Corona-Ampel-KommissionExperten fordern de facto Lockdown auch für Geimpfte in Salzburg und Oberösterreich

Die Ampel-Kommission fordert rasch weitere Corona-Maßnahmen. Die Experten empfehlen eine Impfpflicht für Gesundheitsberufe, weitere Einschränkungen für Ungeimpfte und de facto regionale Lockdowns in Oberösterreich und Salzburg.

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Für Salzburg und Oberösterreich fordern die Experten de facto einen Lockdown.
Für Salzburg und Oberösterreich fordern die Experten de facto einen Lockdown. © APA/BARBARA GINDL
 

Die Ampel-Kommission fordert dringend weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Coronakrise. Denn die gegenwärtigen Zahlen stellten eine "ernst zu nehmende Bedrohung" dar, wie es in einer Aussendung des Gremiums heißt.

"Unmittelbar erforderlich" seien etwa weitere Einschränkungen für Ungeimpfte. Für Oberösterreich und Salzburg wird de facto ein Lockdown empfohlen. Der Mund-Nasen-Schutz kehrt indes in drei Ländern an die Schulen zurück.

In Oberösterreich kommt indes der Lockdown für Ungeimpfte ab Montag.

Rasche Maßnahmen gefordert

Da mit hoher Wahrscheinlichkeit ein sehr hohes Systemrisiko an den Krankenanstalten erreicht werde, stehe die medizinische Versorgung der österreichischen Bevölkerung vor einer ernst zu nehmenden Bedrohung.

Angeregt wird daher, Ungeimpften auch den Zugang zum nicht notwendigen Handel (also beispielsweise Kleidung, Elektronik etc.) sowie zu Museen zu untersagen. Aber man geht davon aus, dass selbst diese Maßnahmen wie auch eine Impfpflicht im Gesundheits- und Pflegebereich, die ebenfalls befürwortet wird, nicht reichen werden.

Lockdowns für Oberösterreich und Salzburg

Die Kommission schlägt daher in besonders betroffenen Gebieten wie Oberösterreich und Salzburg de facto einen Lockdown vor.

Konkret verlangt werden "allgemein gültige kontaktreduzierende Maßnahmen", etwa die Beschränkung von Hochrisiko- und Risikosettings, wie z. B. Zusammenkünfte im privaten und öffentlichen Bereich, Gastronomie und nicht-essenzieller Handel. Bei Nichteintreten einer Trendumkehr seien diese Maßnahmen bundesweit auszurollen, empfehlen die Experten.

Als Problem zeigt sich derzeit nicht nur die Entwicklung auf den Intensivstationen sondern auch auf den Normal-Abteilungen. Die Fallzahlen dort stellten für das Gesundheitssystem zunehmend eine Überforderung der betroffenen Einrichtungen dar. Die Verfügbarkeit von qualifiziertem Personal wird insbesondere im stationären Bereich als kritischer Faktor gesehen.

Konsequenzen in Schulen

Unmittelbare Folgen hat die Ampel-Sitzung bereits für die Schulen in Nieder- und Oberösterreich sowie in Tirol. Bisher standen alle Länder auf Risikostufe zwei, die im Wesentlichen einen normalen Betrieb plus dreimaligem Testen pro Woche darstellt. Das ändert sich ziemlich drastisch mit Stufe drei.

Zusätzlich zu der Masken-Anordnung sind Schulveranstaltungen wie Wandertage oder Skikurse verboten, auch Unterrichtsangebote mit externen Partnern wie Vereinen dürfen nicht mehr durchgeführt werden. Konferenzen und Elternsprechtage müssen in digitaler Form stattfinden.

Trend weiter dramatisch

Da der 14-Tage-Trend bei den Neuinfektionen weiter überall nach oben zeigt, bleiben folgerichtig auf der Ampel sämtliche Bundesländer im roten Bereich, der sehr hohes Infektionsrisiko ausdrückt. Auch bei den Über-65-Jährigen steigen die Infektionszahlen im ganzen Bundesgebiet stark an.

