„Im Fußball ist oft nichts planbar.“ Diesen aussagekräftigen Satz hat Michael Lang, der nach Jahren in der GAK- bzw. Steiermark-Akademie nach Allerheiligen wechselte und dort seine ersten Spiele im Erwachsenenfußball absolvierte, mehrfach zu spüren bekommen. Ein Beispiel sei Lustenau gewesen, wo er mit 17 Jahren sein „erstes Abenteuer wagte. Ich war zum ersten Mal von daheim weg, auf mich allein gestellt, was im Nachhinein gesehen lehrreich gewesen ist, auch was den Haushalt betrifft“, erzählt der Steirer, bei dem sich damals einiges im Kopf abspielte, als er in der 2. Liga sein Debüt feierte.
So zog es den Rechtsverteidiger anschließend nach Kapfenberg, gefolgt von St. Pölten, ehe der GAK zu seinem neuen Arbeitgeber wurde. „Ich bin ein familienbezogener Mensch und wollte zurück in die Heimat. Das war die optimale Lösung.“ Bei den „Roten Teufeln“ war der 27-Jährige für gewisse Zeit Dauergesprächsthema. Gleich nach seiner Verpflichtung 2022 avancierte er zum Leistungsträger, 2024 folgte eine Suspendierung aufgrund disziplinärer Gründe – „ich habe einen Fehler gemacht und gebüßt“. Nach seinem „Traum-Eigentor“ gegen den WAC war er in aller Munde und eine Woche später kassierte er binnen weniger Sekunden zweimal Gelb und verabschiedete sich in die Kabine.
„Danach war es nie mehr Thema“
Angesprochen auf das „Black-Out“ unterstreicht Lang, „dass ich nicht lange gebraucht habe, um es zu verarbeiten, nur war es anscheinend unterbewusst doch länger in mir. Sobald ich wieder am Feld war, war es nie mehr Thema. Ich hatte nie den Gedanken, es könnte wieder passieren“, erklärt der Fußballer und macht kein Geheimnis daraus, „dass es Phasen gab, in denen ich überlegt habe, die Profikarriere sein zu lassen.“ Demnach ist er nebenbei bei seinem Vater in einer Unternehmensberatungsfirma tätig. „Auch da nimmt man fürs Leben viel mit.“
Zurückblickend auf die Zeit unter Ex-GAK-Coach Gernot Messner meint Lang: „Ich habe ihn als sehr guten Trainer wahrgenommen. Er ist immer auf uns Spieler eingegangen und ich bin, um ehrlich zu sein, verwundert, dass er noch keinen neuen Verein hat. Auch da sieht man, dass es im Fußballgeschäft nicht immer leicht ist“, verdeutlicht der Grazer, der mit Marco Gantschnig nun am Wörthersee wieder vereint ist – die beiden kennen sich seit ihrer GAK-Akademie-Zeit.
Seine ersten Eindrücke bei Austria Klagenfurt sind durchwegs positiv. „Die Chemie ist lässig, es sind coole Charaktere drinnen, alle sind unkompliziert und der Coach hat eine klare Idee. Passt richtig gut.“ Der passionierte Golf- und Tennisspieler schätzt sich selbst als ehrgeizig und kämpferisch ein, wobei er gesteht, „dass ich mit meinen Emotionen manchmal nicht so gut umgehen kann. Das ist eine Schwäche, aber dafür gibt‘s bei mir kein Aufgeben, zu keinem Zeitpunkt. Und man darf nie den Spaß am Leben verlieren, das macht es sonst schwierig.“