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Getötete Leonie (13) 23-jähriger Afghane will mit Video Unschuld beweisen

Am Handy des 23-Jährigen wurde ein offenbar selbst von ihm aufgenommenes Video gefunden, das zeigt, wie er in der gegenständlichen Nacht um 1.36 Uhr über eine Brücke über die Donau fährt. Ein Zeuge belastet ihn jedoch massiv.

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Kerzen erinnern an den tragischen Tod der 13-Jährigen © APA/HERBERT NEUBAUER
 

Die genaue Klärung der Umstände, die Ende Juni zum gewaltsamen Tod eines 13 Jahre alten Mädchens in Wien-Donaustadt geführt haben, wird einige Zeit auf sich warten lassen. Das detaillierte schriftliche Obduktionsgutachten wird in acht bis zwölf Wochen vorliegen, sagte Thomas Vecsey von der Staatsanwaltschaft Wien am Mittwoch auf APA-Anfrage.

Dann sollte auch feststehen, welche Mengen an Drogen die 13-Jährige konsumiert hatte bzw. wie viel ihr verabreicht wurde und ob bzw. inwieweit die Substanzen kausal für ihr Ableben waren. Das Mädchen soll eine massive Dosis an Ecstasy-Tabletten im Körper gehabt haben, in einer Aussage ist von elf Tabletten die Rede. Auch Heroin soll eine Rolle gespielt haben. Ein toxikologisches Gutachten wird Aufschluss darüber geben.

Ein an den Tatort - ein Grünstreifen vor einer Wohnhausanlage in der Erzherzog-Karl-Straße - gerufener Gerichtsmediziner war an Ort und Stelle bei einer Erstbeschau der Leiche von Ersticken durch Fremdverschulden ausgegangen. Diesen Eindruck gewann der erfahrene Gerichtsmediziner, weil ihm Fingerabdrücke an den Innenseiten der Oberarme und am Hals des Mädchens auffielen. Er bemerkte überdies Kompressionsspuren am Brustkorb der Leiche, die darauf hindeuteten, dass jemand seine Knie gegen den Körper des Mädchens gedrückt haben könnte. Diese Indizien legten den Schluss nahe, dass gegen die Jugendliche Gewalt ausgeübt wurde.

Laut Ermittlungen vergewaltigt

Nach ersten Ermittlungen traf die 13-Jährige am 25. Juni den 16- und den 23-jährigen Verdächtigen am Donaukanal, wo ihr die beiden bereits Ecstasy verabreicht haben sollen. Dann seien die beiden afghanischen Staatsbürger mit dem Mädchen in die Donaustadt in die Wohnung des 18-Jährigen gefahren, wo sich auch der vierte Verdächtige - ein 22-Jähriger - aufgehalten hat. Dort wurde dem Mädchen weitere Drogen verabreicht. Mindestens zwei der drei Männer haben sie dem Ermittlungsstand zufolge vergewaltigt.

Foto © APA/HERBERT NEUBAUER

Als die 13-Jährige das Bewusstsein verlor, wurden die Männer nervös. Den Berichten zufolge soll das Herz des Mädchens zu schlagen aufgehört haben. Die Verdächtigen hätten ihr daraufhin Milch und Joghurt eingeflößt und sie unter eine Dusche gehalten. Doch die Unmündige zeigte keine Lebenszeichen mehr. Sie hätten sie daraufhin in einen Teppich gewickelt und das Mädchen auf dem Grünstreifen an einen Baum gelehnt.

Um 6.59 Uhr war bei der Rettung ein Notruf eingegangen. Zeugen hatten die 13-Jährige an dem Baum entdeckt und mit der Reanimation begonnen. Einsatzkräfte übernahmen, die Versuche, die Jugendliche wiederzubeleben, blieben aber erfolglos. Dabei gab sich der 16-Jährige, der nun als Verdächtiger in U-Haft sitzt, als Zeuge aus, der den Notruf gewählt haben will. Ein Polizeispürhund konnte dann später mithilfe eines Schuhs des Mädchens die mutmaßliche Tatwohnung ausfindig machen. Unterdessen ging auch ein Bekannter des 18-Jährigen zur Polizei und berichtete, dass ihm der Freund die Geschehnisse in der Wohnung geschildert habe.

