Ein Jahr nach IbizaStrache: „Ich bin der transparenteste Politiker, den es gibt“

Ein Jahr nach der „Ibiza-Affäre“ kehrt Heinz-Christian Strache in die Politik zurück. Ein Gespräch über Spesen, Opferinszenierung und wofür er sich geniert.

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INTERVIEW MIT HEINZ-CHRISTIAN STRACHE
Strache zur „Ibiza-Affäre“: „Der Einzige, der bei dieser ganzen Sache zu Schaden gekommen ist, bin ich“ © APA/ROBERT JAEGER
 

Vor sieben Monaten haben Sie Ihren „völligen Rückzug“ aus der Politik verkündet, nun wollen Sie bei der Wien-Wahl antreten. Warum können Sie nicht von der Politik lassen?

Heinz-Christian Strache: Mit meinem Rückzug wollte ich damals meine eigene und meine freiheitliche Familie schützen. Als Letztere sich dann aber so schäbig verhalten hat und eine Verleumdungsmaschinerie losgebrochen ist, sind viele Bürger auf mich zugekommen. Sie haben mir gesagt, dass es meinen Nachfolgern an Herz und Seele fehlt und dass ich zurückkehren soll. Weil es in diesem Land eine starke Opposition braucht. Und die gibt es aktuell nicht.

Viele dieser „Bürger“ werden Ihnen wohl ganz andere Dinge gesagt haben. Wurden Sie kritisiert?
Heinz-Christian Strache: Natürlich gab es jene, die „Heast, das war ned schön“ gesagt haben. Und das stimmt ja auch. Ich habe dafür die Verantwortung übernommen und bin zurückgetreten. Und natürlich geniere ich mich – dass ich in einer privaten Situation gefilmt werde und das dann manipulativ zusammengeschnitten wird.

Sie bleiben dabei, nichts falsch gemacht zu haben? Wird Ihre Opfer-Erzählung nicht langsam alt?
Heinz-Christian Strache: Ich habe kein schlechtes Gewissen, weil ich nichts angestellt habe. Punkt. Das haben die deutschen Journalisten ja auch in ihrem Buch zugegeben. Dort erwähnen sie ja mehrfach, dass ich betont habe, dass alles rechtskonform sein muss. Dass sie sich bis heute weigern, das ganze Video herauszugeben, zeigt ja nur, dass sie offenbar nicht objektiv gearbeitet haben.

Warum sind Sie nicht einfach aufgestanden und gegangen? Warum haben Sie von sich aus von Strabag-Vergaben und vom Verkauf der Kronen Zeitung begonnen?
Heinz-Christian Strache: Das ist nicht richtig, die vermeintliche Oligarchin hat ja gesagt, dass sie Anteile bekommt. Weder konnte ich die Krone verkaufen, noch wollte ich das. Zudem spreche ich im Video nicht über mich, sondern andere Parteien. Ich habe dem System den Spiegel vorgehalten. Ich selbst habe nichts gemacht.

Ein Video, das alles veränderte

Seit Veröffentlichung des Ibiza-Videos am 17. Mai 2019 ist nichts mehr, wie es war. Erleben Sie in einer interaktiven Grafik, wie die Regierung zerbricht, Kanzler Kurz abgewählt wird, Neuwahlen ausgerufen werden und der gefallene Strache an seinem Comeback bastelt. Hier geht's zur Grafik.

Eine Einschätzung, die wohl nur die wenigsten mit Ihnen teilen.
Heinz-Christian Strache: Das zeigt ja nur die absurde Regie dieser Fallensteller, die das Video mit Stasi-Methoden erstellt haben. Allein aus demokratiepolitischer Sicht kann man das nicht so stehen lassen.

Wie wollen Sie sich von diesem „PR-Super-GAU“, wie Sie es genannt haben, erholen?
Heinz-Christian Strache: Ich bin der transparenteste Politiker, den es gibt. Und das sehen die Menschen.

Gesehen haben sie aber auch Ihre saftigen Spesenrechnungen.
Heinz-Christian Strache: Wieder ist es die Verleumdung, die wehtut. An Spesen an sich ist ja nichts Verwerfliches. Dass man diese ersetzt bekommt, ist ja selbstverständlich. Aber bei mir werden Umbauarbeiten im Ministerium für die Mitarbeiter als Spesen ausgelegt oder es ist von Gucci-Handtaschen die Rede. Zudem muss man kein Armutsgelübde ablegen, um trotzdem zu wissen, wie es Menschen geht, die wenig haben, und für diese da zu sein.

