Mitten im idyllischen Nirgendwo, wo sich Fuchs und Kuh gute Nacht sagen, liegt Zeindorf – ein Ort, den man ohne Ortskenntnis wohl nie entdecken würde. Und doch zieht es echte Genießer genau hierher: zum Krappfelder Eis von Petra und Bernd Pobaschnig. Was in einem kleinen, unscheinbaren Hofladen beginnt, entpuppt sich als geschmackliche Offenbarung. Die Milch stammt von glücklichen Kühen, die gleich nebenan auf den satten Wiesen grasen – das Muhen hört man beim Schlecken noch im Ohr. Keine langen Wege, keine unnötigen Zusätze. Nur das, was wirklich zählt: Qualität, Nachhaltigkeit und ein tiefes Bekenntnis zur Region.
Video – Zu Gast bei „Krappfelder Eis“
Ob klassische Sorten wie Vanille oder überraschende Kreationen mit Kräutern vom Feld – hier wird Handwerk gelebt und nicht etikettiert. Wer einmal gekostet hat, weiß: In Zeindorf schmeckt der Sommer nicht nach Industrie, sondern nach echter Überzeugung. Ein kulinarischer Geheimtipp mit Seele – ganz im Sinne des guten Geschmacks.
Womit wir gleich beim Thema wären: guter Geschmack. Passend zum kurz bevorstehenden Schulschluss widmen wir uns heute nämlich dem Thema Spaghetti-Eis. Ist der eiskalte Nudelteller nur eine süße Mogelpackung oder wirklich ein Geschmackserlebnis? Egal wie man sich dem Thema nähert, am Ende ist es vor allem eins: ein Dessert, das Spaß macht.
Die Revolution kam durch die Erdäpfelpresse. Irgendwann in den 60er-Jahren hatte ein deutscher Eisverkäufer namens Fontanella die bahnbrechende Idee, Vanilleeis durch eine Presse zu drücken, es mit Erdbeersauce zu übergießen und weiße Schokolade drüberzuraspeln. Das Resultat: Spaghetti-Eis – die vielleicht charmanteste kulinarische Täuschung seit es „Falscher Hase“ gibt.
Gleich nachkochen!
Die Zutaten? Einfach. Die Wirkung? Gigantisch. Wer Spaghetti-Eis isst, bekommt ein Dessert und gleichzeitig ein kleines Stück Rebellion gegen die Logik der Lebensmittelwelt. Denn da, wo Erwachsene Tomatensauce, Parmesan und Pasta erwarten, liegt plötzlich Kinderglück in Vanille, Frucht und Fantasieform. Spaghetti-Eis ist kein Gericht. Es ist ein Versprechen. An heiße Nachmittage, klebrige Hände und das Recht, sich auch mit 42 noch kindisch über ein Eis zu freuen, das aussieht wie das Mittagessen.
So sieht das auch Petra Pobaschnig. Selbst Spaghetti-Eis gemacht hat sie bis dato zwar noch nicht, aber Fan der kühlen Pasta ist sie auch. Eine Erdäpfelpresse ist schnell gefunden. Trotz ungeübter Hand presst sie das Eis direkt auf den Teller. Diese Methode verleiht dem Spaghetti-Eis nicht nur seine typische Optik, sondern sorgt auch für das perfekte Mundgefühl. Anschließend krönt sie ihr Kunstwerk mit einer fruchtigen Himbeersauce aus regionalen Beeren, die sie liebevoll selbst zubereitet hat. Und tatsächlich: Das Vanilleeis ist besonders cremig, intensiv im Geschmack und zergeht förmlich auf der Zunge. Dadurch harmoniert es perfekt mit der fruchtigen Sauce.
Durch das Pressen entsteht eine dünne, spaghettiähnliche Struktur aus Eis, die sich leichter im Mund verteilt und schneller schmilzt. Dadurch fühlt sich das Eis zarter und cremiger an, obwohl es dieselbe Basis bleibt. Die feinen „Nudeln“ haben eine größere Oberfläche als ein gewöhnlicher Eisblock, was den intensiven Vanillegeschmack noch besser zur Geltung bringt. Zudem entsteht beim Pressen eine leichte Luftigkeit, die das Eis extrem zart und weniger kompakt macht – ein Vorteil für alle, die cremige Desserts lieben.
Wenn das Eis durch die Kartoffelpresse quillt und sich in spaghettiähnliche Bahnen verwandelt, fühlt man sich plötzlich wie im Pasta-Paradies – nur ohne Kohlenhydrate. Und die Moral von der Geschicht? Wer Vanilleeis durch die Kartoffelpresse jagt, beweist: Manchmal braucht es nur ein bisschen Druck, damit Genuss so richtig in Form kommt.