange fehlte es an Höhepunkten, bis die jungen Wilden für einen verantwortlich zeichneten. Julian Engelhart brachte die Scheibe mit schnellem Schritt ins Angriffsdrittel, Kevin Pesendorfer setzte zum Schlagschuss an und Clemens Krainz fälschte diesen unhaltbar ab – erst im vergangenen Spiel gegen Ljubljana traf der Spross von 99ers-Legende Martin „Tine“ Krainz erstmals in der höchsten Klasse.

Der zweite Durchgang begann mit einer Schrecksekunde – Michael Kernberger krachte in die Bande und blieb kurz liegen. Er spielte weiter und sah von der Bank das 2:0. Jacob Pfeffers Schlenzer (27.) von der Blauen Linie sah Gianluca Vallini nicht. Vier Minuten später lief Adis Alagic nach einem Scheibengewinn in Unterzahl auf den Keeper zu und schob trocken das Spielgerät unter den Schonern durch.

Nach Toren von Finoro (abseitsverdächtige Szene/34.) und Salinitri (47.) drängte Asiago die Grazer in die eigene Zone. Trotz einer Strafe überstanden Nicolas Wieser und seine Vorderleute auch die letzten zwei Minuten in 4:6-Unterzahl. Bitter: Graz nutzte wieder drei Powerplays nicht. Das macht mittlerweile 35 Minuten in Überzahl ohne Tor.