Wie wollen Sie künftig mit dem Thema Spesen umgehen?
Heinz-Christian Strache: Derzeit lebe ich von meinem im Oktober gegründeten Consulting-Unternehmen, das sich gut entwickelt. Und diese Selbstständigkeit will ich auch fortsetzen. Und nebenbei engagiere ich mich jetzt ehrenamtlich für diese Bürgerbewegung – als Idealist.

Idealistisch gehen Sie auch in die bevorstehende Wien-Wahl. Wie werden Sie sich von der FPÖ abgrenzen, die die gleichen Inhalte hat? „Ich bin das Original“ wird wohl zu wenig sein.
Heinz-Christian Strache: Die Strache-FPÖ war ich, die gibt es nicht mehr. Ich hör sie nicht, ich seh sie nicht, ich erlebe keine Oppositionspolitik. Und weil da jetzt ein Vakuum da ist, braucht es jemanden, der es füllt. Und jemanden, der endlich wieder einmal auf den Tisch haut und die Regierung vor sich her treibt.

Ist die FPÖ zahm ohne Sie?
Heinz-Christian Strache: Zahnlos.

PK DIE ALLIANZ FUeR OeSTERREICH (DAOe): STRACHE
Foto © APA/HARALD SCHNEIDER

Bei Ihrem neuen Programmpapier haben bekannte Intellektuelle mitgearbeitet, sagen Sie. Diese wollen aber nicht genannt werden. Frustriert es Sie, dass man nicht mit Ihnen in Verbindung gebracht werden will?
Heinz-Christian Strache: Frustrierend ist, dass wir in einer Gesellschaft leben, wo Menschen, die sich zu uns bekennen, angefeindet werden. Das ist das Problem. Der ein oder andere wird sich durchaus noch deklarieren.

Was haben Sie aus dem vergangenen Jahr gelernt?
Heinz-Christian Strache: Man hat vieles an Traumatisierung erlebt. Der Einzige, der bei dieser ganzen Sache zu Schaden gekommen ist, bin ich. Aber ich sage: Schau nicht zurück, schau nach vorne.

Dort erwarten Sie neben der Wien-Wahl auch laufende Ermittlungen und ein U-Ausschuss. Werden Sie dort aussagen?
Heinz-Christian Strache: Jeder muss zu einem Ausschuss gehen. Aber ich finde es nicht richtig, dass dieser während laufender Verfahren abgehalten wird. Das macht wenig Sinn. Den Ermittlungen sehe ich gelassen entgegen, hier kann es nur Einstellungen geben.

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Danke für Ihr Verständnis.

gehtso
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jetzt nach dem

Interview in der Krone ist es völlig klar. Jemand hat ihm "Ecstasy in Tropfen oder liquides Kokain" ins Getränk gemischt.
Ich wusste gar nicht, dass Herr Strache Experte für Drogen ist.

Wenn man allerdings das Interview fertig liest (was einem nicht leicht fällt), bekommt man allerdings den Eindruck, es mixt ihm noch immer jemand etwas ins Getränk.

gehtso
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warum stellt kein Journalist solche Fragen:

Glauben Sie das alles wirklich, was Sie von sich geben?
Nehmen Sie Medikamente, wenn ja welche?
Wären Sie bereit, unter notarieller Aufsicht alle Ihre Konten und Kontobewegungen der letzen 15 Jahre offen zu legen?
Wie oft haben Sie sich mit Hrn. Glock getroffen?
Wie oft haben Sie sich mit Hrn. Graf von Novomatic getroffen?

gehtso
0
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da ist ein Druckfehler.

"Der Einzige, der bei dieser ganzen Sache zu Schaden gekommen ist, bin ich. " das stimmt so nicht, müsste heißen: "Der Einzige, der einen Schaden hat, bin ich."

AdeodatusderZweite
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Ignorieren

Jedes einzelne Posting hier - auch wenn es gut gemeint ist ;-) , ist zuviel.
0 Kommentare für diesen Artikel sollten das Ziel sein, 0.

Simunek
0
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ignorieren

Da haben sie nicht unrecht aber genau dieser Kommentar musste noch sein

Stubaital
19
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Ignorieren

Das sollte auch die SPÖ nahe Kleine Zeitung sein.

Mein Graz
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@Stubaital

Wenn du Blech redest wird auch bei mehrmaliger Wiederholung kein Gold draus.

