Schon vor dem Anpfiff konnte Austria-Cheftrainer Rolf Landerl das Wort „Abstieg“ nicht mehr hören und lieferte dazu auch gleich einen triftigen Grund: „Es ist so negativ behaftet, dabei wurde aber fast die ganze Mannschaft ausgetauscht, die den Gang in die zweite Liga nicht aktiv miterlebt hat.“ Dementsprechend unbefangen und locker war auch der Auftritt seiner Truppe in Maxglan im Duell der Violetten. Die Austria verteidigte gegen weitgehend harmlose Salzburger gut, setzte gleichzeitig immer wieder Nadelstiche und wurde besonders im Umschaltspiel gefährlich. So steckte in der 18. Minute nach einem Salzburger Ballverlust im Mittelfeld Marco Gantschnig sehenswert auf Marc-André Schmerböck durch, der staubtrocken verwertete. Dieser Wandel in der fußballerischen Qualität kam gerade nach nicht besonders vertrauenserweckenden Testspielen sowie einem 0:2 im ÖFB-Cup gegen Zweitliga-Absteiger Horn eher unverhofft, doch es zeigte wohl auch, was mit einer runderneuerten Mannschaft eine extra Trainingswoche ausmachen kann.

Schlag auf Schlag

Die zweite Hälfte begann ähnlich. Die Waidmannsdorfer ließen die Salzburger Austria spielen und warteten geduldig auf Kontermöglichkeiten. Diese Geduld war gar nicht lange vonnöten, denn nur sieben Minuten nach Wiederanpfiff glänzte dieses Mal Schmerböck als Vorbereiter und zauberte einen ebenso präzisen Lochpass aus seinem Fuß, den der Slowene Nik Marinsek souverän ins 2:0 verwandelte. Salzburg schöpfte unmittelbar nach dem Anstoß wieder Hoffnung, als Sebastian Pschernig knapp innerhalb des Sechzehners dem eingewechselten Salzburger Moritz Eder eine Sense verpasste. Den fälligen Elfer zitterte Marinko Sorda an Manuel Kuttin vorbei, der wohl mit den Fingerspitzen noch dran war.

Weiter zog sich die notorische Ungefährlichkeit der Salzburger aus dem Spiel heraus wie ein roter Faden durch den Rest der zweiten Hälfte. Der Bundesliga-Absteiger kreierte zwar selber keine Chancen mehr, tat nur noch das Notwendigste, doch der Auswärtssieg war am Ende nicht mehr ernsthaft in Gefahr. Mit dem hochverdienten Auftakterfolg stellten die Kärntner gleich im ersten Anlauf die drei Minuspunkte, mit denen sie in die Saison gestartet waren, sowie auch die schärfsten Kritiker erstmal auf Null.

Trainer Rolf Landerl war trotz des Sieges noch nicht mit allem restlos zufrieden. „Ein paar Umschaltmomente haben wir schlampig vertan. Das muss besser werden“, analysierte der Wiener und fügte gleich an: „Es war sozusagen ein Neustart für beide Mannschaften und ich glaube, dass angesichts der Chancen unser Sieg auch in Ordnung geht.“