Die FPÖ verteidigt ihre Teilnahme an den Corona-Protesten vom Wochenende. Es habe sich um ein „großes friedliches Fest“ gehandelt, so FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz und der stellvertretende Klubchef im Parlament Peter Wurm am Dienstag. FPÖ-Wirtschaftsvertreter sind indes für Demo-„Weihnachtsfrieden“.

Bei der Demo in Wien am Samstag war die FPÖ als Mitveranstalter aufgetreten. Schnedlitz hatte dort das Wort ergriffen, genauso wie Parteichef Herbert Kickl. Es seien dort deutlich mehr als die von der Polizei und „einem ÖVP-Innenminister“ (Gerhard Karner, Anm.) kolportierten 44.000 Menschen dabei gewesen, versicherte Schnedlitz heute bei einer Pressekonferenz.

Bei den Demonstrationen am Samstag in Wien gab es 771 Anzeigen, großteils wegen Verstößen gegen die Corona-Maßnahmen, eine wegen Wiederbetätigung, extreme Redner sprachen auf derselben Bühne wie Kickl und Schnedlitz. Der Verfassungsschutz betrachtet die Radikalisierung der Coronaleugner als eine der größten Gefahren und führte Gefährderansprachen mit Demo-Teilnehmenden durch. Der FPÖ-Generalsekretär ist aber überzeugt: Es handle sich bei den Demonstrierenden um rechtschaffene Bürger, die in Sorge seien.

Freiheitliche Wirtschaft will „Weihnachtsfrieden“

In der FPÖ sind allerdings nicht alle auf Corona-Demo-Kurs. Die Freiheitliche Wirtschaft (FW) ersuchte in einer Aussendung am Dienstag um „Weihnachtsfrieden“ am kommenden Einkaufswochenende. Es solle „bitte ungestört gearbeitet werden können“, ersuchte FW-Bundesobmann Matthias Krenn. Man habe Verständnis für die Proteste, die letzten Tage vor den Feiertagen seien aber für Zigtausende Betriebe überlebenswichtig, hieß es.

Genau am kommenden Sonntag soll aber auch ein Kontrapunkt zu den lauten Demos der Impfskeptiker gesetzt werden: Tausende sollen am Wiener Ring um 17 Uhr schweigend eine Minute lang ein Lichterspalier für die bald 13.000 Coronatoten und das unermüdliche Engagement des Gesundheitspersonals abhalten.