Seit Monaten tobt im EU-Parlament ein Streit über die Finanzierung von Nicht-Regierungsorganisationen (NGO), der auf einen Fall zurückgeht, in dem der frühere Kommissions-Vizepräsident Frans Timmermans (S&D) rasch als Feindbild ausgemacht wurde. Timmermans‘ Hauptjob war es, für die Umsetzung des „Green Deal“ zu sorgen; dafür traten naturgemäß auch zivile Umweltschutzorganisationen ein – auch jene, die Gelder aus EU-Mitteln erhalten. Dann passierte Ungewöhnliches: Eine dieser Gruppen versuchte sich in aktiver Lobbyarbeit ausgerechnet bei EU-Parlamentariern. Und das brachte vor allem die EVP auf die Palme. Der niederländische Abgeordnete Dirk Gotink, davor einer der Sprecher von EVP-Fraktionschef Manfred Weber, beklagte in Straßburg den Irrwitz, dass eine EU-Organisation Steuergeld dafür einsetzt, für eines ihrer Programme bei einer anderen EU-Institution Lobbying zu betreiben und dabei sogar den legislativen Prozess zu manipulieren.