Es ist fast ein Dejà-vu für die Mannen vom Wörthersee. Erneut geht es gegen einen Aufsteiger. Erneut gegen eine in Violett spielende Austria, gegen welche man wohl leichter Außenseiter ist. Diesen Freitag (18 Uhr) ist der Gegner die Jugendschmiede der Wiener Austria, die sogenannten Young Violets, die letzte Saison als Vizemeister der Regionalliga Ost aufgrund des Verzichts des SR Donaufeld in die 2. Liga aufsteigen durften. Trotz des 2:1-Erfolgs bei der Salzburger Austria, den nach den zahlreichen internen und externen Turbulenzen der Klagenfurter nur die treuesten Fans vorausgesagt hatten, sieht Chefcoach Rolf Landerl keine gestiegene Erwartungshaltung. „Wir stapeln weiterhin tief. Wir fangen nach wie vor so gut wie bei Null an. Den Sieg nehmen wir gerne mit, aber davon können wir uns jetzt nichts mehr kaufen“, bleibt der 49-Jährige am Boden und weiß, dass die Wiener gegenüber den Salzburgern eine komplett konträre Spielphilosophie verfolgen: „Sie haben eine junge, quirlige Mannschaft, die ihre Schnelligkeit und Passgenauigkeit zu ihrem Vorteil nutzen wollen, während die Salzburger eine gestandene, zweikampfstarke aber vielleicht doch spielerisch limitierte Truppe haben.“ Landerl hat aber auch schon mögliche Schwächen des Gegners ausmachen können: „Im Duell Mann gegen Mann sind wir sicherlich robuster. Das gilt es auszuspielen, wir müssen ihren Kombinationsfluss unterbrechen.“ Gegenüber der Vorwoche sieht er auch noch in manchen Teilbereichen Aufholbedarf: „Wir müssen unser Umschaltspiel verbessern, zielstrebiger nach vorne arbeiten. Die Wiener werden schneller ihre gewünschte Defensivformation einnehmen können als die Salzburger.“

Keine unnötige Beeinflussung

Von den vielen Nebengeräuschen, welche die Austria in den letzten Wochen begleitet hatten, will sich der Wiener nicht ablenken oder verunsichern lassen. Für ihn haben die Vorfälle abseits des Platzes keine Bedeutung. „Wir können und wollen nur das Sportliche selbst beeinflussen. Alles andere muss uns nicht interessieren, es nimmt nur unnötig den Fokus. Es ist eine komplett neue Mannschaft, die mit den Altlasten des Vereins nichts mehr zu tun hat“, stellt Landerl klar räumt aber auch ein: „Dennoch war der Sieg gegen Salzburg für die Ruhe im Verein extrem wichtig. Es hat tatsächlich Druck genommen und das interne Brodeln etwas abgeschwächt.“ Zuletzt hatten mehrere ehemalige Spieler der Austria mit Klagen gedroht, sollte sie ausständige Gehälter nicht zeitgerecht überweisen. „Keiner dieser Akteure ist noch Teil des Vereins, daher betrifft es auch die aktuelle Mannschaft nicht mehr“, stellt Landerl klar.