Ober- und Niederösterreich, Salzburg sowie Vorarlberg drohen bei den Intensivkapazitäten in den kommenden beiden Wochen über die kritische 33 Prozent-Marke zu klettern.

Wie gefährlich die Situation im Land mittlerweile ist, illustriert auch die Risikozahl, die sich aus den für die Farbgebung relevanten Faktoren ergibt. Unter 100 beginnt der orange Bereich des ohnehin hohen Risikos. Wien liegt bei 214, aktuell der beste Wert. Tirol als Land mit dem schlechtesten befindet sich bei einer Risikozahl von 1057. Vor einer Woche lautete die Risikozahl dort noch 581.

Mehr Symptome, weniger Contact-Tracing

Nur noch 23 Prozent der Fälle in Österreich sind asymptomatisch, was einerseits wohl mit dem heftigeren Verlauf der Delta-Variante, aber auch mit dem vergleichsweise niedrigen Testniveau zusammenhängen dürfte.

In Tirol wurde gar nur ein Prozent der aufgetauchten Fälle als asymptomatisch beschrieben. Wien testet mit Abstand am meisten und hat einen Anteil von 47 Prozent an asymptomatischen Fällen.

Nur noch 35 Prozent der Fälle werden bundesweit aufgeklärt, klar am meisten in Wien und im Burgenland, am wenigsten, nämlich 20 bzw. 27 Prozent, in Oberösterreich und Tirol. Oberösterreich hat auch die bei weitem höchste rohe sowie risiko-adjustierte Sieben-Tages-Inzidenz an Fällen.

Vöcklabruck war zuletzt der Bezirk mit den schlechtesten Werten gefolgt von Waidhofen/Ybbs und Braunau. Hollabrunn, Bruck/Mur und Mödling stehen noch am besten da.

Kommentare (52)
Irgendeiner
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Natürlich, Lockdown für alle, aber nicht nur in den zwei Ländern,

denn wir müssen die Gesamtbilanz der Intensiv im Augen haben,wenn anderswo noch Luft ist soll es dort nicht raufgehen, sonst könnma Patienten nicht mehr verlegen wenns wo drüberschwappt,so ist das Leben eben,wenn einer frech mit dem Mundwerk eine Pandemie im Griff hat und sie genauso frech mit dem Mundwerk beendet und noch Delta reinläßt, weil er nichtmal kapiert,man kann vielleicht viele Wähler dummschwätzen,aber kein Virus, das lebt nichtmal und es ist resistent auch gegen Geschwafel.

gonzolo
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Irgendwie scheint in Teilen unseres lustigen Alpenvölkleins der Wurm drinnen zu sein …

zum Glück haben wir unseren Herpferd mit seinen Entwurmungstabletten – ätsch!

Auf die Tabletten – fertig – looooos!

Wie sagt man so schön blau-äugig: „Wenn man eh schon einen Stich hat, dann braucht man keinen mehr.“

Irgendeiner
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Man hatte ja gesagt bei seinem Abgang,

schenkt ihm auf Staatskosten ein Pferd, dann kann er in den Sonnenuntergang reiten und zum Entwurmen hätte jetzt auch was.Man muß sie glücklich und still halten, sonst laberns.

aposch
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Coronazahl

Warum wohl ist die Coronazahl in Oberösterreich am Höchsten? Weil dort auch die Durchimpfungsrate am Niedriegsten ist. Irgendwie müsste es doch den Dümmsten einleuchten, dass da ein Zusammenhang besteht. Und warum ist sie dort am Niedrigsten, weil dort die Freiheitlichen so stark sind. Ist doch wohl auch ein Zusammenhang, oder?
Zeigt grad nicht von erhöhter Intellegenz.

manung
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Experten fordern de facto Lockdown auch für Geimpfte in Salzburg und Oberösterreich,

als erstes würde ich den Rücktritt von Hernn Haslauer fordern!

RonaldMessics
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Und sie glauben....

...dass der nächste Politiker sich an den Ratschlag der Experten hält??? Selten so gelacht. Seit man bei Kickl sieht, wie er das Volk verarscht, gibt es keine Hemmungen mehr vor dem Unwissen

sistra
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Impfpflicht statt Lockdown!