Video als vermeintlicher Unschuldsbeweis

Der 23-Jährige behauptet, er habe sich in der Nacht auf den 26. Juni gar nicht in der Wohnung des 18-Jährigen befunden und habe mit der Sache nichts zu tun. Vier von ihm als Alibi-Zeugen namhafte gemachte Bekannte haben der Polizei mittlerweile bestätigt, sie hätten die ganze Nacht mit dem 23-Jährigen verbracht und dieser habe die Gruppe nicht verlassen. Am Handy des 23-Jährigen wurde ein offenbar selbst von ihm aufgenommenes Video gefunden, das zeigt, wie er in der gegenständlichen Nacht um 1.36 Uhr über eine Brücke über die Donau fährt.

Der 23-Jährige wird jedoch von einem weiteren Zeugen - einem Bekannten des flüchtigen 22-Jährigen - belastet. Dieser behauptet, er habe vom 22-Jährigen vor dessen Flucht erzählt bekommen, der 16-Jährige habe den 23-Jährigen mit einer Ecstasy-Lieferung in die Wohnung bestellt und der 23-Jährige habe dort ebenfalls das Mädchen missbraucht.

Diese Beweislage müssen nun die Justizbehörden beurteilen. Gesichert dürfte jedenfalls sein, dass der 23-Jährige vor dem Verbringen des Mädchens aus der Wohnung nicht mehr dort, sondern anderorts war. Einer der Verdächtigen hatte ihn angerufen, nachdem die 13-Jährige das Bewusstsein verloren hatte.

Anwalt will vollständige Akteneinsicht

Unter den festgenommenen Tatverdächtigen befinden sich Männer, die einen rechtskräftig negativen Asylbescheid erhalten hatten und sich im Tatzeitpunkt nicht mehr im Land befinden hätten dürfen. Der Anwalt der Familie, Florian Höllwarth, der eine Amtshaftungsklage gegen die Republik erwägt, will nun die Akten des Bundesamts für Fremdenwesen und Asyl (BFA) sowie des Bundesverwaltungsgerichts (BvWG) herbeischaffen. Seinen ersten Informationen zufolge hätten die Asylverfahren der Verdächtigen viel zu lange gedauert. Für ihn hätten die Männer "ein Bedrohungsszenario für die Bevölkerung dargestellt" und sie hätten von den Behörden besser überwacht gehört.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt in diesem Zusammenhang derzeit wegen Vergewaltigung mit Todesfolge und Missbrauchs einer wehrlosen Person (§ 205 StGB). Die aus Afghanistan stammenden Tatverdächtigen im Alter von 16, 18 und 23 Jahren befinden sich in U-Haft, nach dem 22 Jahre alten Landsmann und möglichen Mittäter des Trios wird Länder übergreifend gefahndet.

Kommentare (31)
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Hausverstand benützer
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Todesursache

Dachte gelesen zu haben das es auch Würgemale bei Leoni gegeben hat.

Jaquinta3
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Obduktion

Warum dauert es 8 bis 12 Wochen, bis der Obduktionsbefund da ist? Normalerweise müsste so ein brisanter Fall doch vorgezogen werden, auch wenn die Gerichtsmedizin chronisch überlastet ist. Oder soll das Ganze verzögert werden, damit die zornige Bevölkerung sich wieder beruhigt und auf den Fall vergisst?

Isidor9
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Wer hat sich für die Afghanen eingesetzt?

Die Afghanen "haben gegen ihre Abschiebung Rechtsmittel eingesetzt" heißt es. Obwohl die gar nicht Deutsch können. Wer hat sich für die Afghanen also eingesetzt? Sie beraten? Ihre Abschiebung vehement bekämpft?
Bitte um Aufklärung.

UHBP
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@iso...

