Rudi Glöckner, der bunteste Vogel auf der Fantribüne, hätte nach dieser Darbietung des VSV gegen Pustertal wohl in unvergleichlicher Form geschimpft – damit wohl noch die eine oder andere Gaststube unterhalten. Und genau so vielleicht so manchen Fan über das 2:3 nach Penaltyschießen sogar wieder hinwegtrösten können. Doch das Villacher Original ist nicht mehr – und wurde von 3000 Besuchern in der Stadthalle gebührend verabschiedet. Mit tosendem Applaus, ganz so wie es ihm gefallen hätte. Eine Schweigeminute hätte auch nicht gepasst, denn still war es um Glöckner selten.
Am Eis verschlief der VSV wieder einmal seinen Start. Dylan MacPhersons Gewaltschuss sieben Sekunden vor der ersten Pause zum 1:1 schmeichelte den Villachern etwas. Die vorangegangene Gäste-Führung durch Ex-Adler Rick Schofield (12.) war nämlich mehr als verdient. Doch im Mitteldrittel fanden die Blau-Weißen zu ihrem Spiel und belohnten sich bald. Ein abgefälschter Hammer von Philipp Lindner landete in den Maschen (28.). Und so durften sich diesmal die Italiener nicht über den Pausenstand beschweren, weil Villach nach der Führung Chancenwucher betrieben hatte.
Morley bestrafte die Villacher Fahrlässigkeiten doppelt
Die Villacher ritten an diesem Abend auf der Rasierklinge, denn nach einem guten Drittel kehrte wieder Funkstille ein. Weil Pustertal die wieder eingetretene Verkrampfung nur einmal durch David Morley nutzte (46.), folgte auf eine blutleere Darbietung in der Verlängerung noch das Penaltyschießen. In diesem sorgte Morley als einzig treffsicherer Spieler für Pustertals Auswärtssieg.
JP Lamoureux erfüllte sich vor dem Spiel sein „Lebensziel“. Bis zum 40. Geburtstag wollte er spielen, das wird der älteste Spieler der Liga nun auch über den 20. August, wo er den runden Ehrentag feiert, tun. Ein Jahr bleibt er fix noch. Und weil die Familie Lamoureux am besten Weg ist, echte Villacher zu werden, ist auch möglich, dass Lamoureux künftig ins Trainerteam wechseln könnte.