Reipsi
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Mant a des

im Ernst ?

jaenner61
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vermutlich kennt er die bedeutung des wortes nicht

und er glaubt transparent bedeutet korupt und gierig!

gm72
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Hoffentlich bald verurteilt!

Denn dann hört der Zinnober endlich auf. Nicht auszuhalten dieser Mensch! Selbstverhellichend und sämtliche anderen Ich-Attribute, nur leider eben auch Österreich-Schänder. In Wahrheit überhaupt kein Staatsmann, nur ICH-bezogen, kein Sinn für die Menschen, nur ICH, immer nur ICH.

hermyne
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Schließe ...

mich dieser Meinung vollinhaltlich an! Der nächste Bericht möge über sein neues Leben in einer österreichischen Strafanstalt erfolgen. Es gilt die Unschuldsvermutung!

panasonic11
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Strache

Ja das bist du aber auch der Blödeste .

SoundofThunder
2
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Ach so?

Dann sämtliche Finanztransaktionen der FPÖ veröffentlichen,ihre Kontoauszüge,Goldvorräte,Spesenabrechnungen und deine Sporttaschen 😏 herausrücken.

SoundofThunder
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PS:

Und Sie sind nicht das Opfer. Die Opferrolle können Sie sich abschminken. Und die Tatsachen verdrehen können Sie ja probieren,die einfachen werden es Ihnen glauben. Und zusätzlich zur Ibiza und Spesenaffäre: Man wird auch über ihre gebrochenen Wahlversprechen urteilen:Direkte Demokratie,12h T1g,CETA,.....

voit60
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Bildungsferne Wählerschaft

Die leider sinnerfassendes Lesen nicht können, werden ihn leider weiterhin wählen. Nach dem Interview hier kann den doch niemand mehr wählen.

voit60
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Und liebe Zeitung

verschont uns in Zukunft mit Beiträgen ue er diesen Widerling, ausser ein Bericht über Gerichtsprozesse.

lieschenmueller
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@voit60

Jein! Ich wäre irritiert, brächte man eine Homestory über das illustre Pärchen. Aber "politisch" (in Anführungszeichen, weil nach allem was der sich geleistet hat, die Bezeichnung für ihn mehr als fragwürdig ist), jemand gänzlich totzuschweigen als Zeitung, ich mir in anderer Konstellation vorstelle, nämlich DIE wären am Ruder und würden Gleiches verlangen. Bekämen Sie da nicht auch Bauchweh?

shaba88
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murmeltier grüsst

.... das gibt's doch nicht.... und schon wieder steht er in klz

Lodengrün
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Also

was wir alles dem armen Mann antun ist schon schäbig. Er, der so klar wie Wasser ist.

Mein Graz
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@Lodengrün

Und als Politiker viel flüssiger als Wasser - nämlich überflüssig.

altbayer
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Wien

Was jammert ihr wegen Strache - er hat Wien für die SPÖ gerettet.
Zuerst durch IBIZA und jetzt teilt er die Reststimmen der FPÖ auch noch einmal auf.

fersler
9
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der

Charakter dieses Mannes war ja vor Ibiza kein anderer und trotzdem hat Türkis ihm fahrlässig die Rutsche zum Vizekanzler gelegt.

lapinkultaIII
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„Ich bin der transparenteste Politiker, den es gibt“

Stimmt, Herr Strache. Sie sind wirklich einfach zu durchschauen!

zyni
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Schöne Bühne,

die er da wieder bekommen hat. Seine Fans lesen nur den Titel und sind bestärkt ihn zu wählen.
Sie sind politisch möglicherweise nicht sehr interessiert und haben nicht gecheckt, was in den letzten 12 Monaten passiert ist. Für diese Fans empfehle ich die „Nachrichten in einfacher Sprache“ in ORF3. Diese dauern nicht lange, man muss sich also nicht so lange konzentrieren können wie bei diesem Interview 🤦🏻‍♂️

barbararechberger
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Bodenlose Frechheit....

Warum bietet man einen „Staatsverräter“ und Kostenvertuscher (plötzlich so transparent???!) so ein Podium, un sich zu präsentieren??? Wenn der Herr XY eine Partei gründet kräht kein Hahn, aber dem Herrn HC gibt man seitenweise die Möglichkeit die Seinen“ zu sammeln!!! Schade um jeden Absatz!

shaba88
1
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ja

Und interessanterweise wieder in der klz, aber andererseits die NYT schreibt ja auch jeden Tag über deren trump.. aber auf welch anderen kritischen Niveau... das level österr. Medien kommentiere ich nicht mehr

 
Kommentare 1-26 von 60