Haben die Politiker unserer Regierung keinen Mut für notwendige unpopuläre Maßnahmen. Die Impfschwurbler halten die Pandemie am Köcheln.

meno
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Nun ja,..

die Impfpflicht wirkt leider nicht so schnell wie sich z.Z. das Virus verbreitet.
Sie können auch keinen mit der Polizei zum Impfarzt schleppen wenn eine Impfpflicht gesetzlich geregelt wäre, sondern nur Strafen verhängen wenn einer die Impfung verweigert.
Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass ca. ein Drittel unserer Landsleute unbelehrbar, egoistisch, politisch gläubig, esoterisch veranlagt, zu Verschwörungsmythen neigend, staatsfeindlich, an psychischen Problemen leidend od. was auch immer sind.
Die Gesamtbevölkerung ist dadurch Leidtragende einer Situation die im Wesentlichen von Impfverweigerern immer weiter verlängert wird - leider.

RonaldMessics
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Impffpflich ist..

...unrealistisch, nicht umsetzbar in einem Volk, dass FMG oder Kickl wählt.

Captain Einsicht
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...

2G ist ja schon sowas wie impfpflicht (wer hälts schon ewig aus nirgends wo hingegen zu dürfen?).

Sie reden von impfzwang mit bußgeldandrohung

Steiermark14
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Impfverweigerer

In Portugal wo 87,4 %geimpft sind liegen 66 Patienten auf Intensiv und 345 auf der Normal Station, sie haben fast 1 Million mehr Einwohner und es herrscht nirgends eine Maskenpflicht.

In Österreich sind 64% geimpft, fast 500 liegen auf intensiv und 5mal so viel auf Normalstation und wir tragen überall Maske.
Jetzt an die Impfgegner, impfen hilft nicht.
Wenn das Verhältnis 1: 10 ist hätten wir jetzt ca. 50 Impfdurchbrüche auf intensiv, somit würden die Intensivstationen nicht explodieren.
Aber die Impfgegner sind so egoistisch und verantwortungslos und stur.

Berndian
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Einfach mal behaupten...

"mit dem heftigeren Verlauf der Delta-Variante."

Dieser Mythos wurde doch schon letztes Jahr entzaubert.
Es geht scheinbar nur noch um Panik...

rehlein
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@Berndian

Wie kann ihr angeblicher "Mythos" schon letztes Jahr entzaubert worden sein, wenn es da noch gar kein Delta gab?
Es gab letztes Jahr noch nicht einmal die Alpha Variante!

Alpha übernahm im Frühjahr 21 die Vorherrschaft, Delta im Sommer.

SIE behaupten einfach mal was! Und noch dazu was Falsches!

isteinschoenerName
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Unbrlehrbaren wie Ihnen würde ein einwöchiges Praktikum auf einer der vielen

Covid-Intensivstationen gut tun. Leider würden Sie dort wohl keine große Hilfe sein. Ich bin täglich schockiert über die Naivität unsere Ich-Ich-Ich-Gesellschaft.

Hapi67
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Am besten

einen dauerhaften Lockdown aller geimpften Coronajünger mit Ihren Ihren Gurus der Virologen.

Der Rest lebt bequem weiter, während die Sektenanhänger für den Untergang beten.

Vielen Dank

gonzolo
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Don´t worry …

to be only a Hapi …

Vielen Dank

Mein Graz
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@Hapi67

Da glaubma doch viel lieber dem Kickl, der YouTube-Uni, dem Facebook-Studium und ein paar schwurbelnden Ärzten, denen schön langsam die Felle davon schwimmen, weil die Arbeitgeber Schritte setzen.

Leb bequem weiter - ich wünsch dir, dass du das nicht auf der Intensivstation tun musst.

Stratusin
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Uii!

Schieben wir Panik. Das tut mir aber richtig leid! 😂

Planck
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Schaun S', im Grund ist die Sache watscheneinfach.