Wir leben in einem Rechtsstaat. Und das ist gut so, auch wenn manche lieber alte Zeiten zurück hätten.

alphaalpha
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Sehr bedauerlich,

dass die österreichische Gesetztgebung nach all den Jahren der Flüchtlingsproblematik noch immer nicht entsprechend angepasst wurde! Ein negativer Asylbescheid ist nutzlos, wenn nicht drauf geschaut wird, dass die Person unser Land auch wirklich verlässt. Vor allem straffällig gewordene, verurteilte Asylwerber gehören sofort außer Landes gebracht. BITTE REGELT‘S DAS DOCH ENDLICH!

edug16
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Florian Höllwarth

Den Namen wird man sich merken müssen.

paulrandig
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Abgesehen von allem anderen,...

...aber muss hierzulande nicht eine SCHULD bewiesen werden anstatt vom Verdächtigen eine UNSCHULD?

Ka.Huber
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erklärst

du das den Eltern von dem Mädchen ?

Mein Graz
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@Ka.Huber

Ich bin überzeugt, dass die Eltern jetzt in tiefer Trauer sind, und mein Bedauern und mein Beileid gilt ihnen.

Wo waren sie, als das Mädchen allein nächtelang unterwegs war? Das ist keineswegs als Schuldumkehr zu verstehen, denn was die Männer diesem Kind angetan haben, dafür gibt es keinerlei Verständnis oder Entschuldigung. Mir als Elternteil stellt sich diese Frage allerdings, denn es war für uns undenkbar, dass wir nicht wussten, wo sich unsere Kinder in der Nacht aufhalten!

Und ich als Elternteil kann mir nicht vorstellen, dass ich nach so einer grausamen Tat an meinem Kind schon 2 bis 3 Tage nach dem Geschehen an eine Klage der Republik denke. Da habe ich noch ganz andere Gedanken!

Sepp2012
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Verdrängung

Normalerweise hat man in solch einer Situation andere Gedanken als den, die Republik zu klagen, da haben Sie recht. Psychologisch gesehen ist das aber ein recht einfacher Mechanismus. Ein Sündenbock erleichtert einem die Verdrängung der eigenen Fehler. Man denkt dann den ganzen Tag über die Asylbehörden nach und nicht mehr über die eigene elterliche Verantwortung.

Ba.Ge.
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Sollten sie auch nur einen einigermaßen brauchbaren Anwalt haben,

wird die Idee vermutlich von ihm gekommen sein… nehm ich an.

Trotzdem muss ich als Elternteil einer 13 jährigen wissen, wo diese sich befindet. Aufsichtspflicht nennt sich das, nix?

Ba.Ge.
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Richtig verstanden.

Mit Zeugenaussagen war diese Schuld bislang scheinbar nicht ausreichend zu belegen, womöglich wird die „Leichenbeschau“ in ~8Wochen mehr dazu sagen können.

Possan
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Ich verstehe diese Schlagzeile nicht...

Mit welchem Video will der junge Asylbewerber - oder was auch immer er ist - beweisen, dass er unschuldig ist? Hat er gefilmt, dass er nichts getan hat...😠? Ich muss in diesem Fall wirklich auch die klz in die journalistische Pflicht nehmen, schlimm so ein Überschrift....

Ba.Ge.
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Nachweis

Im Normalfall ist es kein Problem nachzuweisen, wann ein Video wo gemacht wurde und wenn ein Video des vermuteten Tatzeitpunkt den möglichen Täter weit entfernt des Tatortes zeigt, könnte das ein Beweis sein - oder?

Mein Graz
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@Possan

Dann lies nicht nur die Schlagzeile.

eston
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Gutmenschen zur Seite schieben

und Rettungsgasse frei machen für den Rechtsstaat

MoritzderKater
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Dass in dieser Flüchtlingsangelegenheit der Staat total versagt hat,.....

....... ist die eine Sache, aber die *andere* , ebenso wichtige ist: Wo waren die Eltern, denen die Abwesenheit ihres Kindes erst 2 Tage später in den Sinn gekommen ist?
Die sich erst auf Grund des Aufrufes gemeldet haben.