Die wissenschaftlich/medizinischen Fakten liegen auf dem Tisch, die Erkenntnisse werden dann und wann kontrovers debattiert, allerdings auf einem Niveau, das Sie (wie jeden anderen Stammtischvirologen) qua mangelnder Ausbildung völlig ausschließt.

Die Entscheidung, die die Politik zu treffen hat, ist Folgende: Wie viele Tote können wir in Kauf nehmen, ohne dass uns die Wähler massenhaft davonrennen, weil sie merken, dass wir versagt haben und der Verwandte/Bekannte noch leben könnte, wenn es nicht so wäre.
Oder aber, man rettet so viele Leben wie möglich, auch gegen die Interessen der ICH-AGs, die in der Zwetschkenrepublik Österreich sowieso immer wissen, wo der Bartl den Schnaps holt.

Bojo beispielsweise hat (zwar abgestritten, aber) gesagt, er will keinen Lockdown mehr, "und wenn sich die Leichen stapeln." Kann man anscheinend machen. Anscheinend kann man andernorts noch eine ganze Menge mehr machen, ohne dass einem etwas passiert, Leute von Staats wegen ermorden lassen z. B.

Ich bin aber nicht sicher. ob dasselbe auch in Österreich ginge, bedenkt man den Aufschrei, den der Haslauer gerade mit seiner Geschmacklosigkeit ausgelöst hat.

To make a long story short: Ich hoffe schon noch auf die Schwarmintelligenz.
Weil ich halt Optimist bin ...

Aber WEIL ich Optimist bin, weiß ich, dass bei Ihnen jedes Wort Perle ist *gg

Hildegard11
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Vor allem....

...wie sollte ein Lockdown für nur Nichtgeimpfte funktionieren? Überall Kontrollen hinstellen?

wulzkarl
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Wie funktioniert 130 auf Autobahnen

eben auch nicht 100%, aber großteils denn Stichprobenkontollen mit entsprechenden Strafen dämmt die Kontaktfreudigkeit sicher ein

Unzufriedener
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Impfen

Experten und einen Lockdown für was ? gebt endlich zu das ihr Versagt habt und eure Vorhersagen für nichts waren. Und der Impfstoff bei weiten nicht das bringt für was er Beworben wurde.
Wenn es dann nicht mehr die Ungeimpften schuld sein können, wer ist es dann ? (Die Geimpften)

chh
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Was ich an den Impfskeptikern und -verweigerern nicht verstehe

JA, es ist richtig, dass die Impfung nicht so gut wirkt wie erhofft, vor allem in Bezug auf die Dauer des Schutzes. Aber ihr tut ja immer so als wäre Nicht-impfen besser! Die Impfung wirkt, das kann man euch auf der ganzen Welt bestätigen, wenn ihr schon unseren 'Oberen' in Österreich kein Vertrauen schenkt.
Und sie ist inzwischen milliardenfach erprobt. Warum genau kommt ein vernünftiger Mensch zum Schluss, dass die Impfung mehr schaden als nützen soll??

blackpanther
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Das ist das Problem

ein vernünftiger Mensch kommt nicht auf die Idee, nur Vernunft, Eigenverantwortung und Solidarität ist für die Impfverweigerer ein Fremdwort, sie jammern und schwurbeln lieber als sich zu überlegen was sie selbst für die Gesellschaft tun kann. Immerhin haben sie es geschafft, durch ihr Nichtimpfenlassen alle in Geiselhaft zu nehmen. Gratulation, super Leistung!

Unzufriedener
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Daumendrücker

An die Daumen nach unten Drücker. Ein bisschen eigenständiges Nachdenken wäre ein Vorteil und nicht blindlings Nachfolgen was gewisse Damen/Herrn vorgeben. Man kann durchaus positiv sein wenn man es kritisch Betrachtet. Danke.

RonaldMessics
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Ein unzufriedener....

....Mensch ist immer einer der nörgelt. Ein unzufriedenen Mensch ist einer der sich ins negative Eck setzt.
Eigentlich könnten sie ihren Nick Nicknamen auf
EIN JAMMERER nennen.
Zumeist sind es auch die Erfolglosen, die unzufrieden und frustriert sind.

 
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