Da liegt doch einiges im Argen.

Dass junge Männer zuhauf nach Europa kommen und die meisten sich nicht integrieren wollen bzw. lassen, fällt ja nur uns auf, die wir mit diesen Menschen leben müssen und täglich konfrontiert sind. Welcher Politiker oder *Gutmensch* lebt denn schon Tür an Tür mit ihnen und sieht was da vorgeht?

Jaquinta3
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Aufsichtspflicht

Völlig unabhängig von der abscheulichen Tat muss man sich schon wundern, dass die Eltern nicht eine Abgängigkeitsanzeige gemacht, sondern sich erst gemeldet haben, als die Polizei nach Menschen suchte, die eventuell die Leiche identifizieren konnten.
Angeblich war die Familie dem Jugendamt bekannt, das Mädchen scheint öfter ausgerissen zu sein. Angeblich hätte der Vater auf diverse Vorwürfe bezüglich vernachlässigter Aufsichtspflicht mit der Frage "Hätten wir sie einsperren sollen?" geantwortet. Einsperren nicht, aber Hilfe suchen für den Umgang mit dem rebellischen Mädchen. Sie war doch erst 13!! Viel zu jung, um als Eltern zu resignieren und achselzuckend hinzunehmen, dass das Kind sich nächtens allein in der Großstadt herumtreibt. Allein bei dem Gedanken, dass MEINE Tochter in dem Alter auch nur für wenige Stunden verschwunden wäre, wird mir schlecht. Das Jugendamt hat offenbar auch nichts getan, um diesem Treiben ein Ende zu setzen. Vielleicht hätte ja eine betreute Wohngemeinschaft oder eine vorübergehende Unterbringung bei Pflegeeltern das Kind vom Herumstreunen abgehalten. Ich finde es jedenfalls unverständlich, dass sich die Berichterstattung zu 99% mit den vermutlichen Tätern beschäftigt und der Frage, warum eine 13jährige Tullnerin allein in der Nacht in Wien herumrennt, ohne dass die Eltern nach ihr suchen lassen, nicht nachgegangen wird. Hier wurde doch offensichtlich die Aufsichtspflicht gröblich verletzt, mit leider katastrophalen Folgen.

wussly
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Zorn!!!

Nichts anderes als Zorn ist gerechtfertigt!!!

Und jeder, der versucht, dieses unsagbar hinterhältige Verbrechen nur einigermaßen zu „verstehen“, soll dieses Land gleich mitverlassen.

Und ihr guten, empörten Menschen könnt mich jetzt anzeigen und einsperren - die KLZ hat meinen Namen!!!

Ba.Ge.
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„vor dem VERBRINGEN der Leiche“

und „offenbar selbst von ihm AUFGEFUNDENES Video gefunden“ erscheinen mir nicht richtig, aber ich bin kein Journalist - sry ;)

tupper10
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"Das Verbringen"...

... ist zwar korrekt, aber grässliches Polizeideutsch. Ein guter Journalist mit Gefühl für die Sprache würde dieses Wort nicht verwenden.

ChihuahuaWelpe56
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Bis das Ergebnis kommt, könnten andere Schlagzeilen

das steirische Medienwesen zieren, wie zB die Aufarbeitung der ÖVP Kausen (ich hoffe, das ist die Mehrzahl)

Vem03
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Sie

vergessen das es sich um Vergewaltigung/Mord handelt. Nur das jetzt darüber Berichtet wird und nicht geschönte Bilder von angeblichen Flüchtlingen uns vorgesetzt werden.

schadstoffarm
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Von mord

Spricht niemand.

tupper10
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Kein "Mord"

Im Bericht steht "Vergewaltigung mit Tpdesfolge" als Delikt.

MaBe
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Mord

Ich nenne das aber trotzdem Mord, wenn man den Tod eines Menschen als Nebeneffekt (einer Gruppenvergewaltigung - schlimm genug) billigend in Kauf nimmt.

 
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